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Bischofswerda sucht neue Schieböcke

Der Holzkarren ist in der Kleinstadt, die auch Schiebock genannt wird, allgegenwärtig. Es sollen aber noch mehr werden. Die Stadt hat ein ehrgeiziges Ziel.

Auf dem Bischofswerdaer Markt stehen schon lange Sitzgelegenheiten in Form von Schieböcken. Die Einwohner der Stadt sind aufgerufen, weitere Schieböcke fürs Stadtbild zu kreieren.
Auf dem Bischofswerdaer Markt stehen schon lange Sitzgelegenheiten in Form von Schieböcken. Die Einwohner der Stadt sind aufgerufen, weitere Schieböcke fürs Stadtbild zu kreieren. © www.wolfgang-wittchen.de

Bischofswerda. Kaum eine Stadt kann auf so ein geschichtsträchtiges Symbol zurückgreifen, wie Bischofswerda auf den Schiebock. Das dachte sich auch die Arbeitsgruppe "Tourismus und Kultur" - heute besser bekannt als AG Schiebock - und startete vor vier Jahren erstmals einen Wettbewerb, um die schönsten Exemplare in der Stadt zu finden.

Heute geht es aber nicht mehr nur darum, den schönsten Schiebock zu küren, sondern um viel mehr. "Die Schiebock-Ideen sind nicht auf Zunftzeichen oder Hausnummern begrenzt, sondern wir wollen gerne, dass sich der Schiebock in vielerlei Gestalt im Stadtbild wiederfindet", erzählt Andreas Mikus von der AG gegenüber Sächsische.de.

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Deshalb möchte man die Bischofswerdaer dazu aufrufen, an verschiedensten Orten neue Schieböcke entstehen zu lassen. Denn das Ziel der Arbeitsgruppe sei klar definiert, aber durchaus herausfordernd. "Vielleicht werden die Schieböcke für Bischofswerda ja einmal solch ein Alleinstellungsmerkmal im Tourismus wie die Zwerge für Breslau", sagt Mikus. In der niederschlesischen Stadt sind die im gesamten Stadtgebiet verteilten kleinen Bronze-Statuen ein Hingucker.

Oberbürgermeister Holm Große (Freie Wähler) ist in diesem Zusammenhang besonders stolz auf zwei bereits umgesetzte Dinge in Bezug auf das Wahrzeichen der Stadt. "Ein gutes Beispiel ist unser Kreisverkehr mit einem Schiebock in der Mitte, den wir sehr schnell realisiert haben", betont er.

Ein Stadtrundgang auf den Spuren des Schiebocks

Außerdem sei ein speziell auf Schieböcke ausgelegter Stadtrundgang ein großer Erfolg für Bischofswerda. "Wir haben richtig tolle Stadtführer, die an der Entwicklung der Touren mitgearbeitet haben und die das mit Herzblut machen", sagt Große. Einer von ihnen ist Rainer Thomas, der die Tour vor rund zwei Jahren maßgeblich mitgestaltet hat.

Ausgangspunkt ist der Altmarkt, von wo es bis auf den Butterberg und wieder zurück geht. "Bei der Stadtführung gibt es kleine Piktogramme, die mit Siebdruck aufs Pflaster aufgetragen wurden – in Gelb und Blau", erklärt Mikus. Während blau für die historische Stadtführung steht, gelten die gelben Symbole für die Schiebock-Tour.

Auch ohne Stadtführer ist die Wanderung auf eigene Faust möglich. Dafür gibt es im Rathaus entsprechende Pläne zum Mitnehmen. Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie kann somit sichergestellt werden, dass Interessierte den Rundgang jederzeit individuell machen können.

Der Schiebock des Jahres 2020 hängt an der Stadtapotheke. Inhaber Rainer Klotsche (l.) freut sich über die Auszeichnung von Oberbürgermeister Holm Große (Freie Wähler).
Der Schiebock des Jahres 2020 hängt an der Stadtapotheke. Inhaber Rainer Klotsche (l.) freut sich über die Auszeichnung von Oberbürgermeister Holm Große (Freie Wähler). © SZ/Richard Walde

Auf der Schiebock-Tour kommt man auch an der Stadtapotheke auf dem Altmarkt vorbei. Inhaber Rainer Klotsche hat als Zunftzeichen für seine Apotheke einen Schiebock anfertigen und installieren lassen und wurde dafür erst vor wenigen Monaten ausgezeichnet. Die offizielle Gratulation vor Ort gab es corona-bedingt aber erst vor wenigen Tagen.

Jedes Jahr soll ein neuer Schiebock entstehen

"Wir wollen, dass jedes Jahr zumindest ein neuer Schiebock entsteht", betont Andreas Mikus. Denn dann könne auch das eingangs erwähnte Ziel wirklich erreicht und Bischofswerda die Stadt der Schieböcke werden. "Wenn wir das für unsere Stadt nutzen können, wäre das sehr gut. Das sehen wir als Beitrag zur Innenstadt-Belebung." Der Kreativität bei der Gestaltung neuer Schieböcke seien keine Grenzen gesetzt.

Bisher gab es zwei Auszeichnungen als "Schiebock des Jahres": Vor dem an der Stadtapotheke ging 2019 der Titel an eine Initiative im Ortsteil Schönbrunn, die Infotafeln in Form von Schieböcken aufgestellt hatte.

Dennoch wollen die Initiatoren ihren Aufruf keinesfalls als Wettbewerb verstanden wissen. Trotzdem ist eines garantiert - eine persönliche Prämierung durch den Oberbürgermeister. "Als Geschenk gibt es etwas aus der Kreativwerkstatt des Netzwerks und natürlich eine Plakette", sagt Andreas Mikus, der auch Teamchef des Netzwerkes für Kinder- und Jugendarbeit ist. Er hofft, dass noch in diesem Jahr neue Schieböcke im Stadtbild dazu kommen.

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