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Wo bleiben die Tierpark-Besucher?

Sachsens kleinster Zoo in Bischofswerda gehört derzeit zu den wenigen Freizeiteinrichtungen, die geöffnet sind. Doch das scheinen viele nicht zu wissen.

Wo bleiben die Besucher? Das scheinen sich die Alpakas auch zu fragen. Der Tierpark Bischofswerda hat zwar seit 7. April wieder geöffnet. Doch bisher mit wenig Resonanz.
Wo bleiben die Besucher? Das scheinen sich die Alpakas auch zu fragen. Der Tierpark Bischofswerda hat zwar seit 7. April wieder geöffnet. Doch bisher mit wenig Resonanz. © Foto: Steffen Unger

Bischofswerda. Keine Besucher, so weit das Auge reicht - und das, obwohl sie jederzeit willkommen wären. Im Bischofswerdaer Tierpark sind vor allem unter der Woche aktuell mehr Mitarbeiter als Gäste anzutreffen. Die Gründe dafür glaubt Tierpark-Leiterin Silvia Berger zu wissen.

"Die Leute sind verunsichert, was sie alles benötigen, um zu uns zu kommen", sagt sie im Gespräch mit Sächsische.de. Dabei sei gar nicht so viel zu beachten. "Alle Informationen sind auf unserer Website zu finden", erklärt Berger. Dort werde man auch darüber informieren, sollte der Tierpark wieder geschlossen werden müssen.

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Im Grunde benötige man für einen Besuch nur die Information, dass ein vor maximal 24 Stunden durchgeführter Schnelltest negativ war. "Wir müssen da auf die Ehrlichkeit der Besucher vertrauen", sagt Berger. Deshalb gebe es die sogenannte Selbstauskunft, mit der für jeden Besucher ab sieben Jahren versichert werden muss, dass der Test negativ war.

Terminbuchungen auch am Eingang möglich

"Wir bieten auf unserer Website Terminbuchungen an, aber Besucher können sich auch vor Ort anmelden, wenn sie beispielsweise keinen Computer haben", sagt Berger. Dann werde am Eingang einfach geschaut, ob im Tierpark gerade noch Kapazitäten frei sind. Im Notfall müssten Besucher ein paar Minuten warten. Ausfüllen müssen sie ein Blatt mit persönlichen Daten. Auch das Formular zur Selbstauskunft ist direkt am Eingang erhältlich. Wer zuvor an einer der Teststellen einen Schnelltest absolviert hat und dieser negativ ausfiel, muss den Nachweis dafür nur vorzeigen. Dann ist dafür kein Papierkram notwendig.

Die wenigen Besucher, die seit der Wiedereröffnung in den Tierpark gekommen sind, hätten die Hürden aber gerne genommen. Beispielsweise der siebenjährige Ben, ein Stammgast, wie er selbst sagt. In diesem Jahr sei er aber zum ersten Mal im Tierpark. "Das muss man ja fotografieren, dass ich hier war. Denn sonst glaubt mir das keiner", erzählt er. Er sei froh, dass der Tierpark geöffnet hat und für Abwechslung im Alltag sorgt. "Ich bin gerne hier und werde bald wiederkommen", sagt er. Der Corona-Spucktest, den er gemeinsam mit seiner Mutter vor dem Tierparkbesuch gemacht hatte, habe im Übrigen keine Probleme bereitet.

Endlich mal wieder die Nase platt drücken an den Scheiben der Tiergehege: Für den siebenjährigen Ben war der Besuch im Tierpark Bischofswerda jetzt eine willkommene Abwechslung.
Endlich mal wieder die Nase platt drücken an den Scheiben der Tiergehege: Für den siebenjährigen Ben war der Besuch im Tierpark Bischofswerda jetzt eine willkommene Abwechslung. © SZ/Richard Walde

Während Ben mit seiner Begleitung einfach so und ohne Anmeldung zum Tierpark gekommen ist, haben sich die einzigen anderen Besucher vorab online angemeldet. "Wir finden es schade, dass es nicht so angenommen wird, aber die Kinder freuen sich, dass sie ohne anzustehen auf die Spielgeräte können", erzählt die ältere Frau, die gemeinsam mit ihrer Tochter und den Enkelkindern in den Park gekommen ist.

Maske muss nicht überall getragen werden

"Ich bin ehrlicherweise erschrocken, dass niemand da ist", sagt sie. Zur notwendigen Anmeldung hat sie eine klare Meinung. "Das ist jetzt sowieso in vielen Geschäften notwendig und überhaupt kein Problem", sagt sie. Vorab habe sie aber dennoch im Tierpark angerufen, um genau zu erfahren, unter welchen Voraussetzungen ein Besuch überhaupt möglich ist.

Das sei aber nicht unbedingt notwendig, wie Silvia Berger betont. "Das Telefon ist auch nicht ständig besetzt. Wir können nur empfehlen, zu den Öffnungszeiten mit dem negativen Test zum Tierpark zu kommen", sagt sie. Außerdem könne man am Telefon auch keine anderen Auskünfte geben, als sie online zu finden seien.

Dort heißt es im Übrigen auch, dass man einen Mund-Nasen-Schutz nur im Kassenbereich und in Situationen, wo ein Mindestabstand schwer einhaltbar sei, tragen muss.

Kamenzer Kindergarten hilft mit einer Spende

Der Tierpark Bischofswerda hat bis auf Weiteres täglich zwischen 9 und 18 Uhr geöffnet. Vor einer erneuten Schließung hat Silvia Berger vor allem Sorge, weil die finanzielle Situation immer unsicherer werde. "Wir haben bisher noch kein Geld aus öffentlicher Hand bekommen, aber es soll wohl etwas auf dem Weg sein", sagt sie.

Angekommen sind dagegen Spenden der Kamenzer Kindertagesstätte Sonnenschein. Eltern haben dort eine Crowdfunding-Aktion gestartet, die einen Besuch der Kinder im Tierpark finanzieren soll. Nachdem dafür schon ausreichend Geld zusammengekommen ist, profitiert der Tierpark nun auch direkt mit einer Spende über 600 Euro davon. Als Belohnung plant Silvia Berger deshalb eine gemeinsame Tierfütterung mit den Kindern.

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