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Bischofswerda: Kinderbücher und Bestseller sind die Renner

Im vergangenen Jahr hatte die Bibliothek weniger Nutzer und weniger Ausleihen. Doch es gibt auch Positives zu berichten - und ein neues Angebot.

Von Timotheus Eimert
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Aniko Heinze leitet seit einem Jahr die Bibliothek in Bischofswerda. Seit Oktober 2021 gibt es einen Online-Katalog.
Aniko Heinze leitet seit einem Jahr die Bibliothek in Bischofswerda. Seit Oktober 2021 gibt es einen Online-Katalog. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. In der Stadtbibliothek Bischofswerda wurden im vergangenen Jahr vor allem Kinderbücher und Bestseller-Romane ausgeliehen. „Auch regionale Krimis sind nach wie vor sehr gefragt“, sagt Leiterin Aniko Heinze. „Das war bereits im Vorjahr so und hat sich 2021 nicht geändert.“

Dass Kinderbücher und Bestseller-Romane die Hitliste der meist-ausgeliehen Bücher in Bischofswerda anführen, hat für die Leiterin vor allem einen Grund: „Es leben hier viele Familien. Besonders für Kinder will man nicht immer Bücher neu kaufen, da sie sich schnell auch für andere Sachen interessieren. Die Bibliothek ist da eine gute Alternative.“

Eltern setzen auf Lernspiele und Sachbücher für Kinder

Im zweiten Corona-Jahr in Folge würden Eltern auch mehr Wert auf den Inhalt der Bücher legen. „Durch Quarantänen und Homeschooling werden oft Sachbücher ausgeliehen. Die Eltern wollen ihre Kinder trotz Ausfall der Schule sinnvoll beschäftigen“, vermutet Heinze. Vor allem Bücher der Reihen „Was ist Was“ oder „Wieso, weshalb, warum“ werden ausgeliehen.

Beliebt seien auch die interaktiven Lernbücher Tip-Toi, bei denen ein Digitalstift auf verschiedene Stellen im Buch gehalten werden kann. Der Stift liest dann einen dort platzierten Code aus und spielt im einfachsten Fall eine Audiodatei ab, die die Bilder eines Buches erklärt und somit Wissen vermittelt.

Kinderbuch-Klassiker sind häufig vergriffen

Auch gern ausgeliehen werden die Lük-Kästen, die sich die Bibliothek im vergangenen Jahr angelegt hat. Sie sollen eine spielerische Lernhilfe sein, die sich dadurch auszeichnet, dass Lernende die Richtigkeit ihrer Antworten selbst überprüfen können. Es gibt verschiedene Aufgabenserien, die sich vom Kindergarten bis zum Gymnasium erstrecken. „Wir haben zunächst nur ein paar Übungshefte angeschafft, merken aber, dass diese sehr oft ausgeliehen werden“, berichtet Aniko Heinze.

Ebenfalls sehr häufig vergriffen sind die Kinderbuch-Klassiker. Bei den kleineren Kindern seien es Bilderbücher wie „Der kleine Angsthase“ von der 1992 verstorbenen irischen Grafikerin und Kinderbuchautorin Elisabeth Shaw. „Bei den älteren Kindern wird derzeit vor allem Astrid Lindgren gelesen“, sagt Heinze.

Der Dresdner Kinderbuchautor Erich Kästner werde dagegen oft ausgeliehen, wenn seine Bücher in der Schule auf dem Lehrplan stehen. „Ich finde es überraschend, dass auch heute noch vor allem Bücher ausgeliehen werden, die bereits meine Kindheit begleitet haben“, äußert Aniko Heinze und verweist auf den Klassiker „Bei der Feuerwehr wird der Kaffee kalt“.

Seit Oktober 2021 gibt es einen Online-Katalog

Heute lese die 34-Jährige vor allem Fantasy-Romane oder Regionalkrimis. „Wenn ich denn überhaupt einmal zum Lesen komme“, fügt sie an. Die Mehrheit der Bischofswerdaerinnen steht aber auf Bestseller-Romane über starke Frauen wie „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens. „Männer leihen sich dagegen vor allem Zeitschriften aus“, sagt Heinze.

Trotz allem sind Nutzer- und Ausleihzahlen im vergangenen Jahr zurückgegangen, betont die Leiterin. „Da sehen wir schon einen Prozess in den vergangenen Jahren, der nicht nur mit Corona zu tun hat. Den Menschen fehlt oft die Zeit zum Lesen und überhaupt Zeit, in die Bibliothek zu gehen.“

Auch deswegen hat die Bischofswerdaer Stadtbibliothek seit Oktober 2021 einen Online-Katalog. Schon länger sei dieser in Planung gewesen und konnte nun durch Fördermittel des Deutschen Bibliotheksverbandes umgesetzt werden. „Jeder Nutzer kann so von zu Hause aus Bücher suchen, vormerken lassen oder direkt ausleihen“, erklärt Heinze. Auch können eigenen Bücherlisten erstellt werden.