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Neukirch: 28 Einsprüche gegen neues Gewerbegebiet

Die Pläne für die Wesenitzaue stoßen bei Anwohnern auf Kritik. Sie finden: Für Gewerbeflächen gibt es bessere Alternativen.

Anwohner der Wilthener Straße in Neukirch machen deutlich, was sie vom Bebauungsplan halten. Auch nach der Einwohnerversammlung vom Montag haben sie noch viele Fragen.
Anwohner der Wilthener Straße in Neukirch machen deutlich, was sie vom Bebauungsplan halten. Auch nach der Einwohnerversammlung vom Montag haben sie noch viele Fragen. © Archivfoto: Steffen Unger

Neukirch. Der Bebauungsplan "Wesenitzaue" bleibt in Neukirch umstritten. Nachdem der Planentwurf von jedermann im Rathaus eingesehen werden konnte, sind 28 Stellungnahmen von Familien eingegangen, informierte Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) auf einer Einwohnerversammlung am Montagabend. 

Zu den darin formulierten Bedenken gehören unter anderem Sorgen von Nachbarn hinsichtlich einer möglichen Verschlechterung ihrer Wohnqualität durch das geplante Gewerbegebiet. Sie befürchten Lärm, Schmutz und Erschütterungen durch den Neubau einer Straße und den zunehmenden Lkw-Verkehr sowie eine Zerstörung des Landschaftsbildes. Auch Fragen des Natur- und Artenschutzes in der teilweise in einem Landschaftsschutzgebiet gelegenen Aue werden angesprochen. 

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"Werde ich enteignet, wenn ich kein Land abgebe?"

Kritisch hinterfragt wird von den Bürgern auch, ob die Gemeinde mögliche Standort-Alternativen ausreichend geprüft hat. Aus Sicht von Anwohnern sind das ehemalige Molkereigelände, Flächen der einstigen LPG oder ein Grundstück am Kreisverkehr geeigneter für neue Gewerbeflächen als die zwischen Leibinger- und Wilthener Straße gelegene Wesenitzaue. 

Die Stellungnahmen werden zurzeit ausgewertet. Jeder Einwand werde geprüft und durch den Gemeinderat abgewogen, versicherte Jens Zeiler. 

Trotzdem gab es Fragen zum Thema. "Werde ich enteignet, wenn ich für die neue Erschließungsstraße kein Land abgebe?", fragte eine Anwohnerin. Der Bürgermeister verneinte. Auf Nachfrage, wie man dann die Straße bauen wolle, entgegnete Jens Zeiler, die Gemeinde setze auf Gespräche. 

Einzelgespräche statt einer Anwohnerversammlung

Keine Antwort gab es auf die Bürgerfrage, wem die Flächen in der Wesenitzaue gehören. Jens Zeiler begründete es damit, dass man über Grundstücksfragen nicht öffentlich spreche. 

Auch der bereits mehrfach von Bürgern geäußerte Wunsch nach einer Anliegerversammlung ausschließlich zum Thema Wesenitzaue, wo alle offenen Fragen besprochen werden können, bleibt unerfüllt. Der Bürgermeister bietet stattdessen Einzelgespräche mit den betroffenen Familien an. "Wir sind mitten in einem laufenden Verfahren. Wir gehen dabei auf jeden einzelnen Punkt ein", erklärte er. 

Der Bebauungsplan "Wesenitzaue" sieht  die Erschließung von Gewerbeflächen, vor allem für den Werkzeugmaschinenproduzenten Trumpf und dessen Zulieferer, den Bau einer Erschließungsstraße sowie die Errichtung eines begrünten Hochwasserrückhaltebeckens vor. "Wir wollen nichts zerstören. Wir wollen etwas Neues gestalten", sagte Jens Zeiler. 

Sorge, dass die Kita-Plätze nicht reichen werden

Zu Beginn der gut besuchten Versammlung in der Festscheune des Rittergutes gab der Bürgermeister einen Überblick über laufende und geplante Projekte in Neukirch - von der Sanierung der Oberschule bis zum Wohnungsbau, von den Leistungen der freiwilligen Feuerwehr bis zur finanziellen Lage der Gemeinde, die bei Investitionen auch auf ihre Rücklagen in Höhe von 7,4 Millionen Euro vertrauen kann. 

Zu den weiteren Themen, die Bürger ansprachen, gehörte die Kapazität in den beiden Neukircher Kindertagesstätten. Ein Vater von zwei Kindern macht sich Sorgen, dass die Plätze nicht mehr reichen werden. Vor allem im Hort "sehe ich schwarz", sagte er. Die zuständige Amtsleiterin Petra Goldberg-Hübner beruhigte: Auch im nächsten Schuljahr werden alle Grundschulkinder, deren Eltern es wünschen, im Hort betreut. 

Wegen der Hygienebestimmungen war die Zahl der Plätze in der Festscheune begrenzt, und die Teilnehmer mussten sich vorsorglich in Listen eintragen. In spätestens vier Wochen sollen diese vernichtet werden. 

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