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Bischofswerda: Neuer Arzt für Herzpatienten

Ein Ex-Chefarzt aus Radeberg arbeitet künftig in der kardiologischen Praxis auf dem Klinikgelände. Dadurch gibt es mehr Sprechzeiten - und weitere Vorteile.

Katharina Wiebelitz bekommt mit Matthias Czech bald einen weiteren Arzt für die kardiologische Praxis des MVZ in Bischofswerda.
Katharina Wiebelitz bekommt mit Matthias Czech bald einen weiteren Arzt für die kardiologische Praxis des MVZ in Bischofswerda. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Dass der Behandlungsbedarf im ländlichen Raum da ist, steht für Katharina Wiebelitz fest. Die Fachärztin für Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Kardiologie sagt aber auch, dass hier die ärztliche Versorgung geringer“ sei als in den Städten. Sie ist nicht nur leitende Oberärztin am Bautzener Krankenhaus, sondern auch in der kardiologischen Praxis des medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Bischofswerda auf dem dortigen Klinikgelände tätig.

Damit sich die Situation sowohl für die Kardiologen als auch für die Patienten verbessert, bekommt sie ab Januar vertretungsweise Unterstützung von Matthias Czech, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie ehemaliger Chefarzt am Krankenhaus in Radeberg. „Ich fühle mich noch nicht reif für die Rente, obwohl ich schon gehen könnte“, sagt er.

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Die ambulante Arbeit sei für ihn nichts Neues. Im Rettungsdienst sei er auch schon tätig gewesen. Und der bringe etwa Patienten mit Herzinfarkten in die Kliniken. Herzinfarkte seien immer noch lebensgefährlich, sagt Matthias Czech. Zudem gebe es Menschen, die zu Hause sterben, „weil sie nicht rechtzeitig in die Klinik kommen.“

Gerade das könnte man verhindern, erklären Matthias Czech und Katharina Wiebelitz. Besser sei es, sich frühzeitig beim Arzt zu melden. „In Ostsachsen haben wir noch immer eine hohe Mortalität an koronaren Herzerkrankungen, der Durchblutungsstörung am Herzen, die akut als Herzinfarkt auftreten kann oder als neue Angina pectoris. Meist treten Brustschmerzen unter Belastung auf, die in Ruhe wieder weggehen können“, sagt die Kardiologin.

Risiko durch Bluthochdruck, Diabetes oder Rauchen

Die Risikofaktoren seien Bluthochdruck, Diabetes, starkes Übergewicht, Rauchen und eine mangelnde körperliche Verfassung oder wie Katharina Wiebelitz gern sagt: „Sitzen ist das neue Rauchen.“ Ihre Tätigkeit beinhalte, diese Patienten rechtzeitig zu identifizieren, einer adäquaten medizinischen Behandlung zuzuführen und den Risikofaktoren effektiv zu begegnen.

Dabei könne jeder Mensch selbst etwas tun, um möglichen Herzerkrankungen vorzubeugen, erklärt die Ärztin. „Notwendig ist, sich mehrmals pro Woche jeweils mindestens 30 Minuten ausdauernd zu bewegen. Spazieren zählt nicht, sondern zum Beispiel zügiges Laufen, Joggen oder Radfahren.“ Auch Schwimmen sei okay. „Leute, die denken, sie bewegen sich, tun es teilweise nicht wirklich oder nicht ausreichend“, stellt Katharina Wiebelitz immer wieder fest.

Auch das Gesundheitsverhalten der Bevölkerung sei vielleicht nicht ganz ausreichend, erklärt die Kardiologin. „Jeder Patient sollte seinen Blutdruck selber messen und auch seine Fettwerte und den Blutzuckerlangzeitwert wissen. Nur so kann ein Gesundheitsbewusstsein entstehen.“ Die kardiologische Praxis in Bischofswerda könne ein Bindeglied zu den Hausärzten in der Diagnostik und Therapie von Herzerkrankungen und der Prävention sein.

18 Behandlungsstunden pro Woche

In Zukunft soll sie mehr Sprechstunden anbieten als bislang, sagt Kristin Bartke, Handlungsbevollmächtigte der Gesellschaft Medizinische Versorgungszentren der Oberlausitz. „Wir gehen von etwa 18 Stunden ärztlicher Behandlung pro Woche aus. Telefonisch ist die Praxis täglich erreichbar.“ Die meisten Patienten kämen bislang aus Bischofswerda und dem Umland, dem Raum Kamenz sowie zum Teil aus Neustadt.

Es gehe um die Vernetzung der Klinik mit der Ambulanz, erklärt Kristin Bartke. „Wir wollen keine Konkurrenz, sondern eine Entlastung für die niedergelassenen Kardiologen sein.“ Deswegen habe man jetzt Matthias Czech geholt. „Er hat einen sehr guten Ruf als Kardiologe in der Region und langjährige Erfahrung. Als wir hörten, dass er Radeberg verlässt, haben wir angefragt.“

Der ehemalige Chefarzt erwarte, dass nun vielleicht mehr Patienten aus dem Raum Radeberg und aus dem Rödertal etwa zur Schrittmacher-Nachsorge kommen, die er jahrelang durchgeführt habe. Außerdem gehe es in der kardiologischen Praxis um die richtige Blutdruckeinstellung und um die Behandlungen der Herzkranzgefäße oder von Herzschwäche, fügt Katharina Wiebelitz hinzu.

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