Bischofswerda
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Bischofswerdaer Verein lädt zu Gesprächsreihe ein: "Lasst uns miteinander reden!"

Der KultTour-Verein möchte die Bischofswerdaer miteinander ins Gespräch bringen. Zum Auftakt des neues Formats geht es um Schule und Digitalisierung.

Von Miriam Schönbach
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Thomas Gordalla gehört zu den Initiatoren der neuen Gesprächsreihe "Sag mal, Chamäleon" in Bischofswerda. Neben ihm nehmen auf der gelben Couch im WerkStadtLaden Experten zu unterschiedlichen Themen Platz.
Thomas Gordalla gehört zu den Initiatoren der neuen Gesprächsreihe "Sag mal, Chamäleon" in Bischofswerda. Neben ihm nehmen auf der gelben Couch im WerkStadtLaden Experten zu unterschiedlichen Themen Platz. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Thomas Gordalla schaut auf den Stift in der Hand. „Ich frage mich, wieso Kinder immer noch mit dem Füller schreiben. In Estland werden heute schon rund 99 Prozent der staatlichen Dienstleistungen online abgewickelt. Wir müssen uns auch eine digitale Kompetenz aufbauen“, sagt das Mitglied vom Chamäleon-KultTour-Verein in Bischofswerda. Auf dessen Initiative soll das neue Gesprächsformat „Sag mal, Chamäleon“ für die Stadt entstehen. Diskutiert werden sollen dabei aktuelle Themen – kontrovers, aber auf Augenhöhe.

Das Beispiel der Digitalisierung wählt Thomas Gordalla mit Bedacht. Die erste Podiumsdiskussion am 25. Januar im WerkStadtLaden in der Dresdener Straße widmet sich dem Thema „Modernes Lernen und wie es gelingen kann“. Zu Gast sind neben Bodo Lehnig, Leiter des Goethe-Gymnasiums, auch Maximilian Lau, Lehrer für Geschichte und Sport, und Anke Langner, Professorin für Erziehungswissenschaften an der TU Dresden - also Experten aus der Praxis. „Schule und Digitalisierung sind aus unserer Sicht ein gutes Thema für den Beginn dieser Gesprächsreihe. Wer jetzt schon Fragen hat, kann sie uns gern vorab schicken“, sagt der Organisator.

Verein will in Bischofswerda etwas bewegen

Doch warum organisiert der Chamäleon-KultTour-Verein jetzt Diskussionsabende? „Ich saß hier an einem Montagabend im Werkstattladen und sah Menschen demonstrierend über die Straße laufen. Da fragte ich mich: Halten wir noch die andere Meinung aus?“, sagt Thomas Gordalla. Der Frage folgte die Idee: Lasst uns miteinander reden! Ein Format, dass aus seiner Sicht zum Verein passt. Schließlich haben sich dessen Mitglieder Bildung durch Kunst auf die Fahnen geschrieben - und etwas für Bischofswerda zu bewegen. Zu den regelmäßigen Angeboten gehören Kreativ-Workshops oder die Schaufenster-Konzerte.

Eine Regelmäßigkeit soll auch die neue Gesprächsreihe bekommen. Dabei will der Verein keineswegs alle Themen selbst vorgeben, stattdessen sollen Ideen aus der Stadtgesellschaft ihren Platz finden. „Welche Themen beschäftigen Schiebock und Umgebung? Worüber sollten wir gemeinsam sprechen? Melden Sie sich bei uns, wir greifen die Ideen auf. Wir wollen Themen setzen, die Schiebocker bewegen“, sagt Thomas Gordalla. In der Planung sind bereits Diskussionsabende zu Mobilität in Bischofswerda, Stadtentwicklung oder auch das Thema Handwerk und Nachfolgeregelungen. Gefördert wird das Projekt durch das sächsische Ministerium für Regionalentwicklung.

Ohne Hürden: Jeder ist willkommen

„Wir wollen die Hürden bewusst niedrig halten. Jeder ist willkommen“, sagt der 28-Jährige – und selbstverständlich bleibt sich der KultTour-Verein beim Thema Kreativität treu: Nach dem Abend sollen die Gäste mit einem frisch geschriebenen Gedicht oder einem kleinen Kunstwerk auf Papier nach Hause gehen – als Erinnerung an die Diskussionen auf der gelben Couch. Auf diesem Sofa im Schaufenster werden nämlich die Gesprächsgäste Platz nehmen.

Zum Auftakt dreht sich nun alles um Tabletts, digitale Tafeln und Smartphones in Schüler- und Lehrerhand. Mit den Praktikern aus der Schule soll ein Blick in die Schule von heute und morgen geworfen werden. Zugleich soll aber auch erläutert werden, wie Eltern ihre Kinder beim Lernen unterstützen können, was die Forschung sagt und wohin die Reise auf diesem Gebiet geht. Und vielleicht gibt es am Ende der Veranstaltung sogar die Antwort auf Thomas Gordallas Frage, wieso Kinder immer noch mit dem Füller schreiben.

Podiumsdiskussion „Modernes Lernen und wie es gelingt“ am 25. Januar, 19 Uhr, im WerkStadtLaden, Dresdener Straße 10 in Bischofswerda, eine Voranmeldung ist nicht nötig. Fragen und Themenvorschläge bitte an [email protected]