merken

Bildungsinitiative beklagt Nachwuchsmangel bei Ingenieuren

Ingenieure werden in Deutschland händeringend gesucht. Trotz bester Verdienstaussichten fehle qualifizierter Nachwuchs, lautet eine verbreitete Klage aus der Wirtschaft - auch im „Land der Ingenieure“ Sachsen.

Leipzig. Nachwuchsmangel in Ingenieurberufen gefährdet nach Expertenansicht die deutsche Wirtschaft. Das Interesse unter Jugendlichen für die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) sei trotz hoher Verdienstaussichten gering, sagte Ellen Walther-Klaus. Sie ist Geschäftsführerin der wirtschaftsnahen Bildungsinitiative „MINT Zukunft schaffen“. „Bis 2030 werden durch Renteneintritte bundesweit vier Millionen Arbeitsplätze zusätzlich frei.“

Thomas Sattelberger, Vorsitzender der Initiative, sieht die Ursachen in einer von der Politik verbreiteten Technologieskepsis. „Eine Gründeratmosphäre wird in Deutschland kaum gefördert“, sagte er. Dieses Negativbild müsse korrigiert werden. Die Initiative ist bundesweit aktiv und veranstaltet regelmäßig Tagungen.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Auch das „Land der Ingenieure“ Sachsen wird nach vielen Prognosen künftig von Nachwuchsmangel betroffen sein. Michael Münch, Sprecher der Ingenieurkammer Sachsen, sieht die Ursachen allerdings weniger im fehlenden Interesse an Ingenieurberufen als in fehlender Kompetenz unter Studienanfängern. „Das Problem sind eher die hohen Abbrecherquoten von bis zu 50 Prozent“, sagte er. Deswegen müsse schon in der Schule mehr Wert auf Mathe und Physik gelegt werden.

In Sachsen gibt es laut Münch derzeit 32 000 Studenten in den Ingenieurwissenschaften. 5,7 Prozent aller Beschäftigten in Sachsen seien Ingenieure - bundesweit der Spitzenwert. Jährlich gingen rund 3000 sächsische Ingenieure in den Ruhestand. Der Bedarf an Nachwuchs steige durch das Wirtschaftswachstum in der Branche zusätzlich um dieselbe Zahl, sagte Münch. Aus seiner Sicht muss jedoch das Lohnniveau steigen, um die Absolventen auch in Sachsen halten zu können. (dpa)