merken
PLUS Bischofswerda

Bischofswerda verteilt 300 Corona-Gutscheine

Mit der Aktion bedankt sich die Stadt bei den freiwilligen Helfern, und auch Geschäfte und Gaststätten haben etwas davon.

Katrin Schiller steht auf dem Altmarkt in Bischofswerda. Sie ist eine der Corona-Helferinnen, bei der sich die Stadtverwaltung jetzt bedanken möchte.
Katrin Schiller steht auf dem Altmarkt in Bischofswerda. Sie ist eine der Corona-Helferinnen, bei der sich die Stadtverwaltung jetzt bedanken möchte. © Steffen Unger

Bischofswerda. Spendenaufrufe teilen, Menschen suchen, die Masken nähen oder Kinder auffordern, Bilder für Bewohner eines Altenheims zu malen. Katrin Schiller aus Weickersdorf hat vor allem im Frühjahr, während der bislang umfangreichsten Corona-Einschränkungen, viel getan, um zu helfen oder andere dazu zu animieren. Neben anderen Menschen und verschiedenen Einrichtungen, ist sie deshalb an diesem Mittwoch ins Rathaus eingeladen.

Denn hier werden die Corona-Gutscheine der Stadt Bischofswerda verteilt, erklärt Sprecher Sascha Hache. „Wir haben insgesamt 300 Gutscheine zu je 20 Euro erworben.“ Die Kosten von 6.000 Euro werden durch städtische Haushaltsmittel aus der Wirtschaftsförderung gedeckt. Im Juni hatte die Stadt über die Aktion „Hilfe für die Helfer“ informiert. In Weißwasser habe es eine ähnliche Aktion gegeben, die man sich angeschaut und auf Bischofswerda übertragen hätte, sagt Sascha Hache.

Klinik Bavaria Kreischa
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN
PERSPEKTIVEN SCHAFFEN – TEAMGEIST (ER-)LEBEN

Wir sind die KLINIK BAVARIA Kreischa - eine der führenden medizinischen Rehabilitationseinrichtungen in Ostdeutschland.

Fünf Gutscheine pro Händler

Lokale Ladeninhaber, Dienstleister oder Gastronomen, „die durch die Corona-Krise von der Schließung betroffen waren“, wurden dazu aufgerufen, je fünf Gutscheine über je 20 Euro für ihr Geschäft auszustellen. Die Rechnung sollten sie an die Stadt Bischofswerda schicken.

Laut Stadtsprecher Sascha Hache haben sich 60 Händler an der Aktion beteiligt, darunter Modegeschäfte, Gaststätten, Parfümerien oder Blumengeschäfte. Rund 170 Berechtigte sein vorab von Wirtschaftsförderer Manuel Saring angeschrieben und über das Projekt informiert worden. Laut Saring würden die Händler von neuer Kundschaft profitieren und der Einzelhandel in der Innenstadt damit gestärkt. Die Gutscheine sollten als Dankeschön an Menschen verteilt werden, „die während der Corona-Krise ehrenamtlich unterstützt und geholfen haben.“

Dieser Zeitpunkt ist mit dem Termin im Rathaus jetzt gekommen. Sascha Hache sagt, dass man 28 Privatpersonen oder Einrichtungen eingeladen habe. 15 davon hätten sich angemeldet. „Wir werden alle Gutscheine verteilen, auch an diejenigen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen können.“

Masken mit der Familie genäht

Zu den Helfern zählen etwa Madlen Schwarz und ihre Kinder sowie Sandra Schölzel, teilt Sascha Hache mit. „Einzelhändler der Stadt, die während der Schießung ihrer Ladenlokale ehrenamtlich Mund-Nasen-Bedeckungen genäht haben.“ Sie hätten demnach ein kleines Näh-Netzwerk aufgebaut und Pflege- und Gesundheitseinrichtungen wie Altenpflegeheime mit Stoffmasken beliefert.

Auch Minh Nguyen Duc, Inhaber der „Asia Pfanne“ am Altmarkt, hat mit seiner Familie Masken genäht. Gegenüber Sächsische.de spricht der Gastronom von 50 bis 60 Masken, die seine Familie an die Stadt Bischofswerda weitergereicht habe. „Wir geben von Herzen“, sagt Minh Nguyen Duc.

Einrichtungen, die von der Stadt Bischofswerda Corona-Gutscheine erhalten, seien etwa das Krankenhaus, Senioren- und Altenpflegeheime, die Lebenshilfe, Feuerwehren oder der Tierpark in Bischofswerda, der im Frühjahr 46 Tage lang geschlossen war. Beim Aufteilen der Gutscheine müsse klar sein, dass eine Einrichtung mehr Gutscheine bekommt als eine Einzelperson, erklärt Sascha Hache. Wer die Gutscheine letztlich bekommt, habe die Stadtverwaltung einerseits entschieden und andererseits dabei Vorschläge der Bischofswerdaer berücksichtigt. 

„Gutscheine sinnvoll verteilen“

Katrin Schiller findet die Idee gut, „wenn die Stadt es schafft, die Gutscheine sinnvoll zu verteilen.“ Die Corona-Helferin ist hauptberuflich stellvertretende Leiterin der sozialen Betreuung im Altenpflegeheim „Zur Heimat“ der Diakonie in Bischofswerda, das voraussichtlich Gutscheine bekommen wird. „Gutscheine einer Gaststätte würden uns nicht so viel bringen, aber wenn es ein Blumenladen wäre, hätten auch unserer Bewohner etwas davon“, sagt Katrin Schiller.

Zu Beginn des Corona-Ausbruchs in Deutschland sei sie gerade dabei gewesen, die lokale Plattform nebenan.de in Bischofswerda zu bewerben. Das ist ein Nachbarschaftsportal im Internet, das dazu führen soll, „aus virtuellen Begegnungen reale zu machen“, erklärt Katrin Schiller. Die Plattform wurde dann einfach dafür genutzt, zum Maskennähen aufzurufen, Corona-Hilfsangebote zu verbreiten oder Spendenaufrufe zu teilen. „Es gab Menschen, die angeboten hatten, für andere zu kochen und das Essen zu verteilen oder einkaufen zu gehen.“ Den Bedarf habe es aber offenbar gar nicht in so großem Maß gegeben.

Am meisten habe sich Katrin Schiller über ihren erfolgreichen Aufruf an Kinder gefreut und für die Ergebnisse ist sie noch heute sehr dankbar. „Unsere Heimbewohner konnten eine Zeit lang keinen Besuch empfangen. Wir hatten Kinder deshalb gebeten, Bilder zu malen. Es kamen Unmengen an Bildern und Gebasteltem, womit wir unseren Bewohnern immer wieder eine große Freude machen konnten.“

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda