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Bischofswerda

Skurriles aus 800 Jahren Schmiedefeld

Ein Hobbyhistoriker hat die Geschichte des kleinen Ortes bei Großharthau recherchiert und ist auf einige spannende Anekdoten gestoßen.

Einen kleinen Ausflug in die Schmiedefelder Geschichte bietet auch das Wandbild an der ehemaligen Schule.
Einen kleinen Ausflug in die Schmiedefelder Geschichte bietet auch das Wandbild an der ehemaligen Schule. © Foto: SZ/Uwe Soeder

Schmiedefeld. Friedrich Mitzscherling war der erste Ordnungshüter vom Schmiedefeld. Ortsdiener hieß das damals, im Jahr 1880. Heute würde man wahrscheinlich Bürgerpolizist sagen. Seinerzeit bekam Mitscherling sogar einen Säbel. Nachdem in der Fleischerei Mager ein Spitzbube gefangen wurde. Als Respektsperson hatte der Ortsdiener kraft seines Amtes für die Einhaltung der Gesetzlichkeiten zu sorgen.

Damit dieses Ereignis und viele andere wichtige Begebenheiten aus der Geschichte von Schmiedefeld der Nachwelt erhalten bleiben, entsteht momentan eine Broschüre, in der Christian Schöne, Vorstandsmitglied des Schmiedefelder Kultur- und Sportvereins, die Geschichte des kleinen Ortes festhält. „Ich mache das aber nicht allein“, betont der 75-Jährige nachdrücklich. Viele Schmiedefelder würden ihn dabei unterstützen, erzählt er.

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Einer von ihnen ist Frank Bernstein. Ein Hobbyhistoriker, „der historische Fotos sammelt, auf Dachböden herumkriecht und Verbindungen zu Leuten sucht, die über Geschichte berichten können“. Der 71-Jährige habe ihm enorm viel Zuarbeit geleistet, betont Schöne. „Diese Chronik ist also ein Gemeinschaftswerk.“ 

Finanzierung der Broschüre ist gesichert

Auf 78 Seiten haben Christian Schöne und Frank Bernstein in gut lesbarer Form die Geschichte des kleinen, im Jahr 1221 als Smydivelt gegründeten Ortes aufgeschrieben. Ein Zeitstrahl, der sich durch die gesamte Broschüre zieht, lässt leicht erkennen, in welcher Zeitperiode man sich gerade befindet. Neben Jahreszahlen, Fakten und historischen Fotos und Dokumenten hat Christian Schöne auch unverbürgten Überlieferungen und Anekdoten Platz eingeräumt. 

Da muss man beispielsweise schmunzeln, wenn man die Geschichte vom Pfarrer liest, der beim Kirschenpflücken fast seinen Termin bei einer Beerdigung vergessen hat. Es gibt aber auch Nachdenkliches. Zum Beispiel die tragische Geschichte eines Nachbarschaftsstreites aus dem Jahr 1899, der mit fünf Toten endete. Alle fünf nahmen sich das Leben.

Auf 78 Seiten hat Christian Schöne die Geschichte von Schmiedefeld festgehalten. Viele Schmiedefelder hätten ihn dabei ünterstützt, betont der 75-Jährige..
Auf 78 Seiten hat Christian Schöne die Geschichte von Schmiedefeld festgehalten. Viele Schmiedefelder hätten ihn dabei ünterstützt, betont der 75-Jährige.. © SZ/M. Paul

Finanziert wird das historische Büchlein mithilfe der Ehrenamtsförderung. 1.000 Euro habe der Verein bewilligt bekommen, berichtet Christian Schöne.

Schmiedefeld feiert 800. Geburtstag

Dass eine solche Broschüre überhaupt entsteht, hängt mit dem 800. Geburtstag des Ortes im nächsten Jahr zusammen. Den wollen die Schmiedefelder gebührend feiern. Nicht nur mit dem großen Festwochenende im Juni und einer besonderen Veranstaltung in jedem Monat des Festjahres, sondern auch mit etwas Bleibendem. So entstand die Idee mit der Chronik.

Auf das Jubiläum bereitet sich der Ort schon seit vorigem Jahr vor. Da wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die inzwischen oft zusammensaß. Denn, der Kultur- und Sportverein habe zwar den Hut auf, aber es sei ihm ungemein wichtig, „die breite Masse mit in die Festvorbereitung einzubeziehen“, so Christian Schöne. Und tatsächlich gebe es auch viele Einwohner, die bereit seien, sich einzubringen.

Die Chronik ist übrigens nicht das einzige Druckwerk zum Jubiläum. Entstanden ist auch ein Kalender, mit den monatlichen Geburtstags-Höhepunkten. Den Auftakt fürs Festjahr bildet im Januar eine fiktive Reise in die Vergangenheit. Im Bürgerhaus wird ein Film über die Leinwand flimmern, den Frank Bernstein aus 300 seiner historischen Fotos zusammengestellt hat.

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