merken
PLUS Bischofswerda

Bischofswerda: Die Wesenitz wuchert zu

In Teilen des Flusses ist kaum noch das Wasser zu sehen. Anlieger fragen sich, was bei einem Hochwasser passieren könnte. Ist die Sorge begründet?

Die Wesenitz in Belmsdorf ist zugewachsen. Auch in Teilen Bischofswerdas ist das so.
Die Wesenitz in Belmsdorf ist zugewachsen. Auch in Teilen Bischofswerdas ist das so. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Auf ihren Spaziergängen im Süden von Bischofswerda sei sie auf der Wesenitzbrücke in Belmsdorf immer stehen geblieben und habe die Enten beobachtet, berichtete dieser Tage eine Seniorin. Doch wo in anderen Jahren die Vögel in der Hoffnung auf Futter sofort angeschwommen kamen, sieht man jetzt kaum noch Wasser an der Oberfläche. Im Fluss wuchert das Kraut. 

Nicht nur an der Alten Belmsdorfer Straße ist das so. Auch in Teilen der Innenstadt wächst der Fluss zu. Vom Parkplatz an der Herrmannstraße aus sieht man, wie die Fließgeschwindigkeit dort deutlich zunimmt, wo der Wildwuchs das Flussbett einengt. Ähnlich ist es an manchen Stellen in Putzkau. 

Anzeige
Content Sales Manager (m/w/d) gesucht!
Content Sales Manager (m/w/d) gesucht!

Die DDV Media sucht für ihre Standorte Bautzen, Görlitz, Pirna und Meißen kreative Verstärkung.

Die Belmsdorfer Enten sind dabei ein sehr kleines Problem. Wer am Fluss lebt, macht sich vor allem Sorgen, dass das Wasser bei einem Hochwasser nicht ablaufen könnte, weil das Kraut den Abfluss hemmt.  Noch gegenwärtig sind die Erinnerungen an den August 2010, als auch in Putzkau und Bischofswerda die Wesenitz über die Ufer trat und zahlreiche Wohngrundstücke überflutete. Allein in Putzkau waren damals an rund 40 Wohnhäusern Schäden zu verzeichnen. 

Enges Zeitfenster für Pflegearbeiten im Fluss

In der Landestalsperrenverwaltung (LTV), die für die Unterhaltung des Flusses zuständig ist, hält man sich noch zurück. Eine Verkrautung der Gewässer sei je nach Witterungslage von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark ausgeprägt, sagt Pressesprecherin Katrin Schöne. Ursachen sind oft zu wenig Schatten, ein hoher Nährstoffeintrag und eine niedrige Wasserführung, bedingt durch zu geringe Niederschläge.

Die Wesenitz wird nur an kritischen Stellen vom Kraut befreit. Hier an der Alten Belmsdorfer Straße ist das nicht der Fall.
Die Wesenitz wird nur an kritischen Stellen vom Kraut befreit. Hier an der Alten Belmsdorfer Straße ist das nicht der Fall. © SZ/Uwe Soeder

Dieses Kraut werde turnusmäßig beseitigt, sagt die LTV-Sprecherin. Grundlage dafür sei ein Gewässerunterhaltungsplan. Wie oft ein Gewässerabschnitt gereinigt wird, hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem die wasserwirtschaftliche Notwendigkeit, aber auch Belange des Naturschutzes. "Eine Entkrautung wird daher hauptsächlich an kritischen Stellen durchgeführt und ist nur in einem engen Zeitfenster von vier bis sechs Wochen im Jahr möglich", erläutert Katrin Schöne. Grund dafür sind unter anderem auch Fischschonzeiten, in denen im Fluss nicht gearbeitet werden darf. 

Behörde sieht kein erhöhtes Hochwasserrisiko

Ein erhöhtes Risiko bei einem Hochwasser sieht man in der Landestalsperrenverwaltung 
im gegenwärtigen Pflegezustand der Wesenitz nicht. "Bei Hochwasser spielt das Kraut im Gewässer eine untergeordnete Rolle, da es sich bei höheren Abflussgeschwindigkeiten umlegt", erläutert die Sprecherin.

Als Gewässer erster Ordnung unterliegt die Wesenitz auf ihrem 83 Kilometer langen Weg von der  Quelle am Valtenberg bei Neukirch bis zur Elbe-Mündung im Pirnaer Stadtteil Pratzschwitz der Gewässerunterhaltung durch die LTV.  Zu den turnusmäßigen Arbeiten gehören das Beseitigen des Krautes, die Mahd der Uferbereiche, das Pflanzen und die Pflege von Gehölzen am Fluss sowie die Ufersicherung und -stabilisierung. Ergänzt werden die praktischen Arbeiten durch regelmäßige Sichtkontrollen von Mitarbeitern der Landestalsperrenverwaltung. 

"Eine Gewässerunterhaltung dient aber auch der Gewässerentwicklung. Damit wird dem Fluss die Chance gegeben, sich natürlich weiterzuentwickeln und sich zu einem wertvollen Lebensraum für eine Vielzahl an Arten zu entwickeln", sagt Katrin Schöne. 

Die meisten Arbeiten an den Flüssen in ihrem Zuständigkeitsbereich führt die LTV  in Eigenleistung von ihren Gewässermeistereien durch, so auch am Oberlauf der Wesenitz. 

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Zur Anmeldung für den kostenlosen Newsletter „Kamenz kompakt“ geht es hier.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda