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Bischof soll 128.000 € unterschlagen haben

Hat der Aachener Weihbischof das Vertrauen einer Frau missbraucht und ihr Geld auf sein Privatkonto überwiesen? Gegen ihn wurde Anklage erhoben.

Weihbischof Johannes Bündgens in Aachen.
Weihbischof Johannes Bündgens in Aachen. © Andreas Herrmann/dpa

Aachen. Die Staatsanwaltschaft Köln hat gegen den Aachener Weihbischof Johannes Bündgens Anklage wegen Untreue erhoben. Er soll die Vollmacht einer heute 78-Jährigen missbraucht und knapp 128.000 Euro auf sein Privatkonto für nicht vereinbarte Zwecke überwiesen haben, wie der Direktor des zuständigen Amtsgerichts Kerpen, Joachim Rau, am Donnerstag sagte. Mit diesem Geld, das in drei Teilbeträgen geflossen sein soll, kaufte er der Anklage zufolge in Aachen eine Immobilie.

Das Bistum Aachen teilte mit, Bischof Helmut Dieser sei schockiert über den Vorwurf und dränge auf vollständige Aufklärung. Bündgens habe erklärt, dass er alle seine Ämter mit sofortiger Wirkung ruhen lasse. Er sei bereit, zur "lückenlosen Aufklärung" beizutragen. Der 63-Jährige ist unter anderem Vorsitzender des Caritas-Verbandes im Bistum und Kolumbien-Beauftragter. Er und die mutmaßlich geschädigte Frau sollen sich schon lange Zeit gekannt haben. Die Frau hatte sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft im karitativen Bereich engagiert.

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Als sich der gesundheitliche Zustand der Frau verschlechterte, fielen dem dann eingesetzten Betreuer der Anklage zufolge die Geldtransfers auf. Nachdem der Betreuer auf Rückzahlung gedrängt habe, sei mit dem Weihbischof eine Rückzahlung in monatlichen Raten von 1.000 Euro vereinbart worden. Der Betreuer habe die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

In einer schriftlichen Einlassung habe Bündgens erklärt, die 127.000 Euro seien inzwischen komplett zurückgezahlt worden. Hintergrund der Geldtransfers soll ein versprochenes Wohnrecht für die Frau in dem Haus gewesen sein. Das war nach Gerichtsangaben im Grundbuch aber nicht vermerkt: Der Geistliche steht zwar als Eigentümer darin, aber das Wohnrecht wurde nicht festgehalten. Der Rechtsanwalt des Beschuldigten, Christof Püschel, war zunächst nicht zu erreichen. Bündgens hatte das Bistum erst kurz vor der Anklageerhebung über die Ermittlungen informiert, wie aus den Informationen des Bistums hervorgeht. (dpa)