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Bischofswerdaer Paar lädt zur Aronia-Ernte ein

In Schönbrunn wachsen auf einem Privatgrundstück 750 Aronia-Pflanzen. Die Besitzer verarbeiten die Beeren selbst - und bieten jetzt ein besonderes Erlebnis.

Sebastian Heintze und seine Partnerin Franziska Opitz haben 750 Aronia-Pflanzen im Garten. Bei der Ernte hilft manchmal auch Tochter Maxi.
Sebastian Heintze und seine Partnerin Franziska Opitz haben 750 Aronia-Pflanzen im Garten. Bei der Ernte hilft manchmal auch Tochter Maxi. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Wenn Sebastian Heintze und Franziska Opitz auf die vergangenen sieben Jahre zurückblicken, haben sie für eine Sache nur positive Gedanken: Im Jahr 2014 entschied sich das Paar, auf dem neu gekauften Grundstück im Bischofswerdaer Ortsteil Schönbrunn insgesamt 750 Aronia-Pflanzen anzubauen. Aus den kleinen Setzlingen sind mittlerweile riesige Büsche geworden.

"Als wir gepflanzt haben, waren die Stängel gerade mal zwischen zwölf und 15 Zentimeter hoch", erzählt Heintze. Mittlerweile sind zweieinhalb Meter und mehr erreicht, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Pflanzen nicht mehr allzu sehr wachsen werden. "Jetzt sind wir dort, wo wir hinwollen", sagt er. Doch war der Weg dahin mit sehr viel Arbeit verbunden.

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Denn immer wieder gab es kleine Rückschläge, wie beispielsweise Hagel, der zahlreiche Pflanzen regelrecht erlegte. "Im letzten Jahr haben wir dann Frost an die Pflanzen bekommen und hatten deshalb nur einen Bruchteil der heutigen Ernte", sagt Heintze. In diesem Jahr hängen auf dem rund 2.000 Quadratmetern großen Aronia-Feld aber so viele Beeren, dass man Interessierte dazu einlädt, in den kommenden zwei Wochen zum Pflücken zu kommen.

Eigentümer pflückt pro Stunde sieben Kilogramm

"Jetzt wollen wir das 14 Tage lang am Stück ermöglichen, wie auf einem Erdbeerfeld", sagt Sebastian Heintze. Bereits 2017 bot das Paar eine ähnliche Aktion an einem Sonntag an. Die wurde sehr gut angenommen wurde. "Die Leute kamen teilweise bis aus Zittau, um Aronia-Beeren zu pflücken – das war der Wahnsinn", berichtet er. Vier Jahre später ist das Pflücken aber ein bisschen anders geworden, als bei den damals rund einen halben Meter großen Pflanzen.

"Wenn man Beeren haben will, muss man schon etwas tun und mal auf den Knien durch die Sträucher kriechen", witzelt Opitz. Doch es sind auch bereits geerntete Beeren im Angebot, die nur noch mitgenommen werden müssen. "Pro Stunde schaffe ich rund sieben Kilogramm - alles per Hand und ohne Hilfsmittel", sagt Heintze. Aber natürlich könne sich jeder selbst ausprobieren.

An jeder einzelnen Pflanze hängen unzählige Beeren.
An jeder einzelnen Pflanze hängen unzählige Beeren. © SZ/Uwe Soeder

Für die kommenden zwei Wochen haben sich Heintze und seine Partnerin extra Urlaub von ihren regulären Vollzeitjobs genommen, um diesen im eigenen Garten zu verbringen. Denn die Aronia-Plantage ist nach wie vor ein Hobbyprojekt, das Jahr für Jahr immer größer wird. Und auch immer professioneller. "Wir lernen immer wieder dazu", betont Franziska Opitz. Beispielsweise bei der Bewässerung.

"Früher habe ich jede Reihe per Schlauch bewässert, aber da würde man heute nicht mehr fertig werden", sagt Heintze. Deshalb hat er Leitungen verlegt - ausgehend von einem riesigen, 10.000 Liter fassenden Tank direkt am Wohnhaus, in den die Dachrinnen enden. "Jetzt sammeln wir das Regenwasser auf und leiten es auf die Plantage, wo in jeder Reihe ein Tropfschlauch liegt. Nun bauche ich die Bewässerung nur noch anzuschalten", fügt er an.

Weder Dünger noch Schere kommen zum Einsatz

Damit ist das Bewässern aktuell nur mit dem simplen Auf- und Zudrehen der Leitung verbunden, was sehr viel Zeit spart. "In diesem Jahr mussten wir aber fast nicht gießen, weil es so viel Regen gab", sagt Opitz. An einer Sache hat sich seit Anbeginn aber nichts verändert: "Wir geben keinen Dünger drauf und lassen die Pflanzen so wachsen, wie sie wollen", sagt Heintze.

Somit bleibt mehr Zeit, sich auf die Verwertung der gesundheitsfördernden Beeren zu konzentrieren. Beispielsweise werden Saft und Likör produziert. "Aus den ersten Ernten haben wir erstmal Saft für den Eigenverbrauch gemacht und geübt", sagt Opitz. Somit sollte sichergestellt werden, dass der heute in drei Liter großen Boxen angebotene Saft eine gute Qualität besitzt.

Vertrieb wird auf ganz Deutschland ausgeweitet

Für diese Behälter hat man sich aus einem ganz bestimmen Grund entschieden: Von Aroniasaft werden täglich nur 100 Milliliter empfohlen. "Wir füllen den Saft in vakuumdichte Boxen ab, damit er ein Vierteljahr nach Öffnung noch genauso gut schmeckt wie am Anfang", sagt Opitz.

Auch bei Schnaps und Likör gab es eine ähnliche Entscheidung zu fällen - und zwar, ob man die Flaschen, die einen Viertelliter fassen, mit einem Schraubverschluss oder einem Korken abdichtet. "Es bringt mir nichts, wenn es schön aussieht und dann schlecht wird", sagt Opitz. Mit Korken hätten andere Produzenten schlechte Erfahrungen gemacht, womit die Entscheidung in Schönbrunn für einen Drehverschluss fiel.

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In Zukunft will sich das Paar nicht nur auf den Vertrieb in kleinen Dorfläden oder auf Leute, die selber zum Pflücken vorbeikommen, konzentrieren, sondern Menschen in ganz Deutschland mit den eigenen Aronia-Beeren begeistern. Deshalb ist seit Kurzem eine Internetseite mit integriertem Shop im Aufbau.

Die Aronia-Plantage im Bischofswerdaer Ortsteil Schönbrunn (Burkauer Straße 9) ist vom 20. September bis 3. Oktober (außer am 24. September) täglich von 8 bis 12 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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