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Aushilfe am Rammenauer Bienenstock

Seit Mai kümmert sich der Jiedlitzer Jürgen Platz um den Schaubienenstand in Rammenau. Da das keine Dauerlösung, sucht die Gemeinde einen neuen Imker.

Das Leben und Arbeiten von Bienen kann man an der Oberrammenauer Straße aus nächster Nähe betrachten. Der Schutz und die Pflege von Bienenvölkern ist gelebter Naturschutz, sagt Schaubienenstand-Betreuer Jürgen Platz.
Das Leben und Arbeiten von Bienen kann man an der Oberrammenauer Straße aus nächster Nähe betrachten. Der Schutz und die Pflege von Bienenvölkern ist gelebter Naturschutz, sagt Schaubienenstand-Betreuer Jürgen Platz. © SZ/Uwe Soeder

Rammenau. Noch summt es an der Oberrammenauer Straße fleißig. Denn noch haben die schwarz-gelben Bewohner des Schaubienenstandes Saison. Dass Besucher das emsige Treiben des Volkes gefahrlos hinter einer Glasscheibe verfolgen können, haben sie auch Jürgen Platz zu verdanken. Denn der Jiedlitzer Imker betreut auf Bitte der Gemeindeverwaltung die dortige Bienenbehausung, eine sogenannten Beute.

Vor anderthalb Jahrzehnten baute der Rammenauer Hobbyimker Günther Löpelt diesen Bienenstand. Sein Imkerkollege Fritz Boden verfasste ein paar fachliche Informationen, die auf der nebenstehenden Schautafel zu lesen sind. Beiden Rammenauern ging es darum, für Besucher transparent zu machen, ihnen Achtung für die Bienen und den Kreislauf der Natur nahe zu bringen. 

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Genau das ist auch Jürgen Platz wichtig. Deshalb erklärte er sich bereit, den Schaubienenstand zu betreuen. Denn der inzwischen über 80-jährige Initiator kann dies nicht mehr, hat den selbstgezimmerten Stock der Gemeinde vermacht. Eine Dauerlösung ist das aber nicht. Ein Rammenauer Imker soll die Obhut künftig übernehmen. Denn Bienen machen Arbeit. 

Imkerei ist Familientradition

Von beidem hat Jürgen Platz auf seinem Hof in Jiedlitz eigentlich mehr als genug. Die Kontrollfahrten zum Schaubienenstand kosten Zeit. Zeit, die er eigentlich nicht hat, die er sich aber trotzdem nimmt. Denn Jürgen Platz macht sich ein wenig Sorgen um die Bienenzüchter von morgen. Nachwuchs gibt es nur wenig. Gläserne Bienestöcke, wie der in Rammenau, können helfen, Leute für die Imkerei zu begeistern.

Jürgen Platz liegt die Imkerei im Blut. Seit 1951 fliegen auf dem großen Hof im Burkauer Ortsteil Jiedlitz Bienen. Denn seine Eltern kauften sich vom Hochzeitsgeld nicht etwa Wäsche oder Hausrat, sondern Bienen. Seitdem imkerten Vater und Großvater, gaben viel Handwerk und Wissen weiter. Obwohl bei dem Jiedlitzer der Funken in Sachen Bienen erst relativ spät übersprang. Mitgeholfen hatte Jürgen Platz dennoch schon immer. 

Aber sein Entschluss, selbst Imker zu werden, reifte erst vor gut zehn Jahren und hat mit seinem kaputten Knie zu tun. Im Krankenhaus hatte er viel Zeit zum Nachdenken. Und so beschloss er nach der Operation einen Lehrgang zu besuchen. Wenn schon imkern, dann richtig, sagte er sich. Seitdem führt der inzwischen 55-Jährige die Familientradition in dritter Generation fort. „Das ist wie bei meinem anderen Hobby, dem Karneval. Wenn du einmal infiziert bist, kommst du davon nicht mehr los“, erklärt er.

Bienenmuseum im eigenen Schuppen

Bei Platzis Bienenschwarm, wie sich die Imkerei heute nennt, packt die ganze Familie mit an. „Die meisten Trachten blühen innerhalb von nur drei, vier Monaten. Aber Arbeit machen die Bienen das ganze Jahr“, sagt Jürgen Platz, der im Imkerverein Burkau sowie im Landesverband Sächsischer Imker aktiv ist. 

Für ihn ist Imkerei nicht nur ein Hobby, sondern ein Stück Lebensphilosophie. In einem Schuppen hat er ein kleines Bienenmuseum eingerichtet, in dem er Besuchern – darunter oft auch Kindergarten oder Schulkinder - erklärt, welche wichtigen Aufgaben Bienen übernehmen, wie sie geschützt und erhalten werden können und wie Honig gewonnen wird. 

Hinterm Haus hat die Familie deshalb auch einen Lehrbienenstand aufgestellt. Der Jiedlitzer Bienenflüstere hält vielerorts Vorträge, schult als Praxisausbilder sächsische Imker, arbeitet mit Bauern zusammen. „Für die Bienen sind beispielsweise Wiesen wichtig, die nicht ständig gemäht werden“, lautet einer seiner Tipps, mit denen jeder einen Beitrag für die Insekten leisten kann. 

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