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Bis zum letzten Atemzug

Spanien. Der frühere Franco-Minister Fraga hat die Regionalwahlen inGalicien verloren.

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Von Martin Dahms,SZ-Korrespondent in Madrid

Manuel Fraga bereut fast nichts und ganz bestimmt nicht seine Vergangenheit als Minister für Information und Tourismus unter Spaniens Diktator Francisco Franco. Die Geschichte werde dessen fast 40-jährige Herrschaft „im Ergebnis“ positiv werten, sagt Fraga. Solche Sätze über einen Diktator, der mindestens 100 000 politische Gegner beseitigen ließ, sind in Spanien kein Stoff für einen Skandal.

Fraga ist heute 82 Jahre alt und der letzte Überlebende des alten Regimes mit politischem Einfluss. 15 Jahre lang regierte er mit absoluten Mehrheiten das hauptsächlich ländliche Galicien, ohne die Region aus ihrer historischen Rückständigkeit herausführen zu können. Zum fünften Mal in Folge kandidierte Fraga für das Amt des Regionalpräsidenten. Doch auf einmal haben die Galicier genug von ihm. Gestern sind mit einiger Verzögerung die letzten Stimmen für die Regionalwahlen ausgezählt worden. Nun ist es amtlich: Fraga muss gehen.

Schon vor drei Jahren hatten den großen Vorsitzenden sämtliche politische Instinkte verlassen: Da brach im Atlantik der Öltanker „Prestige“ auseinander und richtete an der Küste Galiciens eines der größten Umweltdesaster der Geschichte an. Erst acht Tage später ließ sich Fraga im Katastrophengebiet blicken. Nun hat er eine späte Quittung für seine Fehler bekommen. Doch Fraga gibt nicht auf. Er will als Oppositionschef weitermachen und in der Politik bleiben – „bis zum letzten Atemzug“.