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Birnen für die neue Straße

Nach den Bauarbeiten hat das Amt noch einen Gärtner vorbeigeschickt. Eine gute Nachricht für alle Obstfans.

© Axel Kaminski

Von Axel Kaminski

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Wenn es in den Innenstädten nach gebrannten Mandeln riecht, die Tage kürzer und die Abende länger werden, dann steht die Weihnachtszeit vor der Tür.

Canitz. Vor über einem Jahr wurde die Straße, die Canitz mit Bornitz verbindet, nach grundhaftem Ausbau wieder für den Verkehr freigegeben. Kurz vor der jüngsten Frostperiode hatte noch einmal eine Firma im Auftrag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) an der Staatsstraße zu tun: Asphaltfertiger und Radlader brauchte das Oschatzer Garten- und Landschaftsbauunternehmen Müller nicht, um seinen Part zu erledigen, einen kleinen Bagger aber schon. Mit ihm hat das Unternehmen die Pflanzlöcher für die neuen Bäume entlang der Straße ausgehoben, mehr als 150 Stück. Bäume an der S 28 sind freilich nichts Neues. Vom Riesaer Ortsteil Canitz bis zur Grenze zwischen den Kreisen Meißen und Nordsachsen stehen auch noch ein paar ältere Exemplare. Zwischen der Kreisgrenze und Bornitz wurden ab November 2014 alle circa 40 Bäume gefällt. Hintergrund war, dass dieser Straßenabschnitt nicht nur saniert, sondern grundhaft ausgebaut wurde. Kurven wurden begradigt und die Fahrbahn auf dem 1,6 Kilometer langen Abschnitt auf 6,50 Meter verbreitert. Nicht jeder der alten Birnbäume, die vor dem Ausbau die Trasse säumten, hätte dann noch neben der Straße gestanden, zumal auch Gräben und Böschungen beidseits der Straße neu profiliert wurden.

Im Planfeststellungsbeschluss hatte die Landesdirektion die Ersatzpflanzungen klar geregelt. Das Lasuv hatte Baumart und Abstand zum Fahrbahnrand vorgegeben. „Wir haben hier wieder Birnen gepflanzt, allerdings die der Art Pyrus communis Beech Hill, eine Wildform mit kleinen Früchten“, erläutert Christian Döhring, Bauleiter der Firma Müller. Die Sorte habe eine aufrechte Form, eine schmale Krone und komme mit trockenen Standorten gut klar. Bevor die 169 Bäume in die Pflanzlöcher gesetzt wurden, haben die Mitarbeiter ein Pflanzsubstrat eingefüllt, um ihnen einen optimalen Start zu ermöglichen. Die Bäume könnten bis zu 15 Meter hoch werden. Nach Angaben der Baumschule Heros im Geithainer Ortsteil Niedergräfenhain, die die Birnen geliefert hatte, sind die „neuen“ Bäume circa zwölf Jahre alt. So viel Zeit brauchen sie von ihrem ersten Tag an ihrem neuen Standort, bis die S 28 wieder so wirkt wie vor dem Bau – nur eben breiter und glatter. Auch für Streuobstsammler ist die Pflanzung eine gute Nachricht. Die Früchte sind essbar. Ihr Geschmack wird als „herbsauer“ beschrieben.

Dass die Bäume weiter weg von der breiteren Straße stehen als ihre Vorgänger, hat mit den modernen technischen Regelwerken zu tun. Diese betrachten einen Baum neben einer Fahrbahn nicht in erster Linie als Schattenspender oder Blickfang, sondern vor allem als mögliches Verkehrshindernis. Je nach zulässiger Höchstgeschwindigkeit, dem Vorhandensein von Böschungen und Leiteinrichtungen werden Abstände zwischen Baum und Fahrbahn festgelegt. Damit soll die Gefahr des Aufpralls eines Fahrzeugs auf einen Baum verringert werden.