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Bischofswerda

Bischofswerda hat einen Schiebock mehr

Braunbär Balu grüßt jetzt die Tierpark-Besucher. Von einer Hausnummer, die es nur in Bischofswerda gibt.

Die neue Hausnummer am Tierpark – ein echtes Schiebocker Produkt. © Steffen Unger

Bischofswerda. Der Tierpark Bischofswerda ist immer einen Ausflug wert. Beim nächsten Besuch lohnt es sich, am Kassenhäuschen etwas genauer hinzusehen. Dort gibt es jetzt eine Schiebock-typische Hausnummer. Braunbär Balu – oder ist es Grizzlybärin Jane? – sitzt brav hinter einem Schiebock, der für Bischofswerda typischen Schubkarre. Die Hausnummer ist ein Unikat. Angefertigt wurde sie von Heidi Grunert in der Keramikwerkstatt des Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit Bischofswerda. „In Verbindung mit dem Schiebock hat dieses handgefertigte Produkt einen großen symbolischen Wert“, sagt Tierparkleiterin Silvia Berger. Die Hausnummer mit integriertem Schiebock stehe für eine gute partnerschaftliche Zusammenarbeit. „Mit der Keramiktafel wird außerdem ein weiterer Blickfang in der Stadt geschaffen, um sich mit dem Werbesymbol der Stadt dauerhaft zu vernetzen.“

Dass Tierpark und Netzwerk auf diesem Gebiet zusammenarbeiten, verwundert nicht. Die Leiter beider Einrichtungen, Silvia Berger und Andreas Mikus, engagieren sich gemeinsam mit Helga Escher und Dr. Harald Jürgens in einer Arbeitsgruppe Tourismus, die sich seit mehreren Jahren dafür engagiert, den Schiebock stärker im Stadtbild zu verankern – zum Beispiel als Wandbild, Sitzmöbel, Werbeträger für Geschäfte oder eben auch als Hausnummer. Mehr als 20 Schieböcke entstanden so seit dem Jahr 2017, in dem Bischofswerda sein 790. Bestehen feierte. Inzwischen findet man auch im Ortsteil Schönbrunn zwei dieser Schubkarren. Wer Bischofswerda besucht, kann auf den Spuren der „Schieböcke“ viel Wissenswertes zur Geschichte der Stadt erfahren, sagt Silvia Berger. „So entstehen Schritt für Schritt noch mehr touristische Angebote für Bischofswerda, die viele Partner miteinander verbindet.“

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Auch im Tierpark findet der Besucher seit einigen Jahren Informationen, wie die Stadt Bischofswerda zu ihrem liebenswerten Spitznamen gekommen ist. Auf der Tafel kann man unter anderem lesen: „Die einzig logische Erklärung für den Namen „Schiebock“ findet man bei Prof. Schuster-Ševc. Er führt die Entstehung auf einen sorbischen Begriff „při boku“ zurück, was so viel wie „an der Seite“ (des Flusses Wesenitz) bedeutet. Ähnlichkeiten haben sich auch in anderen Orten der Lausitz erhalten und sind direkt in die Ortsnamen eingegangen. Da noch bis 1900 in Nachbarorten wie Pohla und Schmölln sorbisch gepredigt wurde, liegt die Annahme nahe, dass die überwiegend deutschsprechende Bevölkerung Bischofswerdas mit der sorbischen Bezeichnung nichts anfangen konnte und diese auf ihre Weise erklärte.“ – Bewiesen ist auch diese Erklärung freilich nicht. Doch wenn eine Stadt schon mal ihren Spitznamen weg hat, sollte sie auch das Beste daraus machen. (SZ)