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Jetzt kommt Großharthaus alte Brücke weg

Nachdem das neue Bauwerk über die Bahnstrecke fertiggestellt ist, wird am Wochenende das alte abgerissen. Das hat Auswirkungen auf den Zugverkehr.

Die Straßenanschlüsse an die alte Brücke über die Bahngleise in Großharthau sind schon beseitigt; am Wochenende wird das Bauwerk abgerissen.
Die Straßenanschlüsse an die alte Brücke über die Bahngleise in Großharthau sind schon beseitigt; am Wochenende wird das Bauwerk abgerissen. © SZ/Uwe Soeder

Großharthau. In der Gemeinde Großharthau und den einzelnen Ortsteilen gibt es aktuell jede Menge zu tun. Während in Seeligstadt schon seit einer Weile gebaut wird und der Kanal- und Straßenbau noch bis Ende des Jahres für eine Vollsperrung der Seeligstädter Hauptstraße sorgen wird, kommen nun weitere Baustellen hinzu.

Einerseits sorgt die Verlegung von Breitband-Kabeln für Einschränkungen, denn hierfür ist bis Ende April die Straße der Einheit einseitig gesperrt. Andererseits wird am bervorstehenden Wochenende die alte Brücke über die Bahngleise der Strecke zwischen Dresden und Görlitz beziehungsweise Zittau abgerissen.

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Bahnlinie wird voll gesperrt

"Der Abbruch des Brückenüberbaus ist technologisch nur während einer Totalsperrung der darunter liegenden Gleise möglich. Der Zugverkehr muss deshalb während dieser Zeit unterbrochen werden", erklärt Jörg Bönisch, Pressesprecher der Deutschen Bahn, gegenüber Sächsische.de. Anders sei es nicht möglich, die alte Brücke zu entfernen.

Von Freitagmittag bis Montagfrüh sei deshalb ein Schienenersatzverkehr im Einsatz, der die Fahrgäste von Arnsdorf nach Bischofswerda bringt. Solche Arbeiten werden meistens auf ein Wochenende gelegt, um Einschränkungen im Berufsverkehr zu vermeiden. Dennoch werden viele Reisende in einen Bus umsteigen müssen, um die Lücke in Großharthau zu überwinden.

Die Vorbereitungen für den Abriss an der alten Brücke in Großharthau laufen. Am Wochenende soll es losgehen.
Die Vorbereitungen für den Abriss an der alten Brücke in Großharthau laufen. Am Wochenende soll es losgehen. © SZ/Richard Walde

"Berücksichtigen Sie bitte die längeren Fahrzeiten des Schienenersatzverkehrs und nutzen Sie gegebenenfalls frühere Verbindungen, um Anschlusszüge zu erreichen", heißt es auf der Internetseite der Länderbahn, die auf der Strecke als einziges Unternehmen mit Personenverkehr im Einsatz ist.

Ungefähr eine Viertelstunde sind die Fahrgäste planmäßig länger unterwegs, während an der Brücke gebaut wird. Angefahren werden durch den Schienenersatzverkehr die Ersatzverkehr-Haltestellen an den Bahnhöfen Arnsdorf, Großharthau, Weickersdorf und Bischofswerda. Bei schnellen Verbindungen geht es mit dem Bus von Arnsdorf direkt nach Schiebock, wo der Anschlusszug auf die Fahrgäste wartet.

Dass die Arbeiten knapp drei Tage dauern, sei gut begründet. Am Freitag werden die Gleise erstmal mit Abdeckungen gesichert, damit sie von möglichen herunterfallenden Teilen nicht beschädigt werden können. Am Wochenende geht es dann an den Abbruch der alten Brücke. Insgesamt drei Bagger mit Abbruchschere und Abbruchhammer sollen laut Deutscher Bahn im Einsatz sein.

Dort, wo früher der Verkehr hinübergerollt ist, versperren noch Betonblöcke den Weg. Bald sind auch die nicht mehr notwendig, denn die alte Brücke wird abgerissen.
Dort, wo früher der Verkehr hinübergerollt ist, versperren noch Betonblöcke den Weg. Bald sind auch die nicht mehr notwendig, denn die alte Brücke wird abgerissen. © SZ/Richard Walde

Ab Sonntagmittag geht es dann ans Aufräumen der Betonreste. Sollten die Gleise alles wie geplant ohne Beschädigungen überstanden haben, können sie wieder freigegeben werden, und der erste Zug am Montagmorgen fährt wieder planmäßig von Dresden bis nach Görlitz durch.

Die alte Brücke in Großharthau war baufällig. Deshalb wurde sie durch einen Neubau ersetzt. Dieser ist zudem größer, denn mit den bisherigen Maßen wäre eine mögliche Elektrifizierung der Strecke Dresden - Görlitz nicht machbar. „Mit dem Bau der Brücke verbindet die Gemeinde die Hoffnung, dass eine S-Bahn oder S-Bahn-ähnliche Lösung gefunden wird“, sagt der Großharthauer Bürgermeister Jens Krauße (SPD).

Bürgermeister fordert günstigere Zugtickets

Ganz beendet wird die Baustelle am kommenden Montag aber noch nicht sein. "Um das Sicherheitsgefühl der Fußgänger zu erhöhen, soll hier im Herbst die Böschung noch bepflanzt werden", fügt Krauße an. Denn aktuell wirke sie sehr steil.

Im gleichen Atemzug möchte Jens Krauße noch etwas loswerden. "Dem Bürger ist es nicht zu vermitteln, dass durch künstlich geschaffene Grenzen der Fahrpreis unangemessen hoch ist, wenn man von Großharthau nach Dresden fahren möchte", sagt er. Denn zwischen Großharthau und dem nächsten Bahnhof in Arnsdorf gilt ein Übergangstarif. Das heißt, dass weder der Verkehrsverbund Ober­lau­sitz-Niederschlesien noch der Verkehrsverbund Oberelbe für den Abschnitt zuständig sind.

Die 33-minütige Zugfahrt in die Landeshauptstadt kostet von Großharthau aus aktuell 9,70 Euro pro Richtung. Wer am selben Tag mehrfach hin und her möchte, zahlt für das sogenannte Katzensprungticket 11,90 Euro. Vom fünf Zugminuten entfernten Arnsdorf nach Dresden betragen die Kosten für eine Einzelfahrt aktuell 4,50 Euro.

© SZ Grafik

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