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Abriss der Burkauer Mittelschule beginnt

Das Haus steht seit vielen Jahren leer. Zwischenzeitlich gab es verschiedene Pläne für das Objekt. Jetzt ist klar, wie es weitergeht.

Das Gebäude der ehemaligen Mittelschule in Burkau soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Arbeiten haben am Montag im Inneren begonnen.
Das Gebäude der ehemaligen Mittelschule in Burkau soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Arbeiten haben am Montag im Inneren begonnen. © SZ/Uwe Soeder

Burkau. In Burkau haben die Arbeiten zum Abriss der ehemaligen Mittelschule begonnen. Bürgermeister Sebastian Hein (CDU) sagte auf Anfrage von Sächsische.de, dass die Arbeiten seit Montag laufen. „In den ersten 14 Tagen wird innen gearbeitet“, sagt der Bürgermeister. Der Abriss erfolgt durch das Bauunternehmen Frauenrath aus Bretnig.

In der kommenden Woche sollen Gerüste für Außenarbeiten gestellt werden, und bis Ende Februar soll das komplette Gebäude abgerissen sein. „Danach ist dann die Neuplanung notwendig“, erklärt Sebastian Hein. Der Auftrag für diese Planungsleistungen soll in der nächsten Gemeinderatssitzung am 20. Januar vergeben werden.

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Abgesperrt ist die ehemalige Mittelschule bereits. Bis Ende Februar soll sie verschwunden sein.
Abgesperrt ist die ehemalige Mittelschule bereits. Bis Ende Februar soll sie verschwunden sein. © SZ/Uwe Soeder

Jan Gottlöber, Geschäftsführer von Frauenrath in Bretnig, bestätigt den Zeitplan. „Aktuell laufen Entkernung und Trennung der Schadstoffe als Vorbereitung für den maschinellen Abbruch.“ Einfluss auf den Straßenverkehr hätten die Arbeiten aufgrund der Lage des Gebäudes nicht. Auch das Wetter sollte zu keinen Verzögerungen führen. „Da müsste es schon extrem kalt werden, damit etwa die Bagger einfrieren“, erklärt Jan Gottlöber.

Der Neubau soll 2022 beginnen

Die Gemeinde Burkau will nach dem Abriss einen Neubau an derselben Stelle in Auftrag zu geben. Dieser soll laut Bürgermeister auf zwei Etagen einen Hort für aktuell 105 Kinder sowie eine Schulküche beherbergen. „Wir gehen von etwa drei Millionen Euro Baukosten aus und hoffen, dass wir mit dem Neubau 2022 beginnen können.“

Dieser sollte den Ansprüchen und der Anzahl kommender Schüler in Burkau genügen, sagt Sebastian Hein. Derzeit befindet sich der Hort noch an zwei Standorten, und zwar in den Kindertagesstätten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Ortsteil Uhyst und in Burkau sowie in der dortigen Grundschule. Hier werden Räume doppelt genutzt: für den Unterricht und für die Hortbetreuung.

Nicole Peters bestätigt, dass der Neubau dringend notwendig sei. Sie ist Leiterin der Awo-Kita Kükenhaus in Burkau und damit auch für die hiesigen 84 Hortplätze zuständig. „Wir haben ein großes Platzproblem. Der Großteil unserer Hortkinder wird in der Schule betreut. Dort haben wir aber nur einen Raum zur Verfügung.“

Hortbetreuung zum großen Teil in Klassenzimmern

Deswegen müssten die meisten Kinder ihre Hortzeit in Klassenräumen verbringen, die allein aufgrund des Mobiliars dafür nicht optimal seien. Nur die Erstklässler seien in einem Nebengebäude der Kita untergebracht. „Wir möchten für die Kinder einen zentralen Hort schaffen, wo es verschiedene Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung mit den entsprechenden Angeboten gibt“, erklärt Nicole Peters.

Damit würden auch die 21 Hortplätze, die es aktuell im Ortsteil Uhyst gibt, nach Burkau verlegt. Für die Planung befinde sich der Bürgermeister in Kontakt mit der zuständigen Sachgebietsleiterin der Awo, fügt die Kita-Leiterin hinzu. Die Gemeinde Burkau setzt für den Neubau auf Fördermittel aus dem Strukturstärkungsgesetz für Regionen, die wirtschaftlich vom Kohleausstieg betroffen sind.

Umbau hätte zu viel Geld gekostet

Die ehemalige Mittelschule vom Typ „Karl-Marx-Stadt“ wurde zu DDR-Zeiten gebaut und 2002 vom Freistaat Sachsen geschlossen. Die Gemeinde Burkau verkaufte die Schule an einen Unternehmer aus dem Allgäu, der sie zum Hotel umbauen wollte. Es folgte als Eigentümer ein Burkauer Unternehmer, der bereits Pläne fürs altersgerechte Wohnen hatte, – und schließlich im Jahr 2016 der Rückkauf des Gebäudes durch die Gemeinde.

Diese hatte das Haus zuerst umbauen wollen: Schulküche, Hort und altersgerechtes Wohnen sollten unter einem Dach versammelt werden. Die Statik der ehemaligen Schule hätte das aber erschwert, und es hätte die geplanten Kosten von 3,3 auf 5,3 Millionen Euro erhöht. Daher wurde dieser Plan verworfen.

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