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Neukircher wollen Unverpackt-Laden eröffnen

Vom Mehl bis zum Waschmittel soll es dort alles zum Selbstabfüllen geben. Bis zur Eröffnung müssen die Gründer aber noch eine entscheidende Hürde nehmen.

Antje Dietrich und ihr Sohn Julius Wurm wollen in Neukirch einen Unverpackt-Laden eröffnen. Der soll an der Dresdener Straße gegenüber der Eisengießerei entstehen.
Antje Dietrich und ihr Sohn Julius Wurm wollen in Neukirch einen Unverpackt-Laden eröffnen. Der soll an der Dresdener Straße gegenüber der Eisengießerei entstehen. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch/Lausitz. Gegenüber der ehemaligen Eisengießerei in Neukirch soll es schon bald ein Geschäft geben, wo man Plastikverpackungen vergeblich sucht. Ein Mutter-Sohn-Gespann möchte sich damit einen großen Traum erfüllen. "Einfach aus der Tatsache heraus, dass es immer mehr Plastikmüll gibt und wir für die Umwelt und fürs Klima etwas tun müssen", betont Antje Dietrich gegenüber Sächsische.de.

Mit ihrem Sohn hat sie einen Experten mit an Bord. "Ich habe Einzelhandelskaufmann gelernt, und da möchte man ja auch mal seinen eigenen Laden aufmachen", betont Julius Wurm. Antje Dietrich kann, wie sie sagt, aus gesundheitlichen Gründen ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben. Deshalb sei sie mit ihrem Sohn zu dem Entschluss gekommen, sich selbstständig zu machen.

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Aktuell laufen die ersten Planungen, gerade erstellen die beiden ein Business-Programm, um Unterstützung von der Bank zu bekommen. "Es steht und fällt mit der Bank", sagt Dietrich.

Von Backwaren über Säfte bis zu Kosmetikartikeln

Was Dietrich und Wurm in ihrem Geschäft anbieten wollen, steht bereits fest. "Die Produktliste geht von Mehl über Nudeln, Gewürze und Tee bis hin zu frischem Obst und Gemüse – natürlich regional und nach Saison", erzählt Dietrich.

Auch Waschmittel, Bürsten aus Holz und waschbare Damenbinden möchte das Duo anbieten. "Für Öl habe ich einen Anbieter aus Kreta, der ganz frisch gepresstes Olivenöl vom Bio-Bauern liefert", erklärt Antje Dietrich. Denn obwohl es bei einem Unverpackt-Laden auf kurze Wege von der Produktionsstätte zum Geschäft ankommt, sollen es auch qualitativ hochwertige Produkte von außerhalb Sachsens in die Regale schaffen.

Manchmal ist das auch gar nicht anders möglich. "Es geht schon bei einfachen Produkten los wie Müsli oder Cornflakes. Da gibt es in der Nähe kaum Anbieter oder Großhändler, die das vertreiben", sagt Dietrich. Hier müsse man zwangsläufig auf Produkte aus anderen Bundesländern setzen.

Im Geschäft werden die Produkte dann in riesigen Glasgefäßen angeboten - abfüllen können sich die Kunden ihre Einkäufe in selbst mitgebrachte Behälter oder umweltfreundliche Verpackungen, die vor Ort angeboten werden.

Eröffnung ist für den Herbst geplant

Bereits beim Einkauf soll auf Plastik verzichtet werden. "Die Ware kommt in größeren Verpackungen wie Papierbeuteln, Metallbehältern oder eben lose", erklärt Dietrich. Das bedeute für manche Anbieter eine gewisse Umstellung, doch bisher sei die Idee fast immer positiv aufgenommen worden. "Viele Produzenten freuen sich über unsere Ideen, aber manche wussten damit noch gar nichts anzufangen, da musste ich erstmal erklären", sagt Dietrich. Denn außer in Dresden und Görlitz gebe es in der Region kein weiteres Geschäft, dass ein ähnliches Konzept verfolgt. "Ich denke, dass wir deshalb eine gewisse Stammkundschaft ansprechen werden", sagt Dietrich.

Bis die Waren tatsächlich im Geschäft an der Dresdener Straße angeboten werden können, wird aber noch einige Zeit vergehen. "Der Plan ist natürlich so schnell wie möglich zu öffnen, aber umsetzbar ist es realistisch ab 1. September", betont Dietrich. Bis dahin brauche man jede Unterstützung, die man kriegen könne.

"Ich habe ein extra Guthabenkonto bei PayPal eröffnet, wo Geld nur für den Laden gespendet werden kann", erklärt sie. Barspenden könnten zudem direkt bei ihr persönlich abgegeben werden.

Auch der Neukircher Bürgermeister steht hinter der Idee. "Das weckt in mir Kindheitserinnerungen, denn an genau diesem Standort gab es immer einen kleinen Konsum", erzählt Jens Zeiler (CDU). Unterstützen möchte die Gemeinde die Geschäftsgründung mit Marketingmaßnahmen.

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