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Bischofswerda

Bischofswerda bekommt einen Turmplatz

Am Hospiz wird Stadtgeschichte bald auf neue Art lebendig. Der Zufall half, das zu ermöglichen.

Dieser Platz an der Fronfeste in Bischofswerda wird neu gestaltet - mit einem 200 Jahre alten Steintrog, der bei Bauarbeiten für das Hospiz gefunden wurde.
Dieser Platz an der Fronfeste in Bischofswerda wird neu gestaltet - mit einem 200 Jahre alten Steintrog, der bei Bauarbeiten für das Hospiz gefunden wurde. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Mit diesem Fund hatte selbst Daniel Neuer, Architekt und Bauleiter des Bischofswerdaer Hospizes "Siloah", nicht gerechnet. Eine Woche vor Eröffnung des Hauses am 1. Juli dieses Jahres legten die Bauarbeiter bei Aushubarbeiten für eine Zisterne unmittelbar an der historischen Fronfeste  einen großen Steintrog frei. 

"Die eingravierte Jahreszahl ist schlecht leserlich. Wir vermuten das Jahr 1818. Auch ein Stadtwappen ist eingraviert",  sagt Kristin Schiffner von der gemeinnützigen Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen. 

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200 Jahre alter Steintrog wird zum Springbrunnen

Der Trog ist rund dreieinhalb Meter lang, anderthalb Meter breit und einen Meter hoch. Er bringt mehr als vier Tonnen auf die Waage. Zur Eröffnung des Hospizes stand er vor dem Neubau, wo ihn die geladenen Gäste sehen konnten. Inzwischen hat er an der Fronfeste, dem ältesten erhaltenen Gebäude der Stadt Bischofswerda, seinen endgültigen Platz gefunden. Genau an der Stelle, wo er vor gut einem Vierteljahr ausgegraben worden war. Auch der große Stein daneben war bei den Aushubarbeiten gefunden worden. 

Die Gesellschaft Christliches Hospiz Ostsachsen möchte den kleinen, aber  geschichtsträchtigen Platz an der Dresdner Straße genau in diesem Sinne gestalten. Den Trog wird sie mit einem kleinen Springbrunnen versehen, aus dem auch Wasser fließt. Außerdem wird direkt am Turm eine Tafel angebracht, auf der die Geschichte der Fronfeste erläutert wird. Sie war als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Bischofswerdas errichtet worden und überstand als eines von nur drei Gebäuden den verheerenden Stadtbrand von 1813. 

"Bei der „Turmplatz“-Verschönerung hat uns Optiker Plüschke sehr freundlich unterstützt", sagt Kristin Schiffner. Edith und Michael Plüschke sind mit ihrem Geschäft  unmittelbare Nachbarn des Hospizes. 

Acht Zimmer im Hospiz sind inzwischen belegt

Die Fronfeste wurde in den Hospiz-Neubau baulich integriert - nicht nur außen, sondern auch innen. Der Turm beherbergt ein Schwesternzimmer und im oberen Geschoss einen Raum der Stille, welcher die Dachkuppel mit einbezieht. Insgesamt hat dieser Raum eine Höhe von sieben Metern. 

Im Hospiz können bis zu zwölf unheilbar und sterbenskranke Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt betreut werden. Inzwischen sind acht Zimmer belegt. "Ganz bewusst belegen wir noch nicht alle Zimmer, damit sich alle pflegerischen, medizinischen Abläufe und sozialen Begleitungen in dem neuen Mitarbeiterteam formen und etablieren können", sagt Kristin Schiffner. (SZ/ir)

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