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Keine Feuerwehr-Prämie in Schiebock

Der Stadt Bischofswerda fehlt das Geld, um eine Pauschale zu finanzieren. Ganz ohne Entschädigung bleiben die Kameraden aber trotzdem nicht.

© Uwe Soeder

Von Jens Fritzsche

Bischofswerda. Der Vorstoß der Stadt Radeberg, allen Aktiven der freiwilligen Feuerwehr eine monatliche Entschädigung von 30 Euro zu zahlen, sorgt auch in Bischofswerda für Gesprächsstoff. Folgt die Stadt der Idee? „Bischofswerda kann zum gegenwertigen Zeitpunkt leider nicht dem Radeberger Beispiel folgen“, bedauert Stadtsprecher Sascha Hache auf SZ-Nachfrage. Bischofswerda arbeitet aufgrund der seit Jahren angespannten Haushaltslage ja quasi unter Aufsicht, was das Thema Stadtkasse betrifft. „Und die finanzielle Situation hat sich seit Ende 2015 auch gebessert, aber trotzdem unterliegt der städtische Haushalt gewissen Zwängen.“

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Im Moment könne also eine ähnliche Entschädigung wie in Radeberg einfach nicht gezahlt werden; „an einer machbaren Möglichkeit zur Anpassung der Einsatz-Aufwandsentschädigung wird aber zu gegebener Zeit gearbeitet“, verspricht Sascha Hache. Wann, sei derzeit aber noch nicht absehbar. „Leider“, fügt er an.

Die Stadt bekenne sich aber natürlich durch die Finanzierung von Technik und Standorten zur Feuerwehr, heißt es aus dem Rathaus weiter. Außerdem gibt es seit mehreren Jahren eine Aufwandsentschädigungssatzung für die Einsatzkräfte. Aktuell erhalten die Kameraden vier Euro pro halber Stunde Einsatzzeit. „Für eine höhere Würdigung des unschätzbaren Ehrenamtes fehlt aber nicht nur unserer Kommune die finanzielle Ausstattung – da sind ganz klar der Freistaat oder der Bund gefragt“, ist der Stadtsprecher überzeugt. Und erinnert an die immer wieder aufkommenden Diskussionen zu einer Feuerwehrrente und einer Feuerwehrabgabe „oder auch an die Ankündigungen beim Ministerpräsidenten-Wechsel, mehr im Bereich Feuerwehren zu investieren“.

Zudem verweist die Stadt auf ein weiteres Problem: Das Einsatzaufkommen in den sechs Ortsfeuerwehren ist unterschiedlich hoch. Es sei zu befürchten, dass es unter den Kameraden bei einer „Radeberger Regelung“ zu Unstimmigkeiten kommen könnte. So fährt zum Beispiel eine der kleineren Ortsfeuerwehren im Jahr rund acht bis zehn Einsätze, andere dagegen 20, rechnete der Stadtsprecher vor. Die Ortsfeuerwehr Bischofswerda rücke außerdem durchschnittlich zu 90 bis 100 Einsätzen pro Jahr aus. „Selbstverständlich schätzen wir aber alle Kameraden gleichermaßen“, macht er deutlich.