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Schmiedefeld: Jubiläum ohne Feier

Der Ortsteil von Großharthau wird 800 Jahre alt. Weil derzeit keine Veranstaltungen stattfinden dürfen, macht der Ort jetzt anders auf sich aufmerksam.

Mit diesen Strohpuppen macht der Ort Schmiedefeld auf sein Jubiläum aufmerksam. Lisette Rarisch vom Kultur- und Sportverein hat die Kleidung für die Puppen genäht. Landwirt Christian Ahrens spendierte das Stroh.
Mit diesen Strohpuppen macht der Ort Schmiedefeld auf sein Jubiläum aufmerksam. Lisette Rarisch vom Kultur- und Sportverein hat die Kleidung für die Puppen genäht. Landwirt Christian Ahrens spendierte das Stroh. © Steffen Unger

Großharthau. Wer auf der B 6 zwischen Dresden und Bischofswerda unterwegs ist, wird ab sofort an den runden Geburtstag von Schmiedefeld erinnert. Der heutige Ortsteil von Großharthau begeht in diesem Jahr sein 800. Jubiläum, was ursprünglich ausgiebig gefeiert werden sollte. Doch weil die monatlich geplanten Veranstaltungen bis auf Weiteres nicht möglich sind, macht der Ort jetzt anderweitig auf sich aufmerksam: mit zwei Strohpuppen und einem großen Plakat an der Bundesstraße.

"Da weiß man wenigstens, dass es Schmiedefeld noch gibt und nicht vergessen wird", sagt Christian Schöne vom Kultur- und Sportverein im Gespräch mit Sächsische.de. "Weil wir in diesem Jahr bis jetzt keine unserer Festivitäten durchführen konnten, gibt’s die Strohpuppen als ein Zeichen, dass wir 800 Jahre alt werden", fügt seine Mitstreiterin Lisette Rarisch an. Geplant und umgesetzt wurde die Idee gemeinsam mit Max Feindor und Marco Forker.

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Christian Schöne vom Kultur- und Sportverein hatte für das Jubiläumsjahr große Pläne. Doch daraus wird erstmal nichts.
Christian Schöne vom Kultur- und Sportverein hatte für das Jubiläumsjahr große Pläne. Doch daraus wird erstmal nichts. © Archivfoto: Uwe Soeder

Gespendet wurden das Stroh und die Technik zum Aufbauen von Christian Ahrens, der selbst aber kein Mitglied des Vereins ist - weil er in den vergangenen Monaten einfach keine Möglichkeit hatte, einzutreten. Denn Sitzungen fanden aufgrund der Corona-Beschränkungen nicht statt. "Unser Vereinsleben liegt, wie bei fast allen Vereinen, aktuell komplett brach", sagt Lisette Rarisch.

Eigentlich sollte es in jedem Monat eine kleine Veranstaltung geben. Im Jubiläumsmonat Juni - Schmiedefeld wurde am 24. Juni 1221 erstmals urkundlich erwähnt - war sogar ein Festwochenende von Freitag bis Sonntag geplant. "Daraus wird leider nichts, aber das holen wir nach", betont Christian Schöne. Als Termin dafür haben sich die Organisatoren Himmelfahrt 2022 ausgeguckt.

Im Dürren Fuchs stieg einst Napoleon ab

Dass die beiden Strohpuppen am vergangenen Wochenende direkt an der Bundesstraße am Abzweig nach Schmiedefeld und Seeligstadt aufgestellt wurden, hat einen besonderen Grund. "Schmiedefeld war durch den Dürren Fuchs und das Postgut ein historisch recht bekannter Ort", erzählt Schöne.

Denn im ehemaligen Gasthaus waren viele historisch wichtige Personen zu Gast. Beispielsweise übernachtete auch Napoleon in einem Zimmer des Fuchses, wie der Gasthof umgangssprachlich genannt wird. Heute erinnert kaum noch etwas an diese Zeit, denn der Gasthof steht seit vielen Jahren leer und wird nach und nach der Natur überlassen.

"Wir haben hier nichts mehr außer dem Kultur- und Sportverein sowie der Feuerwehr. Früher gab es drei Kneipen", erzählt Schöne. Auch deshalb sei es die Aufgabe des Vereins, die alten Geschichten des Ortes festzuhalten und somit der Nachwelt präsentieren zu können. Aus diesem Grund hat man auch eine Festschrift erstellt, in der es um die 800-jährige Historie von Schmiedefeld geht.

Auch die Orgel hat ein Jubiläum

Da nicht nur Schmiedefeld selbst, sondern auch die Orgel in der St.-Michaelis-Kirche einen runden Geburtstag feiert, wird es am 6. Juni um 17 Uhr einen "musikalischen Familiengottesdienst mit der Orgelmaus" geben, wie Schöne berichtet. An der 200-jährigen Orgel wird dabei Samuel Holzhey sitzen, der unter anderem die Chöre der Kirchgemeinden Bischofswerda, Putzkau und Schmölln leitet.

Da noch nicht klar ist, wie viele Menschen an diesem Tag am Gottesdienst teilnehmen können, wird um eine rechtzeitige Anmeldung im Pfarramt Großharthau gebeten. Das Tragen eines zumindest medizinischen Mund-Nase-Schutzes sei aber auf jeden Fall für alle Besucher über sieben Jahren Pflicht.

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