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Hoffnung auf Abriss am Drebnitzer Weg ist geplatzt

Auf dem Grundstück des ehemaligen Fortbildungswerkes in Bischofswerda geht es nicht voran. Jetzt wirft die Stadt dem Eigentümer sogar Erpressung vor.

Die Neustädter Straße in Bischofswerda sollte demnächst für den Abriss dieses Gebäudes gesperrt werden, dachte man zumindest in der Stadtverwaltung. Doch daraus wurde nichts.
Die Neustädter Straße in Bischofswerda sollte demnächst für den Abriss dieses Gebäudes gesperrt werden, dachte man zumindest in der Stadtverwaltung. Doch daraus wurde nichts. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Kurz sah es nach Abriss aus auf dem Gelände des ehemaligen Fortbildungswerkes an der Neustädter Straße in Bischofswerda. Am vergangenen Mittwoch hatte die Stadtverwaltung eine Mitteilung versendet und in vier Sätzen über die fünftägige Sperrung der Straße vom Kreisverkehr bis zur Belmsdorfer Straße ab dem 30. November informiert.

Nur einen Tag später äußerte sich die Stadtverwaltung erneut zum Thema und widerrief die Sperrung, weil die Abrissarbeiten doch nicht ausgeführt würden - diesmal allerdings auf rund eineinhalb DIN-A4-Seiten. Von „Erpressungsversuchen der Saller-Firmengruppe“ war dort sogar die Rede.

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Ob und wann das Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Fortbildungswerkes in Bischofswerda abgerissen wird, ist unklar.
Ob und wann das Gebäude auf dem Gelände des ehemaligen Fortbildungswerkes in Bischofswerda abgerissen wird, ist unklar. © SZ/Uwe Soeder

Dieser Saller-Gruppe aus Thüringen gehört das Grundstück des ehemaligen Fortbildungswerkes zwischen Neustädter Straße, Drebnitzer Weg und Süßmilchstraße. Hier würde sie gern ein Einkaufszentrum mit einem Netto-Discounter und einem Drogeriemarkt errichten, wenigstens. Ein Schuh-Discounter sowie ein Sonderpostenmarkt könnten noch dazukommen. So sei es vor Jahren vereinbart worden. Die Stadtverwaltung akzeptiert derzeit aber nur Netto und keine weiteren Geschäfte.

Auf dem Areal gibt es gegenwärtig das Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft und jede Menge Schuttberge, die vom bisherigen Abriss ehemaliger Gebäude übrig sind, aber noch nicht abtransportiert wurden. Bereits vor Monaten hatte die Saller-Gruppe die Arbeiten einstellen lassen, weil es keine Einigung zwischen ihr und der Stadt Bischofswerda über die Zukunft des Standortes gibt.

Zustand auf dem Areal bleibt vorerst unverändert

Die Stadt habe mit dem angemeldeten Abriss durch eine Firma aus der Region die Hoffnung verknüpft, „dass die Arbeiten für einen Ersatzneubau des bestehenden Netto-Marktes an der Belmsdorfer Straße neuen Schwung aufnehmen würden“, hieß es in der zweiten Mitteilung.

Doch der Abriss des maroden Gebäudes habe gar nicht erst begonnen. Die Firma hatte die beantragte Sperrung nach Rücksprache mit ihrem Auftraggeber - der Saller-Gruppe - wieder zurückgenommen. Das bestätigt Andreas Barth, zuständiger Projektleiter für das Areal. Den Auftrag zum Abriss gebe es ja schon länger und die ausführende Firma habe das bei der Stadtverwaltung angezeigt. Schließlich müsse diese mitteilen, wann entsprechende Straßensperrungen möglich sind.

Das sei jetzt der Fall gewesen, sagt Andreas Barth. „Das heißt, die Firma hat von der Stadt die Info bekommen, wann sie abreißen kann und bei uns angefragt, ob das auch so gewünscht sei. Ist es aber nicht.“ Denn die Saller-Gruppe bleibe bei ihrem Standpunkt.

Wenn die Stadt ihre Meinung nicht ändere, werde sich am Bild zwischen Neustädter Straße und Drebnitzer Weg auch nichts ändern. „Ich kann den Unmut über diesen Anblick verstehen, aber Netto allein lohnt sich auf diesem Areal nicht“, erklärt Andreas Barth. Die Saller-Gruppe wäre bereit, Netto und einen Drogeriemarkt zu bauen, inklusive Begrünung und Parkplätzen. Über alles Weitere könne man nochmal reden.

Einzelhandel ist Thema im Stadtrat

Die Stadtverwaltung sagt dazu: Das Areal der Saller-Gruppe sei kein Versorgungsschwerpunkt gemäß des 2016 vom Stadtrat beschlossenen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes, mit dem man den Innenstadthandel stärken will. Ein großflächiges Einkaufszentrum werde es hier nicht geben.

Genau dieses Konzept ist Thema im Stadtrat am kommenden Dienstag. Es soll unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Träger öffentlicher Belange fortgeschrieben werden. Daran könne sich auch die Saller-Gruppe beteiligen, heißt es weiter.

Die wurde von Oberbürgermeister Holm Große aber erstmal aufgefordert, „ihre Arbeiten an der Drebnitzer Straße endlich fortzusetzen und das Grundstück nicht mehr in einem so desaströsen Zustand zu belassen.“ Zudem verwahre sich die Stadt Bischofswerda „gegen jedwede Erpressungsversuche, wie zum Beispiel mit den angekündigten und dann doch nicht durchgeführten Abrissarbeiten.“

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