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Bischof Heiner Koch verjüngt sein Führungsteam

In der Kathedrale wurden gestern zwei Domkapitulare und der Domdekan neu ernannt. Der Jüngste von ihnen ist 40 Jahre alt.

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© Eric Münch

Von Bettina Klemm

Mit seinen dunklen Haaren fällt Andreas Kutschke unter den weißhaarigen Domkapitularen auf. Bischof Heiner Koch hatte den 40-Jährigen gestern in der voll besetzten Kathedrale feierlich zum Domkapitular ernannt. Kutschke tritt zugleich ab 6. Januar sein Amt als Generalvikar im Bistum Dresden-Meißen an. Damit leitet er das Ordinariat und ist in allen Verwaltungsaufgaben persönlicher Stellvertreter des Bischofs. Er tritt damit die Nachfolge von Generalvikar Michael Bautz an. Der 73-Jährige übt das Amt seit sechs Jahren aus.

„Ich danke Michael Bautz von ganzem Herzen für seinen aufopferungsvollen und verlässlichen Dienst in unserem Bistum“, sagt Bischof Koch. „Dafür ein herzliches Vergelts’s Gott.“ Nachfolger Kutschke wünschte er gutes Gelingen bei den vor ihm liegenden Aufgaben. Kutschke wuchs in der Nähe von Wurzen auf. Er studierte in Erfurt und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom Theologie. Im Mai 2002 war er in Dresden zum Priester geweiht worden. Nach Kaplanstellen in Zittau und in der Dompfarrei Bautzen ist er seit 2010 als Pfarrer in Stollberg tätig.

So setzt Koch auf eine deutliche Verjüngung seines Führungsteams. Der 58-Jährige war Weihbischof in Köln und ist erst seit März Oberhaupt der katholischen Kirche in Sachsen und Ostthüringen, mit 141:000 Katholiken der drittkleinsten Diözese Deutschlands. Gleichzeitig mit Kutschke ernannte der Bischof auch den Pirnaer Pfarrer Norbert Büchner zum Domkapitular. Büchner ist 48 Jahre alt und wird ab Sommer Dompfarrer in Dresden sein.

Doch so ganz klappt es mit der Verjüngung noch nicht. Klemens Ullmann wurde zum Dekan des Domkapitels St. Petri zu Dresden ernannt. Er ist 74 Jahre alt. „Einer muss es ja machen“, sagt er. Sein nur ein Jahr älterer Vorgänger, Pfarrer Alfred Bock, hatte um die Entpflichtung vom Amt gebeten. Er werde aber weiterhin als Krankenhausseelsorger und Priester tätig sein.

Der aus Plauen im Vogtland stammende Ullmann wurde 1968 zum Priester geweiht. Seit 1988 ist er Dompfarrer und seit 1990 gehört er als Domkapitular dem Domkapitel St. Petri an. Ullmann selbst setzt auf sein Gottvertrauen. Für sein Alter sei er noch recht fit und er kenne den „innerbetrieblichen Apparat“ am besten. Damit er mit den Kräften gut haushalten kann, wird voraussichtlich ab Sommer Norbert Büchner das Amt als Dompfarrer übernehmen.

Er liebe die Kirche mit all den Schwächen, aber vor allem ihren Stärken, bekennt Ullmann. Gerade zum Weihnachtsfest hat alles seine Ordnung. „Aber Gott bringt uns manchmal durcheinander in unserem Leben“, sagte er und erinnert an Josef, der auf Gott hörte, einfach gehandelt hat und Maria schützend zu sich nahm. So sei es selbst beim Bischof gewesen, der sich in Köln eingerichtet hatte und „nun den Ruf in ein Land erhielt, wo die Wölfe noch durch die Wälder laufen.“

Wenn die Christen zu Weihnachten die Geburt Jesu Christ feiern, haben die Pfarrer in den 97 Pfarreien im Bistum Dresden-Meißen viel zu tun. In der Kathedrale wird Bischof Heiner Koch am Heiligabend um 22 Uhr die Christnacht feiern. Er steht auch dem feierlichen Weihnachtsgottesdienst am 25. Dezember, 10.30 Uhr, vor. Das traditionsreiche Krippenspiel der Dresdner Kapellknaben wird in der Kathedrale am 24. Dezember um 16 Uhr aufgeführt. Interessierte sind heute bereits um 15.30 Uhr zur Generalprobe eingeladen.