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Burkaus Freibad macht auf

In den meisten Bädern im Landkreis Bautzen sind Besucher schon seit einigen Tagen willkommen. Warum das in Burkau erst ab Montag der Fall ist.

Der Burkauer Bademeister Ingolf Anders ist bereit für den Start der Freibad-Saison: Am Montag geht's los.
Der Burkauer Bademeister Ingolf Anders ist bereit für den Start der Freibad-Saison: Am Montag geht's los. © Steffen Unger

Burkau. Am kommenden Montag um 10 Uhr startet das Burkauer Bad in die Saison - als eines der letzten Freibäder im Landkreis Bautzen. Eigentlich hätte man bereits vor zwei Wochen öffnen können. "Momentan muss man nachweisen, dass man getestet, geimpft oder genesen ist. Das zu überprüfen, ist für unsere Kassierer ein zu großer Aufwand", erklärt Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) im Gespräch mit Sächsische.de, warum die Öffnung des Bades bisher verschoben wurde.

"Die Testpflicht schreckt viele ab. Gerade Familien mit Kindern haben ohnehin wenig Zeit. Wenn sie sich dann noch testen lassen sollen, fahren sie lieber zu einem Teich oder See", sagt Ingolf Anders, der als Bademeister im Burkauer Freibad arbeitet. Diese Befürchtung hat auch der Bürgermeister - und reich werden könne die Gemeinde mit dem Freibad ohnehin nicht.

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"Ein Freibad zu betreiben, ist immer ein Verlustgeschäft. Aber je mehr Besucher kommen, desto weniger müssen wir als Gemeinde an Geldern zuschießen", sagt Hein. Im vergangenen Jahr hatte sich laut seinen Informationen die Besucherzahl genau halbiert. Statt 42.000 wie 2019 kamen nur 21.000 Badegäste. Dieses Jahr - so Heins Befürchtung - könnte die Zahl noch einmal sinken. "Die Leute sind verhaltener als vor Corona", sagt der Büregrmeister.

Ab Montag ohne Test ins Freibad?

Ab Montag könnte nun die Testpflicht zumindest teilweise fallen. "Mit der von der Staatsregierung beschlossenen neuen Corona-Schutz-Verordnung, die am 14. Juni in Kraft tritt, entfällt, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter dem Schwellenwert von 50 liegt, ab dem übernächsten Tag beim Freibadbesuch allein die Testpflicht für Minderjährige", heißt es auf Nachfrage von Sächsische.de vom Sozialministerium Sachsen.

Im Landkreis Bautzen liegt die Inzidenz bereits seit dem 2. Juni konstant unter 50. Doch auch für Erwachsene sieht die neue Corona-Schutzverordnung bezüglich der Testpflicht Lockerungen vor. Allerdings erst ab einer stabilen Inzidenz von unter 35. Doch die muss künftig nicht mehr - wie in der bisherigen Verordnung - ganze 14 Tage gehalten werden, sondern auch nur noch fünf.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen für den Landkreis Bautzen verrät, dass Bürgermeister Hein mit seiner Taktik erfolgreich sein könnte. Seit Dienstag liegt die Inzidenz unter 35, bleibt der Wert auch an den kommenden Tagen stabil darunter, ist die Testpflicht fürs Freibad ab Montag Geschichte. Sollte der Wert aber wieder steigen, müssen auch im Burkauer Freibad Tests beziehungsweise Nachweise über Impfungen oder überstandene Corona-Infektionen am Eingang überprüft werden.

"Da die Öffnung der Freibäder an die Testauflage geknüpft ist, sind die Betreiber verpflichtet, diese umzusetzen. Der Test, unabhängig davon, ob im Testzentrum oder der Schule vorgenommen, darf bei Nutzung für den Eintritt nicht länger als 24 Stunden zurückliegen", betont das Sozialministerium.

Der Landkreis Bautzen sieht das im Falle von Kindern und Jugendlichen aber etwas anders und empfiehlt folgendes Vorgehen: "Auf den Nachweis eines tagesaktuellen Testes kann bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern verzichtet werden, da alle in den Schulen zwei Mal in der Woche getestet werden. Der Nachweis der letzten Testung aus der Schule ist ausreichend." Für jüngere Kinder werde ohnehin kein Test benötigt, da die Testpflicht erst ab sechs Jahren gilt.

Reichlich 1.000 Besucher dürfen zurzeit ins Bad

Doch am Montag soll es im Freibad in Burkau auf jeden Fall losgehen. "Jetzt sind wir definitiv startbereit", betont der Bürgermeister. Noch länger geschlossen halten möchte die Gemeinde das Freibad definitiv nicht, zumal es ein ausgereiftes Hygienekonzept gebe.

Allein in diesem Jahr sei zudem bereits viel Arbeit in die Instandhaltung des Freibades geflossen. "Seit März arbeiten wir hier. Wir haben erstmal das Becken saubergemacht, und allein drei oder vier Wochen hat es gedauert, bis wir die Frostschäden ausgebessert hatten", berichtet Bademeister Anders.

Zudem sei das gesamte Becken mit blauer Farbe gestrichen und das Dach der Gebäude erneuert worden, denn dort habe es bereits reingetropft. Nun ist das Freibad mit seinen Mitarbeitern aber bereit für bis zu 1.030 Besucher. So viele sind aufgrund der Größe des Bades in der zweiten Corona-Saison zugelassen.

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