merken
PLUS Bischofswerda

Das plant der Eastclub nach der Corona-Pause

Heiko Düring musste seinen Eastclub in Bischofswerda lange Zeit schließen. Jetzt legt er wieder los und hat dafür ein besonderes Konzept entwickelt.

Heiko Düring betreibt in Bischofswerda den Eastclub. Für Open-Air-Veranstaltungen hat er jetzt eine neue Bühne besorgt.
Heiko Düring betreibt in Bischofswerda den Eastclub. Für Open-Air-Veranstaltungen hat er jetzt eine neue Bühne besorgt. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Lange mussten Klubs wie der East in Bischofswerda wegen Corona geschlossen bleiben. Keine Konzerte und keine Partys – Doch Klubchef Heiko Düring betont: „Wir haben während Corona dennoch den Kontakt zu den Menschen gehalten, haben das Autokino in Bischofswerda oder digitale Veranstaltungen organisiert.“

Seit vergangenem Sonntag kommen im East aber auch wieder Leute analog zusammen. Mit dem aus der Heute-Show beim ZDF bekannten Comedian Olaf Schubert hatte Düring gleich einen großen Namen nach Bischofswerda holen können - und das nicht zum ersten Mal. Zuletzt war Schubert vor Corona im Januar 2020 in Bischofswerda.

StadtApotheken Dresden
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da
Die StadtApotheken Dresden sind für Sie da

Die StadtApotheken Dresden unterstützen Sie bei einer gesunden Lebensweise und stehen Ihnen sowohl mit präventiven als auch mit therapeutischen Maßnahmen, Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten zur Seite.

„Olaf und ich kennen uns seit vielen Jahren. Als Dresdner kennt er auch die Oberlausitz sehr gut und ist für mich ein Botschafter der Region“, sagt der Organisator. „Der Auftritt am Sonntag war wieder eine Mordsgaudi. Olaf weiß, wie das Geschäft läuft, wie er das Publikum unterhalten kann. Er schafft beim Publikum so viel Vertrauen, er hätte an dem Abend sicherlich auch Versicherungen verkaufen können.“

16 Konzerte und Lesungen bis Jahresende geplant

Rund 200 Gäste waren zu der Open-Air-Veranstaltung gekommen, 500 wären möglich gewesen. „Dennoch sind wir mit der Teilnehmerzahl zufrieden“, sagt Düring. Die Menschen sind noch immer verunsichert, ist er überzeugt. „Sie merken erst nach und nach, dass die Kultur wieder aufwacht und dass sie zu Veranstaltungen dürfen. Sie brauchen jetzt wieder den Kontakt zu anderen Menschen.“

Auch Olaf Schubert habe das so vermittelt. „Er sagte zum Beispiel, dass der direkte Kontakt zu Menschen wichtiger sei als Social Media. Dass kürzlich Plattformen wie Facebook und Instagram für mehrere Stunden ausfielen, passt ins Bild. Als hätte Olaf Schubert hellseherische Fähigkeiten“, sagt Düring und muss schmunzeln.

Bis Ende des Jahres soll es 16 weitere Lesungen und Konzerte im Eastclub geben. „Es ist ein buntes Programm. Ich hoffe, dass wir ein breites Publikum finden“, sagt der Klubchef. Unter anderem werden am 16. November die Starfuckers nach Bischofswerda kommen. „Sie sind meiner Meinung nach die beste Rolling-Stones-Coverband. Und die Stones stehen für durchdachte Musik. Das wird ein Highlight“, sagt Düring.

Veranstaltungen finden drinnen und draußen statt

Am 30. Oktober wird es auch wieder eine Halloweenparty geben. Aus den Corona-Regeln für die Kultur will Düring dabei das Beste machen und nennt ein Beispiel: „Mit dem Mundschutz kann man sich so vielfältig verkleiden. Das wird der Wahnsinn.“ Wenn die Inzidenz im Landkreis Bautzen über zehn liegt, muss bei Kulturveranstaltungen in geschlossenen Räumen eine Maske getragen werden. Unter freiem Himmel gilt diese Regel nur, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Für den Eastclub-Betreiber sind diese Auflagen kein Problem. Auch die Kontakterfassung und die 3G-Regel, die bei einer Inzidenz über 35 greift und besagt, dass nur getestete, genesene und geimpfte Personen die Veranstaltung besuchen dürfen, seien möglich umzusetzen. „Wir sind froh, dass wir überhaupt wieder öffnen dürfen.“

Und damit möglichst viele Menschen wieder gemeinsam Konzerte, Lesungen oder Partys erleben können, hat sich der Eastclub-Besitzer ein besonderes Konzept ausgedacht. Er plant einen Mix aus Open-Air-Veranstaltungen und Veranstaltungen im Innenraum. „Ich kann mir Open-Air-Konzerte auch sehr gut im Winter vorstellen. Dann zieht man sich eine Jacke mehr an“, sagt Düring. „Außerdem greift im Freien die 3G-Regel nicht, und wir können mehr Personen zulassen“, erklärt er.

Gesundheitsamt ermutigte Eastclub zu Mixkonzept

Dafür wurde sogar eine neue Bühne für den Außenbereich angeschafft. Gefördert wurde sie durch das Programm „Neustart Kultur“ von der Bundesregierung. Bei diesem Rettungsprogramm stehen vor allen Kultureinrichtungen, die überwiegend privat finanziert werden, im Fokus – also auch Klubs wie der East.

Sie sollen durch das Geld wieder Programme aufnehmen und die Künstlern bezahlen. „Gefördert wurde auch die Verlegung von Veranstaltungen in den Außenbereich. Und da wir einen Teil des Geldes in Hardware investieren durften, haben wir uns die gebrauchte Bühne zugelegt“, erklärt Düring.

Dennoch plane er die meisten Veranstaltungen zunächst für die Innenräume des Eastclubs. Denn es ist einfacher, ein Konzert von drinnen nach draußen zu verlegen als andersherum. „Wir werden dann eine Abendkasse öffnen und vorher noch einmal Werbung machen. Das hat bisher immer gut funktioniert“, erklärt er.

Weiterführende Artikel

Sachsen wollen große Kultur-Events zurück

Sachsen wollen große Kultur-Events zurück

In der Corona-Zeit wurde vor allem das Live-Erlebnis vermisst, zeigt eine Umfrage. In einer Frage ticken die Sachsen ganz anders als Deutschland.

Freude und Frust bei der "Kollision der Künste"

Freude und Frust bei der "Kollision der Künste"

Malen, filmen, performen: Junge Künstler waren zwei Wochen lang in Bischofswerda aktiv. Sie hinterließen einige Spuren - und wurden am Ende von der Stadt enttäuscht.

Was wird jetzt aus der Kultur?

Was wird jetzt aus der Kultur?

Die Corona-Pandemie hat das Verhältnis zwischen Publikum und Kunst verändert. Wie es weitergehen könnte.

Auch das Gesundheitsamt des Landkreises Bautzen habe ihn zu diesem Mixkonzept ermutigt. „Wir wollen den Menschen wieder Kultur ermöglichen. Und bei den Ämtern arbeiten auch nur Menschen, die zum Beispiel auf ein Konzert gehen wollen“, sagt Düring. Oft habe er am Anfang gehört, was alles nicht geht. „Aber dafür bin ich nicht der Typ, und zum Glück denken mittlerweile mehr Menschen in Lösungen als in Problemen.“

Mehr zum Thema Bischofswerda