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Bischofswerda: So geht's mit dem Handel weiter

Die Stadt hat ihr Konzept für den Einzelhandel aktualisiert. Jetzt sollen sich Bürger, Unternehmen und Behörden dazu äußern. Der Stadtrat ist geteilter Meinung.

Wie geht's mit dem Handel in Bischofswerda weiter? Ein Konzept soll einerseits die Läden in der Innenstadt, etwa auf dem Altmarkt, schützen und andererseits Neuansiedlungen zulassen, allerdings nicht jedes Geschäft an jedem Standort.
Wie geht's mit dem Handel in Bischofswerda weiter? Ein Konzept soll einerseits die Läden in der Innenstadt, etwa auf dem Altmarkt, schützen und andererseits Neuansiedlungen zulassen, allerdings nicht jedes Geschäft an jedem Standort. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Dieser Tagesordnungspunkt hat mit Abstand den größten Raum in der Stadtratssitzung am Dienstagabend eingenommen: die Diskussion um das Einzelhandels- und Zentrenkonzept der Stadt Bischofswerda.

In dem bereits 2018 beschlossenen Konzept hat es jetzt Änderungen gegeben, zu denen die Öffentlichkeit Stellung beziehen soll. Inhaltlich geht es vor allem um die verschiedenen Handelsstandorte oder Zentren: Innenstadt, Carl-Maria-von-Weber-Straße und Schiebock-Passage.

Das Areal zwischen Neustädter Straße und Drebnitzer Weg könnte ein Sonderstandort werden. Aktuell passiert dort aber nichts, weil sich der Eigentümer, die Saller-Gruppe aus Thüringen, und die Stadt nicht einig sind.

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Drebnitzer Weg: Berater schlägt andere Branchen vor

Zu diesem Punkt haben fast alle Fraktionen im Stadtrat am Dienstag Stellung bezogen, nachdem Jonas Hopfmann vom Beratungsunternehmen Dr. Lademann und Partner die Änderungen im Konzept vorgestellt hatte. So erläuterte er, dass die Verlagerung des Netto-Marktes von der Belmsdorfer Straße an den Drebnitzer Weg jederzeit umgesetzt werden könne. Allerdings empfehle man andere Geschäfte als der Eigentümer, der dort einen namhaften Drogeriemarkt ansiedeln will.

Die Planer favorisieren stattdessen „Tierbedarf oder Sportartikel“, um so „Lücken zu schließen“, erklärte Jonas Hopfmann. Diese Angebote seien nicht zentrenrelevant und würden so auch nicht den Handel in der Innenstadt gefährden. Vorstellbar seien auch ein kleiner Möbel-, Bau- oder Fahrradmarkt.

Robert Geburek, Fraktionsvorsitzender der Bürger für Bischofswerda (BfB), sagte, er könne nicht verstehen, warum die Drogeriefiliale von Rossmann am Altmarkt so geschützt werden soll. „Wir brauchen einen Anziehungspunkt am Drebnitzer Weg“, sagte er. Und das sei nun mal der Drogeriemarkt.

OB will mit Eigentümer im Gespräch bleiben

Stadtrat Hans-Jürgen Stöber (Die Linke/SPD) fragte Oberbürgermeister Holm Große (parteilos), wie es nun am Drebnitzer Weg weitergehen soll. Er finde ebenso wie Anwohner, dass der Anblick der dortigen Schuttberge nicht mehr hinnehmbar sei. Zudem müsse der Stadtrat am Ende über das Konzept entscheiden und nicht jeder Empfehlung des Beratungsunterunternehmens folgen.

Holm Große betonte, dass es im Rahmen der öffentlichen Auslegung allen Unternehmen gestattet sei, ihre Meinungen einzubringen, auch die Saller-Gruppe könne das tun. Die Stadt sei immer bemüht gewesen, im Gespräch zu bleiben, und werde dies auch weiterhin tun. Dass er als Bürgermeister dem Eigentümer wegen der immer noch nicht abtransportierten Schuttberge Erpressung vorgeworfen habe, ändere daran nichts.

Stadtrat Jürgen Neumann (FDP) meinte, es sei bedenklich, „dass die Firma uns erpressen will“. Die gesamte FDP-Fraktion wolle die Investitionen an diesem Standort nicht bremsen, aber die Flächen müssten genehmigungsfähig sein, und darüber entscheide nicht allein die Stadt Bischofswerda, sondern auch übergeordnete Behörden.

Stadtrat diskutiert nach Auslegung erneut

AfD-Fraktionsvorsitzender Frank Fichte befürchtet, dass sämtliche Pläne der Saller-Gruppe ohne den Drogeriemarkt platzen, da es sich dann nicht lohne. „Der dm-Markt ist der Magnet für Saller.“ Er würde es für Bischofswerda positiv sehen, so Fichte, wenn die Drogeriekette käme.

Durch die Lage könnte dieser Standort ein Bindeglied zwischen dem Norden und dem Süden der Stadt werden. Der Altmarkt sei für ihn auf dem Weg, ein Ort für Dienstleistungen und Gastronomie zu werden. Wenn der Neubau von Edeka an der Stolpener Straße fertig sei, könnte das eine weitere Abwanderung von Kunden und mögliche Geschäftsschließungen bedeuten.

Der Stadtrat beschloss die öffentliche Auslegung des aktualisierten Konzepts mit 22 Stimmen und einer Enthaltung. Nach der Auslegung soll in einer Stadtratssitzung erneut darüber diskutiert werden. Das wurde auf gemeinsamen Antrag von BfB, AfD sowie der Fraktion Die Linke/SPD im Protokoll vermerkt.

Laut Stadtsprecher Sascha Hache soll das Konzept ab dem 14. Dezember öffentlich ausgelegt werden. Annett Richter vom städtischen Bauamt teilt mit, dass die Auslegung für mindestens vier Wochen geplant ist.

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