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Bischofswerda wird Treffpunkt junger Künstler

Zum zweiten Mal sollen kreative Menschen in die Stadt kommen. Was die Veranstalter für die Aktion brauchen - und was sie diesmal vermeiden wollen.

Helena Zubler (l.) und Anja Herzog sind Teil der Aktion 'Kollision der Künste', die im Spätsommer zum zweiten Mal Künstler nach Bischofswerda einlädt. Der Giebel des Hauses im Hintergrund wurde vor Kurzem im Rahmen einer Livestream-Performance bemalt.
Helena Zubler (l.) und Anja Herzog sind Teil der Aktion 'Kollision der Künste', die im Spätsommer zum zweiten Mal Künstler nach Bischofswerda einlädt. Der Giebel des Hauses im Hintergrund wurde vor Kurzem im Rahmen einer Livestream-Performance bemalt. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Ab dem 30. August wird Bischofswerda für zwei Wochen zum kreativen Zentrum für Künstler aus vielen verschiedenen Ländern. Grund dafür ist die Kollision der Künste (KodeKü), die hier zum zweiten Mal stattfinden wird. "Letztes Jahr hatten wir unsere Premiere, und daran wollen wir anknüpfen, weil das super gut gelaufen ist", betont Anja Herzog aus Bischofswerda, die das Projekt gemeinsam mit fünf anderen Künstlern auf die Beine stellt.

Dabei ist der Name Programm, denn es werden Menschen aufeinandertreffen, die sich sonst wahrscheinlich nie begegnen würden. "Wir wollen bei den Projekten das Hauptaugenmerk auf die Interaktion mit den Anwohnern setzen", betont Mitstreiterin Helena Zubler. Denn die Bischofswerdaer Einwohner selbst sollen einen großen Teil dazu beitragen, dass die Kollision der Künste ein erneuter Erfolg wird.

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Veranstalter suchen Paten für ihre Aktion

Dafür suchen die Initiatoren gezielt nach Paten, die gemeinsam mit den Künstlern etwas erschaffen - oder sie dabei unterstützen. "Wir legen besonderen Wert auf die Partizipation der Anwohner, sodass möglichst viel Austausch zwischen den Menschen stattfindet", erklärt Anja Herzog. "Bischofswerda wird vierzehn Tage lang genau so sein, wie es immer sein könnte", ist sie sich sicher.

Neben der tatkräftigen Unterstützung durch die Schiebocker braucht man vor allem noch etwas - den notwendigen finanziellen Spielraum für ein solch ambitioniertes Projekt. Neben einigen in Aussicht stehenden Fördergeldern habe man deshalb eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen. Darüber können Interessierte soviel Geld spenden, wie sie wollen. "Es ist ganz egal, ob man einen oder sogar 100 Euro übrig hat, denn wir freuen uns über jede Summe. Und es gibt auch große und kleine Dankeschöns", sagt Herzog.

Ein besonderes Dankeschön für großzügige Unterstützer

Während es für kleinere Spenden bedruckte Stoffbeutel oder Aufnäher gibt, werden große Spenden in Höhe von 120 Euro mit etwas ganz Besonderem belohnt. "Da kann man einen Originalausschnitt einer Wandmalerei bekommen. Das haben wir uns so vorgestellt: Jemand besprüht eine Wand, auf der wir vorher eine Leinwand angebracht haben. Die nehmen wir am Ende ab und übergeben sie dem Spender – ein Unikat und Originalausschnitt des Gemäldes", sagt Anja Herzog.

Das gesammelte Geld sollen die Menschen bekommen, die während der Kollision der Künste ihrem Job nachgehen. "Alle, die mitarbeiten – vom Künstler bis zum Elektriker –, sollen ein Honorar bekommen, damit sie das nicht ehrenamtlich machen. Ich denke schon, dass es ein generelles Problem ist, dass die Menschen denken, dass wir Künstler von Luft und Liebe leben", betont Herzog. Bei vielen anderen Künstlercamps müssten die Teilnehmer sogar Geld zahlen - so etwas solle es in Bischofswerda aber auf keinen Fall geben.

Eastclub wird für zwei Wochen zum Künstler-Camp

Stattfinden wird das Camp im Eastclub. Dort übernachten und leben die Künstler nicht nur während der zwei Wochen, sie werden auch künstlerisch aktiv. "Aber natürlich wird es auch externe Orte geben, an denen es Vorstellungen und Malereien zu sehen gibt", sagt Helena Zubler. Während im vergangenen Jahr das alte Bischofswerdaer Kino bemalt wurde, stehen auch diesmal wieder Projekte an, die der Stadt erhalten bleiben.

Ein Gebäude wurde vor Kurzem schon bemalt, denn vor wenigen Wochen stand eine kleine Online-Version der KodeKü an. "Wir wollten nicht ein Jahr Leerlauf haben und haben deshalb eine Livestream-Performance durchgeführt", berichtet Helena Zubler. Dafür gestaltete das Team die Wand eines Gebäudes an den Bahngleisen nahe der Neustädter Straße. Direkt neben dem Eastclub.

Diese Wand sorgte voriges Jahr in Bischofswerda für viel Diskussion, weil im Rahmen der "Kollision der Künste" das Gemälde "Tor zur Oberlausitz" einfach übermalt worden war. Dieses Jahr soll die Fläche wieder neu gestaltet werden.
Diese Wand sorgte voriges Jahr in Bischofswerda für viel Diskussion, weil im Rahmen der "Kollision der Künste" das Gemälde "Tor zur Oberlausitz" einfach übermalt worden war. Dieses Jahr soll die Fläche wieder neu gestaltet werden. © SZ/Richard Walde

Doch möchte man nicht wieder unnötig bei den Bischofswerdaer Bürgern anecken, wie es im vergangenen Jahr passiert ist. Da wurde eine Wand in der Nähe des Kulturhauses bemalt, was auch lange Zeit danach noch für ordentlich Gesprächsstoff sorgte. Denn das "Tor zur Oberlausitz", das sich zuvor auf der Wand befand, war dadurch einfach weg, was vielen Bischofswerdaern missfiel.

"Es soll bald ein Treffen von der Stadt geben, an dem alle interessierten Bürger teilnehmen können und wo über Kunst im öffentlichen Raum diskutiert werden kann", sagt Herzog. Und auch anderweitig möchte die Stadtverwaltung mithelfen. "Über eine Unterstützung der KodeKü wird aktuell amtsintern und gemeinsam mit den Stadträten beraten", betont Rathaus-Sprecher Sascha Hache.

Interessierte Künstler, die bei dem in der Region einmaligen Projekt teilnehmen möchten, können sich noch bis Mitte Juli bewerben. Dazu braucht es eine konkrete Idee, was innerhalb der zwei Wochen in Bischofswerda realisiert werden soll.

Alle Informationen zur Kollision der Künste und der Spendenaktion unter www.kodekü.de.

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