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Zwei Bischofswerdaer auf abenteuerlicher Tour

Carmen und Holger Rohrbach ritten durch Kasachstan. Jetzt berichten sie in ihrem Buch von unfassbaren Weiten, spärlichem Essen und einem besonderen Gefühl.

Carmen und Holger Rohrbach sind in Bischofswerda aufgewachsen. Gemeinsam mit zwei Begleitern machten sie sich vor zwei Jahren auf durch die Berge Kasachstans.
Carmen und Holger Rohrbach sind in Bischofswerda aufgewachsen. Gemeinsam mit zwei Begleitern machten sie sich vor zwei Jahren auf durch die Berge Kasachstans. © privat

Pohla. Endlose Landschaften, tiefe Schluchten und futtersuchende Braunbären in freier Wildbahn - all das und noch viel mehr haben Carmen und Holger Rohrbach bei ihrer Reise durch das Kasachische Hochgebirge erlebt. Vor rund zwei Jahren waren die Geschwister, die in Bischofswerda aufgewachsen sind, mit zwei einheimischen Begleitern auf dem Pferd im Osten des neuntgrößte Landes des Welt unterwegs; jetzt ist ihr Buch darüber erschienen.

"Auf die Idee der Reise kam ich, weil ich mich schon immer für Jagd-Reisen interessiere", erzählt Holger Rohrbach, der gemeinsam mit seiner Frau in Pohla lebt. Denn der passionierte Jäger war schon mehrfach im Ausland unterwegs, eine so extreme Reise auf bis zu 4.000 Meter Höhe sei allerdings noch nie dabei gewesen.

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Autorin war vorher immer allein unterwegs

"Ganz speziell ist die Gebirgsjagd besonders schwierig, weil es körperlich und mental sehr anstrengend ist", erzählt er. Mit der Zeit sei die Idee immer konkreter geworden. Als seine mittlerweile in München lebende Schwester Carmen davon erfahren hat, wollte sie sofort mit. Denn obwohl die Autorin vieler Reisebücher bereits auf der ganzen Welt unterwegs war, fehlte ihr noch eine bestimmte Erfahrung.

"Ich war bisher immer alleine unterwegs, weil ich da am nähesten an die Natur herankomme, und erst dann ist es besonders inspirierend für mich, um darüber schreiben zu können", sagt sie. Gemeinsame Reisen fehlten ihr demnach komplett, also auch welche mit ihrem Bruder.

Den ganzen Tag im Sattel verbracht

So machten sich die beiden mit dem Flugzeug auf in die kasachische Hauptstadt Almaty, um von da noch rund 700 Kilometer weiter bis fast an die chinesische Grenze zu fahren. Dort trafen sie auf ihre beiden Begleiter, zwei einheimische Jäger, mit denen sie auf Pferden wenig später ins Hochgebirge aufbrechen sollten.

"Der ganze Tag wurde damit verbracht zu reiten. In der endlosen Landschaft kommt einem alles viel, viel größer vor. Die Berge, die Schluchten, die Hänge – alles ist so unfassbar groß, und da muss man große Distanzen zurücklegen, um in die Gebiete zu gelangen, wo man auf das Wild trifft", erzählt Holger Rohrbach.

Voll bepackt ging es mit den Gebirgspferden durch das Kasachische Hochgebirge.
Voll bepackt ging es mit den Gebirgspferden durch das Kasachische Hochgebirge. © privat

Gesehen habe man unter anderem Braunbären, Maral-Hirsche und auch die Tiere, wegen denen er unbedingt nach Kasachstan wollte - Sibirische Steinböcke. "Während mein Bruder mit den Jägern unterwegs war, habe ich mich irgendwo hingesetzt und die Umgebung betrachtet", sagt seine Schwester.

"Am späten Nachmittag sind wir immer in ein Lager geritten. Das war meist in einem Tal, wo man einigermaßen gegen Wind geschützt ist. Dort haben wir zwei Zelte aufgeschlagen, eines für uns und eines für unsere Begleiter", erklärt Holger Rohrbach. Danach habe man gemeinsam mit den Kasachen etwas Nahrung zu sich genommen.

Reisebegleitung ermöglicht Kindern Schulbesuch

"Es gab nur ganz spärlich etwas zu essen, sie hatten so Weißbrotfladen oder eine Jagdwurst-ähnliche Wurst dabei. Dazu gab es ein Süppchen. Damit musste man sich begnügen", sagt er. Beim Essen sind alle vier auch ins Gespräch gekommen, wobei das gar nicht so einfach war.

Denn die beiden Einheimischen sind Analphabeten, die fast nur ihre eigene Sprache beherrschen. "Trotzdem habe ich es geschafft, mich mit den beiden zu verständigen, denn Jäger haben ihre eigene Sprache – oftmals durch Gesten, Mimik, Zeichen oder wenige Worte", erzählt der Pohlaer.

Ein bestimmtes Gefühl habe das Verhältnis dazu noch gestärkt - die Dankbarkeit. Denn während Holger und Carmen Rohrbach eine ständige Begleitung hatten, konnten die beiden Kasachen mit dem dadurch verdienten Geld ihre Kinder zur Schule schicken. "Es ist ihr Beruf, von dem sie leben. Für die nächste Generation können sie damit Bildung gewährleisten", erzählt sie.

Auf dem Cover des Buches sind die weiten Landschaften des Kasachischen Hochgebirges zu sehen.
Auf dem Cover des Buches sind die weiten Landschaften des Kasachischen Hochgebirges zu sehen. © privat

Zurück in Deutschland habe sie sich dann an ein erstes Manuskript gesetzt und es ihrem Bruder zugeschickt. "Dann kam plötzlich ganz viel Text zurück, wo er über gemeinsame Erlebnisse seine Sichtweise beschrieben hat. Diese Texte haben mich überzeugt, und da war uns klar, dass wir das Buch gemeinsam schreiben werden", erzählt sie.

Und es sollen nicht die letzten gemeinsamen Erlebnisse gewesen sein. "Wir wollen wieder eine gemeinsame Reise unternehmen, aber es ist noch geheim, wohin es gehen wird. Ich recherchiere aber schon und sammle Kartenmaterial", sagt sie.

Carmen Rohrbach mit Holger Rohrbach: "Wildes Kasachstan. Auf der Fährte des Sibirischen Steinbocks", Piper Verlag, EAN 978-3-492-40646-8, 16 Euro

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