merken
PLUS Bischofswerda

Schmölln: Wie weiter mit dem Mühlteich?

Der Heimatverein setzt sich für die Sanierung des Gewässers ein. Doch der Putzkauer Ortschronist möchte sie stoppen. Er nennt vor allem einen Grund.

Erhard Dietmar Lenz aus Putzkau hat bei der Gemeinde eine Petition gegen die Sanierung des Mühlteichs in Schmölln eingereicht.
Erhard Dietmar Lenz aus Putzkau hat bei der Gemeinde eine Petition gegen die Sanierung des Mühlteichs in Schmölln eingereicht. © SZ/Uwe Soeder

Schmölln-Putzkau. Für Erhard Dietmar Lenz ist es ein wichtiges Anliegen. An sich habe er ja nichts dagegen, dass sich die Gemeinde um den Mühlteich in Schmölln kümmert. Aber: „Die Sanierung ist in der Form, wie es die Gemeinde vorhat, nicht notwendig. Eine Entschlammung genügt und belastet die Gemeindekasse nicht übermäßig“, findet der Ortschronist aus Putzkau. Denn der Teich in Schmölln sei keine gemeinsame Einrichtung der drei Gemeindeortsteile Putzkau, Schmölln und Tröbigau.

Um gegen die Sanierung vorzugehen, hat Erhard Dietmar Lenz im September sogar eine Petition bei der Gemeindeverwaltung eingereicht. Darin heißt es etwa, dass der Teich, durch den das Schwarzwasser fließt, einst zwar von Menschen angelegt wurde, man mit den geplanten Arbeiten aber „in einem noch höheren Maße in die Natur“ eingreifen würde. „Stoppen Sie das Vorhaben. Wir Putzkauer sehen nicht ein, warum wir für diese rein Schmöllner Angelegenheit so viel mitbezahlen sollen.“

Anzeige
Tipps für die Herbstferien in Sachsen
Tipps für die Herbstferien in Sachsen

Vom 19. bis 30. Oktober sind Herbstferien in Sachsen: zwei Wochen voller Möglichkeiten, die Region zu erkunden und tolle Abenteuer zu erleben.

Eigenmittel sind nicht im Haushalt eingeplant

Um wie viel Geld es tatsächlich geht, ist allerdings unklar. Nach Auskunft der Gemeindeverwaltung habe der Gemeinderat in den vergangenen Monaten immer wieder über das Thema gesprochen und zuletzt im Dezember 2019 konkret über die Sanierung des Mühlteichs und die Aufnahme in den Haushaltsplan abgestimmt. Auf Betreiben des „Vereins der Natur und Heimatfreunde Schmölln“ kam der Antrag damals auf die Tagesordnung. Begründet wurde das mit der historischen Bedeutung des Teichs.

Doch die Gemeindeverwaltung riet davon ab, die Sanierung in den Haushalt aufzunehmen. Dem folgten die Räte auch mehrheitlich. Nach damaligem Stand wäre es um mindestens 665.000 Euro unter anderem für ein „Schlammentsorgungskonzept, Restplanungs- und Bauüberwachungsleistungen“ sowie eine Sanierung der Brücke flussabwärts und eines Teilstücks der Straße gegangen.

„Zusätzlich müssten nach Fertigstellung jährliche Folgekosten in Höhe von circa 2.000 Euro eingeplant werden“, heißt es in dem Beschluss. Darin steht auch, dass sich die Gemeinde um eine 90-prozentige Förderung bemühen wolle.

Heimatverein möchte, dass am Teich etwas passiert

Die nötigen Eigenmittel in Höhe von 66.500 Euro sollten aber mit einem „außerplanmäßigen Beschluss im Haushalt bereitgestellt werden“. Der Heimatverein aus Schmölln begrüßt das, auch wenn dessen Vorsitzender René Schubert sagt, dass die Sanierung nicht so viel Geld kosten muss. „Wichtig ist, dass was passiert. Die Brücke beim Wehr ist sehr marode, und in dem Zustand geht es eigentlich nicht weiter“, erklärt René Schubert. Zudem sei der Teich Anfang der 1990er -Jahre zuletzt grundlegend geschlämmt worden.

Bürgermeister Achim Wünsche hatte Ende September auf die Petition von Erhard Dietmar Lenz geantwortet. In seinem Brief an den Putzkauer, der Sächsische.de vorliegt, schrieb er in etwa das, was er bereits bei einer Einwohnerversammlung im vergangenen Februar mitgeteilt hatte.

Demnach würden die Überlegungen zur Sanierung des Teichs bis ins Jahr 2011 zurückreichen. Letztlich habe man sich „für die Variante ,Umgehungsrinne‘ entschieden“. Der Mühlteich solle demnach entschlammt und das Schwarzwasser an ihm vorbeigeleitet werden, damit sich weniger Sedimente in dem Gewässer ablagern. Auch die Brücke soll saniert werden.

Planungen zur Sanierung ruhen derzeit

Aus der Gemeindeverwaltung heißt es, dass aufgrund der Petition derzeit nichts in Sachen Mühlteich passiere. Da Achim Wünsche erkrankt sei, könne er nicht auf Fragen von Sächsische.de zu dem Thema antworten. 

Auch das Gespräch mit dem Bürgermeister, um das Erhard Dietmar Lenz nach dessen Brief gebeten hatte, sei noch nicht zustande gekommen. Er befürchtet, dass die möglichen Kosten für die Sanierung des Mühlteichs immer weiter steigen werden. „Schon die ersten Planungen über 450.000 Euro waren zu hoch angesetzt“, sagt der Putzkauer Ortschronist. Er wolle keinen Keil in die Gemeinde treiben, aber „es sind Gemeinde- und Fördermittel, mit denen man sorgsam und sparsam umgehen sollte. Diese sollte man zum Nutzen aller Bürger einsetzen."

Statt so viel Geld für den Mühlteich auszugeben, sollte die Gemeinde mal über einen Fuß- und Radweg nachdenken, der alle drei Ortsteile verbindet. Ein solcher Weg würde allen Einwohnern zu Gute kommen „und die einzelnen Gemeindeteile besser zusammenwachsen lassen“. 

Mit dem kostenlosen Newsletter „Bautzen kompakt“ starten Sie immer gut informiert in den Tag. Hier können Sie sich anmelden.

Mehr Nachrichten aus Bautzen lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Bischofswerda lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Kamenz lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Bischofswerda