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Bischofswerda hilft

Weil eine Mutter Initiative zeigt und viele Verbündete findet, gibt es neue Trikots für den Handball-Nachwuchs

© Foto-Skalla

Von Ingolf Reinsch

Bischofswerda. Uwe Barkow, Leiter der Grundschule Goldbach, sollte zum „Königsmacher“ werden. Bei einer Radioaktion hatte letztendlich er es in der Hand, ob die zweite Mannschaft der C-Jugend des Handballclubs Rödertal aus Großröhrsdorf neue Trikots bekommt oder nicht. Dafür musste er sechs Märchenbilder erkennen, die kurz zuvor in Bischofswerda von Kindern gestaltet und von der Großröhrsdorferin Cornelia Lutze fotografiert worden sind. Für den erfahrenen Pädagogen war es ein Kinderspiel. Gut, beim Aschenputtel habe er etwas länger überlegen müssen, sagte Uwe Barkow der SZ. „Vielleicht, weil der Schuh des Mädchens so glänzte.“

Garten
Der Garten ruft
Der Garten ruft

Die Gartenzeit läuft aber nichts geht voran? Tipps, Tricks und Wissenswertes haben wir hier zusammengetragen. Vorbei schauen lohnt sich!

Uwe Barkow wurde wenige Tage vor der Aktion in seine Aufgabe eingeweiht. Für Cornelia Lutze kam sie ohne Vorankündigung. Im Rahmen der MDR-Radioaktion „Wünsche werden wahr“ hatte sie sich um Trikots für den Handballernachwuchs beworben und wurde gezogen. Das Interesse der Großröhrsdorferin am HC Rödertal kommt nicht von ungefähr. Ihre jüngste Tochter spielt in der C-Jugend-Mannschaft.

Märchenhafte Herausforderung

Die Herausforderung: Cornelia Lutze musste sechs Märchen nachstellen und fotografieren. Darsteller und Requisiten musste sie selbst besorgen. Und damit etwas mehr Spannung ins Spiel kommt, sollte sie die Aufgabe nicht in ihrer Heimatstadt, sondern in Bischofswerda erfüllen. „Bischofswerda ist eine größere Stadt in der Nähe und bot verschiedene Möglichkeiten, die Tagesaufgabe zu erfüllen“, sagte MDR-Sprecherin Peggy Ender. Die Radiomacher dachten da zum Beispiel auch an den Tierpark, wo man Kinder finden könne. Doch Cornelia Lutze ging andere Wege.

Ihr erster Weg führte ins Fotogeschäft Skalla. Dort wurde sie nicht nur in die Kamera eingewiesen, die ihr der Radiosender zur Verfügung stellte. Auch die ersten drei Motive entstanden im Geschäft. Aurelian, der Enkel der Geschäftsinhaber, schlüpfte spontan ins Kostüm des gestiefelten Katers. Auch die Bilder von den Bremer Stadtmusikalten und Dornröschen entstanden dort.

Woher aber eine goldene Gans nehmen? Der Weg der Großröhrsdorferin führte ins Kinderhaus Sonnenschein. Ein Volltreffer! Von einem der Kinderfeste war nicht nur dieses Requisit da. Auch bei den Märchen vom Aschenputtel sowie vom Wolf und den sieben Geißlein konnten die Hortkinder mit ihren Kostümen helfen. „Wir hätten auch noch mit den sieben Zwergen dienen können. Aber die waren nicht gefragt“, sagte die Leiterin des Kinderhauses, Andrea Eckert.

Am Haus Sonnenschein klingelte die Großröhrsdorferin spontan, versichert Andrea Eckert. „Wir dachten ja zuerst, der Rundfunk kommt wegen unserer Eltern.“ Denn auch sie haben sich bei der Radioaktion beworben. Ihr Wunsch: ein Bauwagen. Bischofswerdas Montessori-Kindertagesstätte möchte ihn schon mit Blick auf den geplanten Umzug der Kindertagesstätte von der Innenstadt in den Stadtteil Süd anschaffen. „Wir brauchen dann einen Bauwagen für unseren Waldtag, in dem man sich mal unterstellen kann. Denn von Süd ist der Weg in den Stadtwald weiter“, sagt die Kita-Leiterin. Ob dieser Wunsch noch wahr werden kann? „Unsere Aktion läuft bis zum Ende dieser Woche. Und wir ziehen täglich einen Bewerber“, sagt MDR-Sprecherin Peggy Ender. Die SZ drückt die Daumen, dass es vielleicht noch klappt.