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Das ist Großharthaus neue Schulleiterin

Anja Blankenstein leitet seit Anfang Februar die örtliche Grundschule - und steht gleich vor einer großen Aufgabe.

Anja Blankenstein (links) hat die Leitung der Grundschule Großharthau von Regine Heitz übernommen.
Anja Blankenstein (links) hat die Leitung der Grundschule Großharthau von Regine Heitz übernommen. © SZ/Uwe Soeder

Großharthau. Allzu lange werden die 101 Schüler und ihre Eltern in Großharthau wohl nicht brauchen, um sich an ihre neue Schulleiterin zu gewöhnen. Schließlich ist Anja Blankenstein hier seit 1987 Lehrerin. Am 1. Februar hat sie die Leitung übernommen und eine erfolgreiche erste Woche erlebt. „Die Übergabe war perfekt, und ich konnte alles gut abarbeiten“ sagt sie. Das habe sehr viel mit ihrer Vorgängerin zu tun, die am 29. Januar in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Regine Heitz wechselte vor zehn Jahren aus Bautzen als Schulleiterin nach Großharthau. Eigentlich hätte sie noch bis August 2022 arbeiten müssen, hat sich aber dazu entschieden, etwa früher aus dem Dienst zu scheiden, vor allem aus privaten Gründen. Für ihre Hobbys habe die Kraft zuletzt manchmal gefehlt. „Es war ein erfülltes Arbeitsleben, und bis jetzt fühlt es sich gut an“, sagte sie eine Woche nach ihrer Verabschiedung.

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Ein halbes Jahr mit der Entscheidung gerungen

Der Zeitpunkt für den Wechsel sei gut und das zweite Halbjahr geplant. „Wir haben immer alles im Team gemacht. Anja Blankenstein war die ganze Zeit sehr aktiv und kann vieles weiterführen“, argumentiert Regine Heitz. Sie freue sich sehr, dass ihre Kollegin nun Schulleiterin ist.

Dabei war das nicht selbstverständlich. „Ich habe ein halbes Jahr gerungen, ob ich mich der Herausforderung stelle, und mich dann beworben“, sagt Anja Blankenstein. Es sei auch nicht üblich, dass eine bisherige Lehrerin an derselben Schule Leiterin werde. Das Landesamt für Schule und Bildung (Lasub) wähle unter den Bewerbern gern Kandidaten von anderen Schulen aus.

Für Regine Heitz sei mit der Verabschiedung auch eine Last weggebrochen. „Es ist eine große Verantwortung. Gerade an kleinen Schulen unterrichten die Leiter relativ viel, vertreten die Kollegen, wenn diese ausfallen, und haben viele weitere Aufgaben zu erledigen.“

Dabei will sie nicht falsch verstanden werden. Die Arbeit habe Spaß gemacht, und unterrichtet habe sie auch sehr gern. „Als ich mich entschieden hatte aufzuhören, habe ich manchmal vor der Klasse gestanden und gedacht: Oje, das ist bald zu Ende."

Bürgermeister begrüßt Entscheidung

Geholfen habe ihr all die Jahre nicht nur die gute Zusammenarbeit mit dem Lasub, sondern auch ihr Team vor Ort. „Es war immer ein gutes Miteinander in Großharthau. Ich bin sehr harmoniebedürftig, und das hat hier gepasst“, erzählt Regine Heitz. Und wenn man mit Herzblut bei der Sache sei, entwickle man auch etwas. „Ich habe ganz viele Ideen. Manche Kolleginnen hatten manchmal den Eindruck, von einem Schnellzug überrollt zu werden.“

In den vergangenen Jahren seien so viele Sachen in der und rund um die Schule entstanden. Aus dem Dachgeschoss sind zwei Klassenzimmer geworden. Schallschutz wurde installiert, so dass es weniger Krach im Speisesaal gibt. Dazu wurden die Turnhalle saniert, neue Schulmöbel gekauft, eine Kletterspinne aufgestellt, und jetzt werde auch die Digitalisierung umgesetzt.

Laut Regine Heitz liege das auch am Bürgermeister. „Der muss erkennen, dass Schule wichtig ist und nicht nur Geld frisst, etwa auch um neue Einwohner zu gewinnen.“ Jens Krauße (SPD) ist froh, dass die ehemalige Schulleiterin oft nicht lockergelassen habe. Und er glaubt, dass ihre Nachfolgerin das ebenfalls nicht tun werde. „Anja Blankenstein wird das fortführen. Sie ähnelt ihrer Vorgängerin im Schulischen und ihrem Drang, Dinge voranzubringen.“

Anja Blankenstein sitzt im Gemeinderat

Die Gemeinde als Schulträger habe sowohl bei Regine Heitz als auch bei Anja Blankenstein wahnsinniges Glück gehabt. Im Rahmen der Bewerbung um die Schulleitung werde man zwar angehört, aber die Entscheidung treffen andere. „Der Vorteil der neuen Schulleiterin ist, dass sie die Leute kennt, weil sie hier verwurzelt ist und im Gemeinderat sitzt. Das ist eine ganz andere Plattform", so Jens Krauße.

Last und Verantwortung hätten Anja Blankenstein letztlich nicht abgeschreckt. „Ich stelle mich der Herausforderung.“ Und mit Digitalisierung und Homeschooling ist sie da gleich mittendrin. „Die erste große Aufgabe ist der Einsatz neuer Medien“, weiß sie. Digitale Tafeln und iPads sollen demnächst kommen. „Ich denke, wir haben bislang gute Arbeit mit dem Homeschooling und der Lernplattform geleistet.“ Zweimal habe sie Elterngespräche vor der Schule geführt. Nicht alles lässt sich online regeln.

Schulleiterin bleibt Klassenlehrerin

„Wir alle hoffen, dass wir bald zu normalem Regelunterricht übergehen können“, sagt Anja Blankenstein. Dazu gehören in Großharthau nicht nur der Schulalltag, sondern auch besondere Zeiten wie die Schwimmwochen im Sommer im Massenei-Bad oder die Lesewochen. Die neue Schulleiterin wird auch Klassenlehrerin bleiben. „Ich bin weiter für meine erste Klasse da. Das ist mir wichtig.“

Dafür wird Anja Blankenstein aber keinen Ethikunterricht mehr in der Neukircher Grundschule geben. Eine andere Kollegin hatte ebenfalls ein paar Stunden pro Woche in einer anderen Schule unterrichtet. Auch sie hört damit auf, damit der Unterricht in Großharthau nach dem Wechsel der Schulleitung abgedeckt ist.

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