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Heimatfreunde: Neue Chronik und frische Ideen

120 Seiten erinnern an Zeiten, als beim Burkauer Verein noch mehr los war als jetzt. Die Mitglieder geben aber nicht auf, sondern arbeiten an ihrer Zukunft.

Bernd Gerstenberg von den Natur- und Heimatfreunden Burkau hat die Ortschronik weiter geschrieben.
Bernd Gerstenberg von den Natur- und Heimatfreunden Burkau hat die Ortschronik weiter geschrieben. © SZ/Uwe Soeder

Burkau. Über ein Jahrzehnt lang war Bernd Gerstenberg Vorsitzender der Natur- und Heimatfreunde Burkau. Ein Verein, der seit der Gründung im Jahr 1954 vieles in der Gemeinde bewegt und organisiert hat. Obwohl Gerstenbergs Rücktritt von dieser Position bereits 20 Jahre zurückliegt, ist er immer noch aktiv am Geschehen beteiligt.

Die Historie interessiert ihn nach wie vor so stark, dass er sich entschloss, eine komplette Chronik über die Vereinsgeschichte zu schreiben. "Ich will einfach, dass es mit dem Verein weitergeht, denn ich habe das mit aufgebaut", sagt er.

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Bereits zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 2004 hatte der mittlerweile verstorbene Horst Gersdorf ein erstes Heft über die Vereinsgeschichte herausgebracht. Die Fortsetzung davon ist allerdings um ein Vielfaches umfangreicher.

Kostenlose Mitgliedschaft für Kinder und Jugendliche

Aktuell - schon seit 2001 - ist Barnabas Kunze der Vereinsvorsitzende. Und der hat es so schwer, wie keiner seiner beiden Vorgänger. "In den letzten 20 Jahren wurde es immer schwieriger, denn wir spüren, wie sicher alle anderen Vereine, einen Umschwung", beklagt er. Damit meint Kunze vor allem, dass sich immer weniger junge Menschen für die Arbeit des Vereins interessieren beziehungsweise Mitglied werden wollen.

"In diesem Prozess stecken wir nach wie vor, wobei wir uns umorientieren. Vor allem gegenüber Kindern und Jugendlichen sind wir jetzt sehr offen und versuchen, dabei auch ein paar Eltern für unseren Verein zu gewinnen", erzählt Kunze. Beispielsweise werden kleine Projekte für Naturfreunde angeboten, unter anderem Müll aus Bächen zu sammeln. So könnte Kindern gezeigt werden, dass man auf die Natur achten soll und jeder einzelne dafür seinen Beitrag leisten könne. Auch könnten Kinder und Jugendliche kostenfrei in den Verein eintreten und ohne Verpflichtungen mitarbeiten.

Barrierefreie Angebote für Ältere

Auch in Bezug auf die immer älter werdende Bevölkerung gibt es ein gewisses Umdenken. Denn damit die Älteren weiterhin die Veranstaltungen der Heimatfreunde - zum Beispiel den Lichtelabend in der Vor-Weihnachtszeit - besuchen können, müssen sie auch dorthin gelangen. "Wir müssen Möglichkeiten suchen, wo die Leute barrierefrei hinkommen. Wenn wir das gewährleisten, kommen die gleichen Menschen wie früher", sagt Barnabas Kunze.

Dass es trotzdem nie mehr so wie früher sein wird, dessen sind sich Gerstenberg und Kunze bewusst. Denn so oft, wie es in den 1990er-Jahren und auch vor der Wende Veranstaltungen gab, werde heute nichts mehr stattfinden. "Ich weiß gar nicht, wo die ganzen Leute immer herkamen", erzählt Gerstenberg, der sich an ein wiederkehrendes Ereignis besonders gern erinnert.

"Meine Frau hat einen Tanzabend ins Leben gerufen – die Weinfeste - und damit die Leute hinterm Ofen hervorgelockt. Am Anfang konnten wir uns vor Gästen nicht retten, am Ende haben wir den Leuten noch hinterhertelefoniert, dass sie überhaupt kommen", sagt er. An all das und noch viel mehr erinnert nun die Vereinschronik, die auf 120 Seiten die Geschichte seit 1954 erzählt.

Das Cover der neuen Chronik der Heimat- und Naturfreunde Burkau zeigt die Burkauer Kirche.
Das Cover der neuen Chronik der Heimat- und Naturfreunde Burkau zeigt die Burkauer Kirche. © SZ/Uwe Soeder

"Drei Jahre habe ich gebraucht, um die Text zu sammeln und die richtigen Bilder zu finden", betont Gerstenberg. Unzählige Stunden saß er vor seinem Computer. "Bei der Bildbearbeitung war ich immer der Anlaufpunkt für sämtliche Fotos für den Ort und die Heimatfreunde - und das mache ich bis zum heutigen Zeitpunkt", fügt er an.

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Denn seit seinem Eintritt in den Verein engagiert sich Bernd Gerstenberg als Chronist. Insgesamt 12.000 Fotos hat er auf seinem Computer gespeichert. Dazu kommen 8.000 Dias. "Es war immer meine Arbeit, neue Fotos in den Bestand hineinzubringen", sagt er. Aus zwei einfachen Gründen: "Das hat Spaß gemacht und war wichtig, um sich heute zu erinnern".

Die Chronik kann beim Vereinsvorsitzenden Barnabas Kunze, Telefon 035953 6774 für zehn Euro erworben werden.

www.heimatfreundeburkau.de

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