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So sieht Rothenburgs neue Schule aus

Mit dem Neubau von Schule und Sporthalle schafft sich die Stadt einen eigenen Campus. Die bange Frage: Reichen die 23 Millionen Euro?

Die Entwurfsplanung zeigt die neue Oberschule der Stadt Rothenburg. Links schließen sich die Mensa und darüber die Fachkabinette an.
Die Entwurfsplanung zeigt die neue Oberschule der Stadt Rothenburg. Links schließen sich die Mensa und darüber die Fachkabinette an. © Architektenbüro Fellendorf

Ein Gebäude, das viel Licht in sein Inneres lässt, in seinen Funktionen vielfältig ist sowie Schülern und Lehrern Freude am Lernen und Unterrichten bietet - so soll die neue Oberschule von Rothenburg sein. Dem Stadtrat wurden jetzt die Entwürfe für die neue Schule gezeigt. Dazu die von der ebenfalls neu zu bauenden Sporthalle. Beide Häuser werden sich um die bereits stehende Grundschule und das Hortgebäude an der Uhsmannsdorfer Straße gruppieren.

"Die Stadt Rothenburg bekommt ihren eigenen Bildungs-Campus", freut sich Bürgermeisterin Heike Böhm. Sozusagen als ein Gegengewicht zur Polizeihochschule im Norden der Stadt, die bereits einer Modernisierung unterzogen wird. Aber bis es mit neuer Schule und Turnhalle soweit ist, hat die Stadt dafür noch einiges zu leisten. Solange findet auch Schule in der Friedensstraße statt. Unter den Stadträten findet die Entwurfsplanung des Chemnitzer Architekturbüros Fellendorf ebenfalls durchweg Zustimmung. Verbunden mit dem Wunsch, dass die Entwürfe auch so verwirklicht werden können.

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Kein Schulhaus mit acht Ecken

Die Architekten ließen sich dabei von den Vorgaben der Stadt leiten. Bestehendes erhalten und Neues dazu bauen, ist der Grundgedanke. "Das Baufeld ist für uns klar definiert und lässt wenig Handlungsspielraum", sagt Chefarchitekt Dirk Fellendorf. Dazu kommt, dass Schule und Sporthalle in die sie umgebende Wohnbebauung passen sollen. Das heißt, kein Schulhaus als Quader mit acht Ecken, sondern ein abgestuftes Gebäude, das den Eindruck vermittelt, aus mehreren Gebäudeteilen zusammengesetzt zu sein. Optisch verstärkt wird das Ganze durch eine unterschiedliche Fassadengestaltung aus blauen Platten, farbigen Klinker- und Putzfassaden.

Die neue Schule bietet auf drei Etagen Platz auf rund 5.800 Quadratmetern. Die Mensa mit Ausgabeküche - selbst gekocht wird nicht - ist ein eigener zweigeschossiger Bereich mit viel Fensterglas. Darüber sind die Fachkabinette für Musik und Kunst angeordnet. Überhaupt bietet die Schule nicht nur Unterrichtsräume für die rund 340 geplanten Jungen und Mädchen. Es wird einen Mehrzweckraum geben, weitere Fachkabinette für Biologie, Chemie, Physik, Computer sowie Werken und einen Technikraum. Dazu einen weiteren Raum zur Integration von Schülern mit Handicap.

Turnhalle mit Galerie und viel Glas

Die neue Sporthalle ähnelt mehr einem Einkaufszentrum als einer Sportstätte. Das bodentiefe Fensterglas soll nicht nur viel Licht in die Halle bringen, sondern auch eine Sichtbeziehung zum Sportfeld außen ermöglichen.
Die neue Sporthalle ähnelt mehr einem Einkaufszentrum als einer Sportstätte. Das bodentiefe Fensterglas soll nicht nur viel Licht in die Halle bringen, sondern auch eine Sichtbeziehung zum Sportfeld außen ermöglichen. © Architektenbüro Fellendorf

Auch wenn draußen groß Sporthalle dran steht, soll die neue Turnhalle nicht nur ein Ort des Sportes sein. "Wir wollen hier unsere städtischen Veranstaltungen durchführen. Vom Neujahrsempfang bis zur Schuleinführungsfeier", erklärt Heike Hoffmann. Somit wird die Halle nicht nur zwei Spielfelder bieten, sondern auch eine Tribüne und eine Galerie im Obergeschoss. Der Spielfeldbelag wird eine Abdeckung bekommen, damit die Halle auch in Straßenschuhen begehbar ist. An nutzbarer Fläche wird sie rund 2.300 Quadratmeter bieten.

Diese neue Halle wird direkt neben die stehende Jahnsporthalle gesetzt und mit ihr über einen Gang verbunden. Sie bleibt also den Rothenburger Sportlern erhalten, die "Jahnhalle". Planer Dirk Fellendorf sagt, dass das die Herausforderung war, die Sporthalle so zu planen, dass sie zwischen Hort und die Jahnhalle passt. An ihre nördliche Seite kommt noch ein Rasenspielfeld. Zu dieser Seite wird die Turnhalle bodentief verglast. "So gewährleisten wir eine Sichtbeziehung und optische Verbindung vom Halleninneren auf das Spielfeld und umgekehrt", erläutert der Planer. Der Fußballplatz bleibt neben der Jahnhalle wie er ist.

Kosten liegen im April vor

Der künftige Rothenburger Schul-Campus im Überblick. Klar erkennbar ist die räumliche Trennung von Schule und dem Sport- und Freizeitbereich.
Der künftige Rothenburger Schul-Campus im Überblick. Klar erkennbar ist die räumliche Trennung von Schule und dem Sport- und Freizeitbereich. © Architektenbüro Noack

Nachdem Schule und Sporthalle stehen, zunächst auf Papier und als Entwurf, gehen Fellendorf und sein Team an die Kostenberechnung. Diese soll zur Stadtratssitzung im April vorliegen, um die Entwurfsplanung zu beschließen. Mit dem Beschluss, so die Bürgermeisterin, werden die Unterlagen zur Baugenehmigung eingereicht. Dazu wird der bereits gestellte Fördermittelantrag mit den vorliegenden Kosten präzisiert. Im vergangenen Jahr hieß es, dass die Schule 16,2 Millionen Euro kostet und die Sport- und Mehrzweckhalle 6,8 Millionen Euro. Nach der sächsischen Schul- und Sportstättenförderung würde der Freistaat der Stadt 60 Prozent von den förderbaren Kosten zuschießen.

Bestandteil der Finanzierung sind nicht nur diese beiden Gebäude, sondern auch die Außenanlagen. Entworfen wurden sie von Noack Landschaftsarchitekten mit Sitz in Dresden. Dabei bietet die Schule mehr Freiraum als die Sporthalle. So ist vorgesehen, einen Bolzplatz neben die Schule zu setzen. Stadt und Architekten stimmen darüber überein, dass es mit diesem Entwurf gelungen ist, die Schule von Sport und Freizeit zu trennen.

Die neue Oberschule soll auf der Freifläche südlich der Grundschule gebaut werden. Dort, wo erst ein neuer Netto-Markt entstehen sollte. Aber der kommt jetzt neben den Edeka-Markt an der Horkaer Straße. In Rothenburg wird halt nicht nur für die Bildung gebaut.

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