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Bischofswerda: Was wird aus dem Adler-Markt?

Die Handelskette hat Insolvenz angemeldet, will ihre Geschäfte aber wieder öffnen, auch in Schiebock. Die Stadt bietet Hilfe an.

Das Adler-Geschäft in Bischofswerda befindet sich im Gewerbegebiet Carl-Maria-von-Weber-Straße. Derzeit ist es wegen des Lockdowns geschlossen.
Das Adler-Geschäft in Bischofswerda befindet sich im Gewerbegebiet Carl-Maria-von-Weber-Straße. Derzeit ist es wegen des Lockdowns geschlossen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. 142 Geschäfte betreibt die Adler Modemärkte AG in Deutschland, darunter eines Bischofswerda – und alle sollen trotz der angemeldeten Insolvenz in Eigenverwaltung bleiben, bestätigte Adler-Sprecherin Jasmin Dentz jetzt auf Anfrage von Sächsische.de. „Das operative Geschäft von Adler soll unverändert weiter betrieben werden.“

Demnach sei geplant, sämtliche Standorte in Deutschland, auch den in Bischofswerda, nach Ende des aus heutiger Sicht bis Anfang Februar andauernden Lockdowns wieder zu eröffnen.

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19 Mitarbeiter in Bischofswerda

Erklärtes Ziel der Eigenverwaltung sei, das Unternehmen über einen Insolvenzplan zu sanieren und für die Zeit nach Corona zukunftsfähig zu machen. „Der Modemarkt in Bischofswerda ist mit 19 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein wichtiger Standort für Adler“, erklärt Jasmin Dentz. Ob und in welchem Umgang es zu Veränderungen in der Filialstruktur komme, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Der Geschäftsbetrieb der Adler Modemärkte AG werde unter Aufsicht eines Sachwalters in vollem Umfang fortgeführt, nachdem am vergangenen Sonntag als „Konsequenz aus Schließung fast aller Standorte bis mindestens Ende Januar“ Insolvenz beantragt wurde.

Die Folgen des ersten Lockdowns habe man dank damals solider Bilanzstruktur und umfassender Finanzierungszusagen noch abfedern können. Aber „die erneute Corona-bedingte Schließung fast aller Standorte hat uns leider keine andere Wahl gelassen“, sagte Vorstandschef Thomas Freude. Details zum Insolvenzplan würden veröffentlicht, sobald dieser definiert sei, erklärt Sprecherin Jasmin Dentz.

OB geht nicht von Schließung aus

Dass Adler wieder öffnen wird, hofft auch Schiebocks Oberbürgermeister Holm Große (parteilos). „Der Adler-Modemarkt in Bischofswerda hat über viele Jahre hinweg eine sehr hohe Bedeutung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sowie des gesamten Bischofswerdaer Landes.“ Daher habe er nach der Insolvenz-Meldung Kontakt mit der Geschäftsführerin Corina Weßollek aufgenommen, um sich über die Situation zu informieren und nachzufragen, ob und wie die Stadt helfen könne.

Holm Große gehe deswegen davon aus, „dass der sehr leistungsstarke und überregional gut frequentierte Modemarkt im Norden unserer Stadt durch die Insolvenz während des deutschlandweiten Lockdowns nicht von Schließung gefährdet ist.“

Die Stadt stehe nicht nur mit Adler, sondern mit allen Einzelhändlern und weiteren Unternehmen in Verbindung, „um bei Bedarf konkret zu unterstützen“, fügt der OB hinzu. Aktuell bereite der städtische Wirtschaftsförderer Manuel Saring die Beschlüsse zu verkaufsoffenen Sonntagen vor, darunter in enger Abstimmung mit Corina Weßollek für die beiden Sonntage im Gewerbegebiet Carl-Maria-von-Weber-Straße.

Einzelhandelskonzept liegt noch bis 22. Januar aus

Um dieses Gebiet geht es unter anderen im Entwurf des aktualisierten Einzelhandels- und Zentrenkonzepts der Stadt, das noch bis zum 22. Januar öffentlich ausliegt. Dort heißt es, dass der Standort Carl-Maria-von-Weber-Straße gesichert werden soll.

Hier handele es sich um einen Sonderstandort vor allem für Kunden, die mit dem Auto kommen. Mit Rewe gebe es hier den bislang einzigen Vollsortimenter in Bischofswerda. Dazu kommen Fachmärkte wie der Hagebaumarkt, Deichmann, Expert, Möbel Sachse, Dänisches Bettenlager und eben Adler.

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