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Bischofswerda: Neuer Aldi öffnet vor Weihnachten

Der Discounter baut an der Bautzener Straße einen neuen Markt. Nun steht fest, wann die ersten Kunden hier einkaufen können.

Die letzten Arbeiten am neuen Aldi-Markt in Bischofswerda werden derzeit erledigt, etwa durch Mitarbeiter der Firma STL Bau aus Löbau.
Die letzten Arbeiten am neuen Aldi-Markt in Bischofswerda werden derzeit erledigt, etwa durch Mitarbeiter der Firma STL Bau aus Löbau. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Vor gut 30 Jahren war das sogenannte Papageienviertel eine begehrte Wohngegend in Bischofswerda. Mittlerweile sind die Wohnblöcke allesamt abgerissen worden, um einem Neubau zu weichen, der nun bald fertig wird - einem Aldi-Markt.

Der neue Markt an der Bautzener Straße soll am 12. Dezember öffnen. Das teilt Aldi-Sprecher Axel vom Schemm auf Anfrage von Sächsische.de mit.

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Die Bauphase sei bislang ohne Probleme und Verzögerungen verlaufen. „Den Markt an der Bautzener Straße bauen wir im Zuge der Modernisierung des gesamten Aldi Nord Filialnetzes nach unserem neuen Filialkonzept ANIKo (Aldi Nord Instore Konzept) neu“, erklärt Axel vom Schemm.

Drei neue Mitarbeiter kommen dazu

Dafür schließt Aldi seinen bisherigen Standort Am Güterbahnhof zum 10. Dezember. „Die zehn Mitarbeiter des bisherigen Marktes wechseln komplett in die neue Filiale. Es werden drei neue hinzukommen“, sagt der Aldi-Sprecher. Was mit dem bisherigen Markt passiert, ob er verkauft oder vermietet wird, sei noch nicht geklärt. „Für den Standort haben wir bereits einige Interessenten“, so vom Schemm. Da sich das Unternehmen aber in laufenden Gesprächen befinde, gebe es noch keine Auskunft zu diesem Thema.

Was aus dem bisherigen Aldi-Standort Am Güterbahnhof wird, steht noch nicht fest. Es soll aber Interessenten für eine neue Nutzung geben.
Was aus dem bisherigen Aldi-Standort Am Güterbahnhof wird, steht noch nicht fest. Es soll aber Interessenten für eine neue Nutzung geben. © SZ/Uwe Soeder

Bei den neuen Märkten liege demnach der Fokus auf einer hellen und freundlichen Einkaufsatmosphäre mit mehr Platz und breiteren Gängen sowie einem vergrößerten Angebot an frischem Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Backwaren. „Dafür bieten wir eine großzügige Verkaufsfläche von rund 800 Quadratmetern“, fügt der Aldi-Sprecher hinzu. Die Backwaren-Auslage sei größer als bislang und dahinter mit einem Backraum versehen. Die Aldi-Mitarbeiter könnten so die Regale leichter befüllen.

Bäckermeister sieht Bau von neuen Märkten kritisch

Der Neubau und auch das Angebot an Backwaren stoßen in Bischofswerda jedoch teilweise auf Unverständnis. Bäckermeister Jürgen Kaufer etwa meint, dass der Neubau von Verbrauchermärkten dem Handwerk das Wasser abgräbt. „Wer braucht all die Märkte? In zehn, 15 Jahren wird es nur noch 9.000 Einwohner in Bischofswerda geben", sagte Kaufer bereits im Sommer.

Dass Aldi seit dem Frühjahr in Bischofswerda trotz bestehender Filiale neu baut, gehöre zum Konzept, teilt Sprecher Axel vom Schlemm mit. „Wir entwickeln das Aldi Nord Filialnetz mit seinen mehr als 2.200 Märkten fortlaufend weiter. Dazu gehört neben der Erschließung neuer Standorte die regelmäßige Prüfung der bestehenden. Und bietet sich ein gut erschlossenes Areal mit attraktiver Infrastruktur wie jetzt in Bischofswerda, verlagern wir Märkte auch mal.“

Die neuen Filialen würden zudem mit einem modernen Licht-, Farb- und Energiekonzept ausgestattet. So komme auch der Neubau an der Bautzener Straße ohne fossile Brennstoffe aus, da eine Photovoltaikanlage auf dem Marktdach installiert sei und eine Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut werde. Der Markt werde mit einer sogenannten Betonkernaktivierung gekühlt und beheizt.

Derzeit laufen die letzten Arbeiten, sowohl im als auch rund um das Gebäude. So entstehe etwa noch ein Parkplatz mit insgesamt rund 80 Stellplätzen, inklusive besonders breiten Parkplätzen für Menschen mit einer körperlichen Behinderung sowie Eltern-Kind-Parkplätzen.

Stadt plant neues Konzept für den Einzelhandel

Dass Aldi in Bischofswerda bauen darf, ist allerdings nicht selbstverständlich. Denn die aktuelle Stadtpolitik geht eher in eine andere Richtung. So hatte der Stadtrat im Frühjahr 2019 für große Teile des Stadtgebietes beschlossen, dass für mindestens zwei Jahre keine neuen Märkte gebaut oder bestehende erweitert werden dürfen: außer Aldi an der Bautzener Straße und Netto am Drebnitzer Weg.

Allerdings passiert bei Letzterem seit Monaten nichts, weil die Planungen des Investors, einer Immobilienfirma aus Weimar, und die Vorstellungen der Stadtverwaltung zu weit auseinanderliegen. Daran könnte sich aber zum Jahresende etwas ändern.

Wie Stadtsprecher Sascha Hache im Oktober mitteilte, gebe es zwar aktuell keine Gespräche, aber: „Mit der voraussichtlich im Dezember erfolgenden Auslegung des Entwurfs des neuen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes kann sich die Firma in das Beteiligungsverfahren einbringen.“ Derzeit werde das Konzept noch intern geprüft, anschließend solle es unter den Stadträten beraten werden. Details zum Konzept nannte Sascha Hache allerdings nicht.

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