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Hier entsteht Burkaus neuer Hort

Auf dem Gelände der ehemaligen Mittelschule soll es künftig Platz für 110 Hortkinder geben. Das sorgt auch für Entlastung an anderer Stelle.

Der Burkauer Bürgermeister Sebastian Hein vor der Fläche, auf der einst die Mittelschule stand. Hier soll ein neuer Hort entstehen.
Der Burkauer Bürgermeister Sebastian Hein vor der Fläche, auf der einst die Mittelschule stand. Hier soll ein neuer Hort entstehen. © SZ/Richard Walde

Burkau. Die Gemeinde Burkau kann sich über mangelnden Zuzug nicht beklagen. Dank der direkten Autobahnanbindung und dem kurzen Weg in die Landeshauptstadt ist sie für viele als Wohnort attraktiv. "Häuser, die leer stehen, werden sofort von Dresdenern gekauft und sind damit schnell wieder bewohnt", erzählt Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) im Gespräch mit Sächsische.de. Da es sich bei den Zuzüglern oft um junge Familien mit Kindern handelt, bestehe in Burkau immer mehr Bedarf an Krippen-, Kindergarten- und Hortplätzen.

Aus diesem Grund entschied sich die Gemeinde schon vor einer Weile, auf dem Gelände der ehemaligen Mittelschule ein neues Gebäude für den Hort zu errichten. Erste Gelder dafür sind im aktuellen Haushaltsplan eingeplant, und ein Förderantrag soll bald gestellt werden. "Da es ja die Möglichkeit der 90-prozentigen Förderung im Rahmen der Strukturstärkung gibt, hoffen wir darauf, dass wir die Mittel bekommen und das Vorhaben damit finanzierbar ist", sagt Hein.

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Übergangslösung dauert schon zehn Jahre

Dass zusätzlicher Platz für Kinder in Burkau dringend notwendig ist, bestätigt die Leiterin der Kita "Kükenhaus", wozu auch der Hort gehört. Dieser platzt so langsam aus allen Nähten. "Der Hort ist ja seit ungefähr zehn Jahren im Rahmen einer Übergangslösung in der Grundschule untergebracht", sagt Nicole Peters. "Wir nutzen ein ehemaliges Musikzimmer als Hortzimmer und auch zwei Klassenräume", fügt sie an. Doch in Zukunft möchte man nach einem langen Tag nicht immer alles wieder so herrichten müssen, dass am nächsten Morgen am selben Ort wieder Schulunterricht stattfinden kann.

"Außerdem wollen die Kinder nach der Schule natürlich mal raus und nicht den ganzen Tag im gleichen Gebäude beziehungsweise sogar im gleichen Zimmer sein. Genau das können wir ihnen bald in völlig neuen Räumen bieten", betont Nicole Peters. Auch ein weiteres Problem würde wegfallen. "Aktuell fahren die Kinder aus Uhyst nach der Schule mit dem Bus dorthin in den Hort. Wenn das neue Gebäude hier steht, können sie den ganzen Tag in Burkau bleiben und am Abend von den Eltern abgeholt werden", sagt Peters.

Hort-Neubau bekommt eine richtige Küche

Eigentlich sollte der Rohbau des neuen Gebäudes bereits im kommenden Jahr stehen, doch das werde sich verschieben. "Baubeginn ist Ende 2022 beziehungsweise Anfang 2023, wenn die Fördermittel zur Verfügung gestellt werden", sagt der Bürgermeister. Doch die ersten Vorplanungen und Grundrisse seien bereits auf dem Papier und mit der Arbeiterwohlfahrt Bautzen als Betreiber des Hortes abgestimmt.

"Das wird ein Doppelgeschosser mit allen Anforderungen, die an einen Hort gebunden sind. Mit verschiedenen Themenräumen, also beispielsweise Bauraum, Medien- und Hausaufgabenraum, einfachem Aufenthaltsraum, Ruheraum und Theaterzimmer", erzählt Hein.

Aussehen soll das Gebäude wie ein "L" mit einem großen Bereich zum Mittagessen. Obwohl ein ortsansässiger Fleischer auch in Zukunft in seinen eigenen Räumen für die Kinder kochen soll, wolle man vorsorgen. So wird aus der ursprünglich geplanten reinen Ausgabeküche, wie sie im ersten Entwurf enthalten war, nun doch eine Kochküche. "Wir wollen es uns offenhalten, direkt vor Ort frisch kochen zu lassen", sagt der Bürgermeister.

In Uhyst wird es keine Hortplätze mehr geben

"Sollte der Fleischer aus irgendwelchen Gründen einmal damit aufhören, brauchen wir eine Möglichkeit, auf die sich andere Anbieter bewerben können", fügt er an. Immerhin 300 bis 400 Essen seien täglich notwendig, um Kindergarten-, Schul- und Hortkinder sowie einige weitere Abnehmer verköstigen zu können.

Durch den neu entstehenden Hort in Burkau werden die 23 Hortplätze in Uhyst dann nicht mehr gebraucht. Sie sollen in 15 bis 20 Krippenplätze umgewandelt werden. Das sei auch dringend notwendig, wenn man den laufenden Zuzug an Familien mit Kindern beobachte.

"Ich habe da eine Pflicht, denn Eltern haben einen Rechtsanspruch auf einen Krippen- beziehungsweise Kindergartenplatz", betont der Bürgermeister. Dem werde die Gemeinde aber auch in den zwei bis drei Jahren, die es noch dauert, bis das neue Gebäude steht, gerecht, versichert Hein.

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