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Bischofswerda: So läuft es bei den Karl-May-Spielen

Nach der Zwangspause im vorigen Jahr dürfen Winnetou und Old Shatterhand nun wieder über die Waldbühne reiten. Was die Zuschauer diesmal erwartet.

Benjamin Boden (l.) und Jan Teichert spielen bei den diesjährigen Karl-May-Spielen in Bischofswerda die Rollen von Old Shatterhand und Winnetou. Los geht es mit der Premiere am Sonntag.
Benjamin Boden (l.) und Jan Teichert spielen bei den diesjährigen Karl-May-Spielen in Bischofswerda die Rollen von Old Shatterhand und Winnetou. Los geht es mit der Premiere am Sonntag. © Peter Stürzner

Bischofswerda. Wenn Benjamin Boden mit seinem Pferd von hinten auf den Hügel reitet und von dort aus nach unten sieht, ist ihm der Applaus des Publikums sicher. Der 14-Jährige spielt bei den diesjährigen Karl-May-Spielen auf der Waldbühne in Bischofswerda die Rolle des Old Shatterhand. "Wenn man da oben steht und auf das Publikum blickt, spürt man schon ein flaues Gefühl und natürlich auch Freude", erzählt er im Gespräch mit Sächsische.de.

Immer an seiner Seite ist der zwölfjährige Jan Teichert, der in die Rolle des Winnetou schlüpft. Er ist im Gegensatz zu seinem Mitspieler nicht so nervös, wie er es vor zwei Jahren war. Da spielten die zwei Jungen, die beide aus Großröhrsdorf kommen, bereits die gleichen Figuren. "Ich bin nicht so aufgeregt, weil nicht so viele Zuschauer dabei sein dürfen wie sonst", sagt Jan Teichert. Denn anstelle der 500 Plätze, die immer vergeben werden durften, stehen in diesem Jahr nur 400 zur Verfügung.

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Das hat mit dem vom Gesundheitsamt bestätigten Hygienekonzept zu tun, wie Uwe Hänchen erklärt. "Wir sind froh, dass die Entwicklungen in diesem Jahr so sind, dass wir überhaupt wieder spielen dürfen", sagt der Leiter der Spielgemeinschaft Gojko Mitic, welche die Karl-May-Spiele jedes Jahr auf die Bühne bringt. Doch im vergangenen Jahr mussten sie mit Kurzvideos ins Internet verlegt werden.

Der Gedanke, so etwas noch mal machen zu müssen, ist angesichts der anstehenden Vorstellungen nun raus aus den Köpfen. Auf dem Programm steht das Stück "Unter Geiern - der Geist des Llano Estacado". Wie gewohnt gibt es eine Kinder- und eine Jugendbesetzung, die abwechselnd zu erleben sein wird.

Proben liefen diesmal anders als gewohnt

Die Vorbereitung für beide Gruppen war in diesem Jahr dennoch anders als gewohnt. "Normalerweise fangen wir im Januar mit Proben bei der Kinderbesetzung an - dieses Jahr ging es aber erst Ende April in kleinen Fünfergruppen los, um einzelne Szenen zu üben. Mit den Jugendlichen beginnen wir sonst immer im April, dieses Jahr war das einen Monat später", erklärt Hänchen.

Auf die Qualität der Inszenierung, welche die Zuschauer ab Sonntag zu sehen bekommen, habe das aber keine Auswirkungen. "Wir haben nicht so lange, aber dafür intensiver geprobt. Die Leute können also erwarten, dass es genauso gut werden wird, wie es in den vergangenen Jahren war", betont Uwe Hänchen.

Zwischen dem 4. und 25. Juli finden die Karl-May-Spiele zum 28. Mal statt. Ausverkauft sei noch keine der Vorstellungen, was aber einen bestimmten Grund habe. "In diesem Jahr konnten wir mit der Werbung erst viel später anfangen. Nun hoffen wir, dass so viele Zuschauer wie möglich kommen werden", sagt Hänchen, der die Spielgemeinschaft von Anfang an leitet.

Inszenierung verspricht eine mystische Handlung

Besonders am kommenden Montag, also dem zweiten Vorstellungstag, sei noch Luft nach oben. Doch sei man zuletzt von den Besuchern auch verwöhnt worden. "In den zwei oder drei Jahren vor der Zwangspause gab es hier nur ausverkaufte Vorstellungen", erinnert sich Hänchen. Daran möchte man gern auch dieses Jahr anknüpfen.

Denn das Stück, das es zu sehen gibt, habe es in sich. "Das ist ein bisschen eine mystische Handlung, weil dieser Geist da auftritt, wo nicht so klar ist, wer das ist. Das ist eine typische Karl-May-Geschichte - märchenhaft, spannend und abenteuerlich."

Im Mittelpunkt steht die Geierbande, die in Llano Estacado ihr Unwesen treibt. Ihr größter Gegner ist dabei eben der Geist des Llano Estacado, der aus dem Nichts auftaucht und jeden Verbrecher tötet. Doch auch zwei lebendige Helden wollen der Bande das Handwerk legen - Winnetou und Old Shatterhand. Gemeinsam möchten sie außerdem herausfinden, wer der Anführer der Geierbande und der Geist tatsächlich sind.

Besuch ohne Test- und Maskenpflicht möglich

Wer diese beiden Fragen beantwortet haben möchte, sollte sich auf jeden Fall eine der Vorstellungen ansehen. Und das ist voraussichtlich auch ohne größere Einschränkungen möglich. Denn wenn die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Bautzen weiterhin unter dem Wert von zehn bleibt, gibt es kaum noch etwas zu beachten, Test- und Maskenpflicht entfallen.

"Ich bin froh, dass ich den Leuten nicht ständig sagen muss, dass sie ihre Maske aufsetzen müssen, denn ich denke, die Leute sind selbst vorsichtig genug", sagt Hänchen. Sollte der Wert aber wieder über zehn hinausgehen, werde man sich natürlich an die im Hygienekonzept festgelegten Regelungen halten.

"Ich wünsche mir, dass die Zahl von 400 Zuschauern, die genehmigt sind, meistens erreicht wird, und freue mich auf jeden Besucher. Ich bin mir sicher, dass wir den Leuten am Sonntag zur Premiere etwas Ordentliches bieten können", sagt Bischofswerdas "Chefindianer".

Dafür sorgen werden unter anderem Benjamin Boden und Jan Teichert. "Man freut sich einfach, dass man wieder draußen sein kann, seine Freunde wiedersieht und den Zuschauern zu zeigen, was man kann", sagt Benjamin. Denn Eines sei für ihn klar: "Wenn man tatsächlich wieder vor Besuchern auf der Bühne steht, ist das richtig schön."

Alle Informationen zu den Karl-May-Spielen Bischofswerda und zum Karten-Vorverkauf gibt es auf der Internetseite des Vereins.

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