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Großharthau: Hier finden Schmerzpatienten Hilfe

Ergotherapeutin Isabel Klektau verbindet in ihrer neuen Praxis Schulmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin. Warum sie diesen Weg geht.

Die gebürtige Burkauerin Isabel Klektau hat im Juni ihre neue Praxis in Großharthau eröffnet. Hier wendet die Ergotherapeutin unter anderem die Traditionelle Chinesische Medizin an.
Die gebürtige Burkauerin Isabel Klektau hat im Juni ihre neue Praxis in Großharthau eröffnet. Hier wendet die Ergotherapeutin unter anderem die Traditionelle Chinesische Medizin an. © SZ/Uwe Soeder

Großharthau. Isabel Klektau, gebürtig aus Burkau und lange als Ergotherapeutin in Dresden aktiv, ist vor Kurzem wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt - und hat an der Dresdener Straße in Großharthau jetzt eine Praxis eröffnet. Hier will sie moderne Schulmedizin und Traditionelle Chinesische Medizin miteinander verbinden. Das sei eine gute Möglichkeit, um vor allem Schmerzpatienten und Menschen mit chronischen Erkrankungen zu helfen, ihre schwerwiegenden Symptome loszuwerden.

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"Ich kam irgendwann zu dem Punkt, an dem ich gemerkt habe: Es gibt Patienten, bei denen man nicht weiterkommt. Da habe ich nach etwas gesucht, wie man anders an die Sache herangehen kann", sagt Klektau im Gespräch mit Sächsische.de. Durch einen Schnupperkurs in Dresden sei sie auf die Traditionelle Chinesische Medizin gestoßen und sofort begeistert gewesen.

Es folgte eine zweieinhalbjährige Ausbildung bei einem ehemaligen Olympiaarzt aus China - Dr. Weizhong Sun - in Königs Wusterhausen bei Berlin. „Von diesem Arzt habe ich sehr viel über die Chinesische Medizin gelernt. Das habe ich sofort in die Behandlung mit reingenommen, denn der Arzt hat mir seine Handschrift mitgegeben, Schul- und Chinesische Medizin miteinander zu verbinden", sagt Klektau.

Andere Herangehensweise als in der Schulmedizin

Nachdem sie ihre Diplomprüfung absolviert hat, darf Isabel Klektau nun die sogenannte Tuina-Therapie anbieten. "Die geht an die Akupunkturpunkte ran. An den Stellen, wo normalerweise Nadeln gesetzt werden, kommt dabei ein gezieltes Drücken zum Einsatz, was diese Punkte stimuliert", erzählt sie. Damit würden Störungen im Energiefluss durch den Körper beseitigt. Anwendbar sei diese Therapie bei nahezu jedem - auch bei den Kleinsten. "Bei Kindern und Säuglingen sind es eher kleine Streichungen", sagt Klektau.

Und sie erklärt, wie sich die Herangehensweise zwischen klassischer Schul- und Traditioneller Chinesischer Medizin (TCM) unterscheidet: "Normalerweise behandelt man die Symptome, die TCM sucht nach der Ursache. Wenn man die gefunden hat, sind die Erfolgschancen groß. Aber nur, wenn der Patient mitarbeitet", sagt die Ergotherapeutin. Das bedeutet, dass sich jeder Mensch erst einmal darauf einlassen müsse, bevor es Verbesserungen geben könne. "Was ich persönlich oftmals am schwersten finde, ist es, die Patienten zum Umdenken zu bringen. Wenn sie das einmal geschafft haben, sind sie glücklich und spüren die Erfolge."

Behandlungsplan wird mit dem Patienten erstellt

Sie erinnert sich an einen Patienten, den der einfache Gedankenanstoß schon weitergebracht habe. "Ich hatte mal einen Manager, der am ganzen Körper Schmerzen hatte. Dem musste man mal sagen, dass er einfach herunterfahren und sich um sich selbst kümmern soll, damit es ihm besser geht."

Jeder, der vom Arzt eine Ergotherapie verschrieben bekommt, könne bei ihr einen Einblick in die besondere Behandlungsform bekommen, sagt Isabel Klektau. Denn sie dürfe dabei auch ihre Kenntnisse im Bereich der Traditionellen Chinesischen Medizin anwenden. "Wir bekommen vom Arzt einen Zeitraum und eine Diagnose gesagt. Mit dem Patienten zusammen erstellen wir dann einen Behandlungsplan und vereinbaren ein Ziel", sagt Klektau. Denn sie bekomme keine festgeschriebenen Anweisungen, was in dem verordneten Zeitraum zu tun sei. "Hauptsache, es geht dem Patienten danach besser. Dann geht es mir auch besser", betont sie.

Ab September bietet die Praxis auch Kurse an

Um erstmal in Großharthau anzukommen, arbeitet sie aktuell noch alleine. Im September kommt eine ihrer Schülerinnen dazu, denn Isabel Klektau unterrichtet nebenher an einer Berufsschule in Großröhrsdorf und bildet Ergotherapeuten aus. „Da habe ich die Möglichkeit, mein Wissen weiterzugeben“, sagt sie.

Ab September sollen auch Kurse in ihrer Praxis angeboten werden, beispielsweise Yoga und Pilates. "Da habe ich schon die ersten Lehrer, die da Kurse machen wollen", sagt Isabel Klektau. Das Praxisteam werde dann ab Oktober durch eine weitere Kollegin komplettiert.

Obwohl es in der Region viele Ergotherapeuten gibt, sieht sich Klektau nicht als Konkurrentin. "Es gibt so viel Arbeit für uns, und jeder kann etwas Anderes besonders gut", sagt sie. Deshalb möchte auch sie auf ihre Stärken schauen und Patienten eben vor allem mit Traditioneller Chinesischer Medizin weiterhelfen. Aber auch andere Dienstleistungen der Ergotherapie wie Handtherapie oder Behandlungen von neurologisch erkrankten Menschen biete sie an. "Es ist auf jeden Fall noch Platz für neue Patienten", sagt Klektau.

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