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Zum Neukircher Ortsjubiläum gibt's besonderen Zwiebackbrand

Schon seit ein paar Jahren brennt Steffen Lindner aus Neukircher Zwieback Schnaps. Zur 800-Jahr-Feier der Gemeinde hat er den jetzt noch verfeinert.

Von Bettina Spiekert
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800 Flaschen wird es vom extra aufgelegten Zwieback-Schnaps des Neukircher Brennmeisters Steffen Lindner anlässlich der 800-Jahr-Feier des Ortes geben.
800 Flaschen wird es vom extra aufgelegten Zwieback-Schnaps des Neukircher Brennmeisters Steffen Lindner anlässlich der 800-Jahr-Feier des Ortes geben. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch/Lausitz. 15 Päckchen Zwieback à 100 Gramm braucht Steffen Lindner für eine 0,2 Liter-Flasche seines Schnapses aus Zwieback. Die Idee dafür wurde vor sechs Jahren bei einem Neujahrsempfang geboren und alsbald in Zusammenarbeit mit der Neukircher Zwieback GmbH umgesetzt.

Inzwischen gehört das hochprozentige Getränk zum Repertoire des landwirtschaftlichen Brennmeisters im Nebenerwerb. Zur 800-Jahr-Feier von Neukirch wurde der Schnaps noch einmal verfeinert und anlässlich des Jubiläums in exakt 800 Flaschen abgefüllt, die durchnummeriert und damit jeweils Unikate sind.

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Das Etikett jeder Flasche wurde teilweise von Hand beschriftet und durchnummeriert.
Das Etikett jeder Flasche wurde teilweise von Hand beschriftet und durchnummeriert. © SZ/Uwe Soeder

Bereits im Januar hat Lindner die ersten Vorbereitungen getroffen. Denn nichts ist in diesem Gewerbe so wichtig wie Zeit. Destilliert wurde der hochprozentige Tropfen schon im Winter. Seitdem lagerte er im kühlen, dunklen Keller der Brennerei. „Je länger der gute Tropfen reift, umso milder wird der Geschmack“, sagt Lindner.

Für seine Jubiläumsspirituose hat er bei dem Neukircher Traditionsunternehmen extra eine stärkere Röstung für das schmackhafte Gebäck bestellt. Diese Röstaromen werden geübte Zungen durchaus schmecken können. Daher fällt die Spezialedition zur 800-Jahr-Feier auch etwas dunkler aus als die „normale“ Ausführung.

Weiches Wasser für die Herstellung nötig

Die ersten 150 Flaschen sind bereits abgefüllt und fein säuberlich beschriftet, von Hand versteht sich. Für die nächsten Flaschen muss der Neukircher Brennmeister jedoch erst einmal das Wasser auf jene Härte einstellen, wie sie für Hochprozentiges nötig ist: Sie sollte im Idealfall zwischen 0 und 4 Grad deutscher Härte liegen, also sehr weich sein. Je mehr Mineralien sich im Wasser befinden, umso trüber werde das Endprodukt, erklärt Lindner. „Leider ist unser Leitungswasser in den letzten Jahren immer härter geworden“, sagt er.

Wasser ist schon ganz zum Beginn der Herstellung für die Maische wichtig. Und auch zum Ende des Prozesses braucht es wieder Wasser. Denn das Destillat hat anfangs einen Alkoholgehalt von etwa 70 Prozent. Damit ist die Spirituose allerdings noch nicht trinkbar, daher kommt sie für ein halbes Jahr in den Gärkeller. Erst dann wird das Destillat mit Wasser verdünnt. Wie viel hinzukommt, entscheidet ein Team und auch die Erfahrung, sagt der Brennmeister.

Erfahrung ist auch für den Brennvorgang wichtig, noch wichtiger sind für Steffen Lindner jedoch seine Notizen und sein Brennbuch, in dem er etwa auch die Umgebungstemperatur festhält. „Wenn wir wie am Sonntag, Temperaturen von 38 Grad Celsius haben, dann hat das natürlich auch Auswirkungen auf die frisch angesetzte Maische“, erklärt er.

Die Renner sind Erdbeergeist und Bockbierbrand

Inzwischen hat Steffen Lindner, der seine Brötchen als Fliesenlegermeister verdient, schon etwa 70 verschiedene Spirituosen gebrannt, 30 seien ständig im Angebot. Neben den klassischen Obstbränden haben auch schon verschiedene Bierbrände, Weinbrand und Whisky sein Haus verlassen. Als Renner bezeichnet Lindner seinen Erdbeergeist, der vor allem wegen seiner filigranen Aromen von Kennern geschätzt werde, sowie den Bockbierbrand, der mit Bockbier aus Rechenberg-Bienenmühle hergestellt wird.

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Die Jubiläumsspirituose aus Zwieback gibt es in Neukirch bei Brennmeister Steffen Lindner, der Neukircher Zwieback GmbH sowie bei Betten-Hartmann und in den beiden Apotheken. Als optimale Trinktemperatur empfiehlt Steffen Lindner übrigens 18 Grad Celsius, „und vorher sollte der Tropfen mindestens zehn Minuten Zeit zum Atmen bekommen“, gibt er einen zweiten Tipp.

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