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Bischofswerda: Ärger am neuen Containerplatz

An der Geschwister-Scholl-Straße wurden vor einem Jahr Wertstoffcontainer neu platziert - trotz Protest der Anwohner. Die sehen ihre Befürchtungen nun bestätigt.

Anwohner der Geschwister-Scholl-Straße in Bischofswerda sind genervt: Direkt vor ihrer Haustür stehen seit vorigem Jahr Wertstoffcontainer. Störend ist vor allem der Krach, wenn bereits frühmorgens Flaschen eingeworfen werden.
Anwohner der Geschwister-Scholl-Straße in Bischofswerda sind genervt: Direkt vor ihrer Haustür stehen seit vorigem Jahr Wertstoffcontainer. Störend ist vor allem der Krach, wenn bereits frühmorgens Flaschen eingeworfen werden. © Steffen Unger

Bischofswerda. Noch bevor am Sonntagmorgen der Hahn kräht, sind die Familien Großmann und Schreiber von der Bischofswerdaer Geschwister-Scholl-Straße längst wach. Das liegt an den Containern für Altpapier, Altglas und Altkleider, die direkt vor ihren Haustüren stehen. Denn trotz Verbotes werde dort fast rund um die Uhr Müll entsorgt, klagen die Anwohner. "Normalerweise müssten wir denken, dass die Menschen vernünftig sind", sagt Karin Schreiber im Gespräch mit Sächsische.de. Doch dem sei nicht so. Selbst zu Unzeiten würden die Container genutzt.

Ursprünglich standen sie nur wenige Meter entfernt, aber fernab der Einfamilienhäuser. Doch dann kündigte die Stadtverwaltung an, sie umzusetzen. Für den neuen Standort wurde extra eine Wiese zugepflastert. Mit vollkommenem Unverständnis über diese Entscheidung wandten sich die Anwohner im März 2020 an Sächsische.de. Doch ihr Protest nutzte nichts, die Container kamen dennoch. Und mit ihnen viel Ärger.

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Sonntagfrüh unsanft geweckt

Am liebsten hätten die Anwohner nun eine dauerhafte Überwachung des Abfallplatzes. "Die Stadt sollte Kameras aufhängen und alle, die unrechtmäßig ihren Müll da lassen, zur Kasse bitten", sagt Karin Schreiber. Gemeinsam mit den anderen Anwohnern habe sie bereits mehrere Briefe an die Stadtverwaltung und die Mitglieder des Stadtrates gerichtet.

"Am 20.05.2020 wurde ich um 6.15 Uhr durch Lärm geweckt. Die Firma Nehlsen stand mit Abfallcontainern und unerträglichem Piepen vor unserer Haustür, um die Container vom Schulhort vor unsere Häuser zu setzen", heißt es beispielsweise in einem Schreiben von Rudolf Großmann. Und das, obwohl solcher Lärm laut Großmann erst ab 7 Uhr erlaubt sei. Am ersten Sonntag, als die Container am neuen Standort standen, ging der Ärger weiter. Denn bereits um 5.30 Uhr seien die ersten Flaschen eingeworfen worden. "Auch dies ist unzumutbar", schrieb Großmann.

Stadtverwaltung verteidigt Wahl des neuen Standortes

Dass die Container umgesetzt wurden, hat die Stadtverwaltung Bischofswerda schon im vergangenen Jahr mit der Sicherheit für Kinder begründet. Denn der alte Standort liegt direkt vor dem Kinderhaus Kunterbunt.

"Scherben vor einer Kinderbetreuungseinrichtung dürfte auch die sich beschwerende Frau nicht wollen", schreibt Rathaus-Sprecher Sascha Hache heute. Aus dem alten Standort wurde ein zusätzlicher Parkplatz für jene Eltern, die Kinder ins Kinderhaus bringen oder von dort abholen.

Die Stadtverwaltung hält den neuen Containerplatz nach wie vor für richtig. "Der Standort ist der für das Quartier beste und wurde nach längerer Abwägung damals nicht umsonst ausgewählt", heißt es. Denn auch am Wohnpark am Ende der Geschwister-Scholl-Straße standen früher Container, die es mittlerweile nicht mehr gibt.

Stadt setzt auf Vernunft statt auf Überwachung

"Der neue Platz an der Geschwister-Scholl-Straße wurde so gewählt, da er in der unmittelbaren Nähe der bisherigen Standorte liegt, gut auffindbar ist und die Stadt dort ein kommunales Grundstück mit ausreichenden Abmessungen unmittelbar neben der Straße besitzt", betont Hache.

Wer sich nicht an die vorgeschriebenen Einwurfzeiten hält, hat aber kaum etwas zu befürchten. "Wir sind dabei auf die Vernunft der Bürger und die Einhaltung der Vorgaben der Polizeiverordnung angewiesen. Ständige Kontrollen rund um die Uhr an allen 23 Containerstandorten sind einfach nicht möglich", sagt Hache. Auch ein zeitweises Sperren der Container sei nicht möglich. "Das ist erstens technisch nicht möglich, wäre personell aufwendig und auch nicht zielführend, da der Einwurf in die Container auch sonnabends erlaubt ist."

Damit sind die Anwohner freilich nicht einverstanden. "Es kann auf keinen Fall so weitergehen. Es ist einfach immer Krach, und damit können wir nicht leben", betont Karin Schreiber.

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