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Burkau: Neue Wohnungen im alten Gasthof

Wolfram Wittig hat den gesamten Vierseitenhof im Ortskern von Burkau gekauft und plant nun dessen Zukunft. Er hat Großes vor - bauen sollen aber andere.

Wolfram Wittig hat den Mittelgasthof in Burkau erworben und will ihn zu einem Wohnhof für Familien machen.
Wolfram Wittig hat den Mittelgasthof in Burkau erworben und will ihn zu einem Wohnhof für Familien machen. © Steffen Unger

Burkau. Rund zwölf Jahre nach der letzten Party im Mittelgasthof Burkau steht nun fest, wie es mit dem 4.000 Quadratmeter großen Grundstück weitergehen soll. "Im Ganzen werden daraus sechs Häuser und acht bis neun Wohnungen, inklusive eines Neubaus", erzählt Wolfram Wittig, der den Gebäudekomplex vom ehemaligen Gasthof-Inhaber Ralf Schuster erworben hat. "Nachdem ich mir das zwei Jahre lang überlegt habe, habe ich zugeschlagen", freut sich Wittig.

Mittlerweile habe er beim Entrümpeln schon 20 Container gefüllt. Denn einzelne Gebäude waren gut gefüllt mit Unrat oder auch brauchbaren Dingen. "In der alten Scheune lagen alte Wartburgteile bis unters Dach, die sich der Besitzer aber jetzt endlich abgeholt hat", berichtet er. Nun ist es bald so weit, dass Wittig für Gasthaus, Tanzsaal, Stallhaus, Remise, Scheune und ein noch leeres Grundstück neue Eigentümer sucht.

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Erfahrung, Wissen und ein super Team. Bis zum heutigen Erfolg war es eine lange, lehrreiche Reise, die sich nun in verschiedenen Abteilungen widerspiegelt und seinen Kunden Einrichtungs- und Wohnträume verwirklicht.

Doch auf mögliche neue Besitzer kommt einiges zu, denn bewohnt werden können die einzelnen Gebäudeteile noch lange nicht. "Ich will die unsanierten Objekte mit Baugenehmigung und vorbereiteter Medienerschließung - also Gas-, Strom- und Wasseranschluss im Hof - verkaufen. Bauen soll dann jeder selber", betont Wittig. Enthalten seien in jedem Fall vorgeplante Räume, die dann auch genauso umgesetzt werden können.

Der Mittelgasthof in Burkau ist seit einiger Zeit ungenutzt.
Der Mittelgasthof in Burkau ist seit einiger Zeit ungenutzt. © Steffen Unger

Deshalb ist Wolfram Wittig, sobald in wenigen Wochen alle Fragen zu Baurecht und Denkmalschutz mit dem Landratsamt geklärt sind, auf der Suche nach bestenfalls einer Gruppe von Familien. "Es gibt viele, die zusammen so etwas machen wollen. Für die wäre es optimal. Aber es gibt auch die Möglichkeit, dass es jemand im Ganzen nimmt", betont Wittig. Die Lage Burkaus direkt an der A 4 soll ihm beim Weiterverkauf unterstützen.

"Bei der alten Scheune wird die Herausforderung, dass man so viel wie möglich von dem alten Holz wiederverwendet, damit das Flair nicht verloren geht", sagt er. Doch muss quasi ein kompletter Neubau innerhalb der bestehenden Außenhülle vorgenommen werden. Eines sei dabei wichtig zu betonen: "Es ist zwar erstmal teurer als ein Neubau, aber durch Steuerabschreibungen wird es wieder billiger", berichtet Wittig.

Denn alle Gebäude stehen unter Denkmalschutz, womit ein Teil der Sanierungskosten zurückgeholt werden könne. Und dazu können weitere Förderungen gesichert werden, bei dessen Anträgen Wittig den neuen Bewohner zur Seite steht. "Ich bin optimistisch, dass, wenn wir im nächsten Monat mit Werbung anfangen, nach und nach Interessenten zusammenkommen", sagt er. Denn er biete hier alles andere als Wohnen auf engem Raum.

Ein Modell zeigt, wie der ehemalige Mittelgasthof schon bald als Wohnobjekt aussehen soll.
Ein Modell zeigt, wie der ehemalige Mittelgasthof schon bald als Wohnobjekt aussehen soll. © Steffen Unger

"Große Investoren würden hier 30 Wohnungen reinpflastern, um möglichst hohen Gewinn zu machen. Genau das will ich nicht, sondern hier soll man schön zusammenwohnen können", sagt Wittig. Mitten im Ort in einem historischen Umfeld - denn gleich nebenan befinden sich die Schule und schon bald das neue Hortgebäude.

Und genau deshalb gab es vor Kurzem ein Gespräch mit dem Burkauer Bürgermeister, denn Wittig hat sein Grundstück eingezäunt, um Durchgangsverkehr zu verhindern. 300 Autos hatte er an einem Tag gezählt, denn jahrzehntelang konnte jeder durch das Grundstück fahren. "Als das noch eine Kneipe war, war der Wirt natürlich froh über die Autos, denn die Leute haben oft angehalten", sagt er. Doch damit sei jetzt Schluss.

"Der Bürgermeister kam zu mir und sagte, dass auch die Kinder nicht mehr auf schnellstem Wege von der Bushaltestelle in die Schule kommen", erzählt Wittig. Denn der schnellste und auch gewohnte Weg führe am Mittelgasthof vorbei. Aus diesem Grund hat sich der neue Besitzer dafür entschieden, zumindest den Durchgang ohne Weiteres zu ermöglichen.

Das kann auch in Zukunft so bleiben oder sogar noch besser werden. "Es gäbe die Möglichkeit, dass man einen kleinen Fußweg entlang des Grundstücks baut, den alle Menschen nutzen können. Aber das besprechen wir dann mit den künftigen Eigentümern", sagt Wittig.

In den Räumen ist für die künftigen Besitzer viel zu tun.
In den Räumen ist für die künftigen Besitzer viel zu tun. © Steffen Unger

Wer sich Teile des Vierseitenhofs sichern möchte, braucht mindestens 30.000 Euro. Denn so viel kostet die alte Scheune, in der eine zweigeschossige und 183 Quadratmeter große Wohnung entstehen soll. Mehr als doppelt so teuer sind das an die Scheune angrenzende Stallhaus und das noch unbebaute Grundstück am nordöstlichen Rand des Hofes.

Dafür werden jeweils 70.000 Euro fällig. Das ehemalige Restaurant und der früher gut besuchte Tanzsaal sollen jeweils 140.000 Euro kosten. Hier werden aber dafür jeweils über 350 Quadratmeter Wohnfläche und noch viel mehr Freifläche geboten.

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Die tatsächlichen Gesamtkosten werden aber deutlich über diesen Beträgen liegen, wie Wolfram Wittig berechnet hat. Rund 1,2 Millionen Euro seien das beispielsweise für den Tanzsaal inklusive aller Umbaukosten. Zieht man die Steuerabschreibungen aufgrund des Denkmalschutzes ab, bleibe zwar eine Million übrig, aber für diese Summe würde man keinen kompletten Neubau mit so einer großen Wohnfläche nebst Grundstück bekommen.

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