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Ein Vorgeschmack für große Stadtfeste

Die kleine Alternative der Schiebocker Tage bringt gute Laune ins Stadtzentrum von Bischofswerda und lässt von großen Veranstaltungen träumen.

Mit dem Schiebock eine Runde entlang der Bischofswerdaer Kirchstraße laufen - das war am Sonnabend eines der Highlights von "Schiebock macht auf".
Mit dem Schiebock eine Runde entlang der Bischofswerdaer Kirchstraße laufen - das war am Sonnabend eines der Highlights von "Schiebock macht auf". © RocciPix/Rocci Klein

Bischofswerda. Ein kleines Stadtfest, das in Wirklichkeit gar keines ist, füllte am Sonnabend den Bischofswerdaer Altmarkt mit zahlreichen gut gelaunten Menschen. Die Gastronomen der Stadt hatten sich unter dem Motto "Bischofswerda macht auf" zusammengetan, um gemeinsam ihre Biergärten zu öffnen - und das wurde von den Einheimischen sehr gut angenommen.

"Ich finde es super, dass die Schiebocker endlich mal rauskommen. Das hat der Stadt und den Menschen wirklich gefehlt", sagt Tobias Beschow im Gespräch mit Sächsische.de. Der Inhaber des Geschäftes Delicat, der vor kurzem eine immer weiter aussterbende Innenstadt kritisiert hatte, konnte einige Gäste in seinen Laden am Rande des Altmarktes locken.

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Währenddessen fand am Nachmittag direkt davor eine kleine Modenschau statt, die von klatschenden Gästen auf Gartenstühlen begleitet wurde. Dass sich nicht nur die Bischofswerdaer selbst nach solchen kleinen Festlichkeiten sehnen, bezeugt alleine ein Blick auf die Nummernschilder der Autos, die nahe der für den Verkehr gesperrten Innenstadt geparkt haben.

Besucher aus ganz Sachsen

Zahlreiche Gäste aus Pirna, Dippoldiswalde, Kamenz und sogar aus Zittau oder der Landeshauptstadt haben den Weg nach Schiebock gefunden. "Seit langem ist das mal wieder zumindest etwas", sagt beispielsweise ein junger Student, der extra aus Dresden angereist sei, um mal wieder ein Bier in geselliger Runde mit Livemusik zu trinken.

"Ich bin froh, was wir als Gemeinschaft hier veranstalten", betont Bischofswerdas Oberbürgermeister Holm Große (Freie Wähler), der sich gemeinsam mit seiner Familie die zahlreichen offenen Geschäfte und Biergärten nicht entgehen lassen wollte. Die Stadtverwaltung habe extra eine Sicherheitsfirma engagiert, die im Fall der Fälle hätte eingreifen können. Doch bis zum offiziellen Zapfenstreich um 23 Uhr waren sie nicht gefordert.

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Lob für die Gastronomen und Gäste kommt auch von der Aktionsgemeinschaft Schiebocker Tage 2.0, die in diesem Jahr nur am Rande und nicht als großer Organisator mitgewirkt habe. "Natürlich fehlt uns das richtige Stadtfest mit allen drum und dran. Wir wollten aber als AG dafür sorgen, dass die ganze Sache nicht einschläft", sagt Heiko Winter.

Die Musiker von Retroskope veranstalteten eines von vielen kleinen Konzerten in der Innenstadt von Bischofswerda. Bei den Besuchern kam die Livemusik sehr gut an.
Die Musiker von Retroskope veranstalteten eines von vielen kleinen Konzerten in der Innenstadt von Bischofswerda. Bei den Besuchern kam die Livemusik sehr gut an. © SZ/Richard Walde

Nächstes Jahr wieder in groß

Er hat auf der Kirchstraße einen kleinen Parkour für Schieböcke aufgebaut, wo sich die Besucher ausprobieren konnten. "Vielleicht wären die normalen Schiebocker Tage in zwei oder drei Wochen wieder möglich, aber darauf freuen wir uns dann im nächsten Jahr", fügt er an. Dann auch wieder mit richtigem Schiebock-Rennen. Denn es brauche zumindest um die zwei Monate Vorlaufzeit für Planungen, damit alleine eine Aktion wie "Bischofswerda macht auf" über die Bühne gehen könne.

Viel geplant hatte auch die Chefin der Sonnenapotheke, Cordula Grüber. Sie richtete im Rathaussaal ein kleines Testzentrum ein, damit die Besucher der Gastgärten dort auch den erforderlichen Nachweis mitführen konnten. "Am Anfang kamen ganz viele Leute auf einmal. Insgesamt haben wir ungefähr 110 Tests durchgeführt", sagt sie. Positiv war, im Gegensatz zur Stimmung auf dem Altmarkt und den anliegenden Straßen, kein einziger davon. Das sei auch gut so. "Es haben sich viele Menschen damit durchaus sicherer gefühlt", betont Grüber.

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