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Bischof Mixa fordert ein Ende feministischer Experimente

Augsburg - Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat ein Ende feministischer Experimente in Deutschland gefordert. Bei einer Konferenz der Paneuropa-Union Bayern unter dem Titel „Die Familie - Leistungsträger...

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Augsburg - Der Augsburger Bischof Walter Mixa hat ein Ende feministischer Experimente in Deutschland gefordert. Bei einer Konferenz der Paneuropa-Union Bayern unter dem Titel „Die Familie - Leistungsträger und Zukunft Europas“ erneuerte der Bischof am Samstag seine Kritik am geplanten Ausbau von Kinderkrippen. Er verlangte eine familienfreundliche Arbeitspolitik anstelle einer arbeitsfreundlichen Familienpolitik. „Nach Jahren feministischer Experimente brauchen wir eine grundlegende Neuorientierung unserer Gesellschaft.“ Die Linke- Politikerin Christa Müller sagte, Familien würden vom Staat finanziell ausgebeutet. Sie forderte soziale Gerechtigkeit durch die Einführung eines „Erziehungsgehalts“.

Bischof Mixa bezeichnete es als skandalös, wenn von staatlicher Seite für eine Fremdbetreuung von Kleinkindern geworben werde. „Dadurch wird Frauen, die ihr Kind nicht in die Hände pädagogischer Profis geben, ein schlechtes Gewissen eingeredet.“ Durch einseitige staatliche Anreize werde die Doppelverdiener-Ehe zum ideologischen Musterfall erhoben, kritisierte der Katholik.

Auch Müller hob den Stellenwert von Familien hervor. Die Ehefrau des Linke-Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine bemängelte, dass das Lebensmodell „kinderlose Single“ vom Staat gefördert werde. „Die Betreuung von Kindern in der Familie muss mindestens genauso finanziell unterstützt werden wie eine Fremdbetreuung.“ Das von der CSU geforderte Betreuungsgeld von etwa 150 Euro im Monat halte sie für „indiskutabel gering“. Müller lobte den Bischof für seine offenen Worte, die ihm in den vergangenen Monaten viel Kritik eingebracht haben. Kaum jemand wage es noch, sich gegen die „einseitige Familienpolitik“ einer Koalition zu stellen, in der „Radikalfeminismus“ und wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stünden, sagte Müller. (dpa)