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So geht’s auf dem Valtenberg weiter

Sandra Kirsch wird künftig die Gaststätte auf Neukirchs Hausberg betreiben. Was sie beibehalten und was sie ändern will.

Sandra Kirsch wird die Gaststätte auf dem Valtenberg in Neukirch übernehmen.
Sandra Kirsch wird die Gaststätte auf dem Valtenberg in Neukirch übernehmen. © Steffen Unger

Neukirch/Lausitz. Den Bürgermeister und einen Teil der Gemeinderäte hat Sandra Kirsch schon überzeugt. Die gelernte Hotelfachfrau hatte im Oktober ihr Konzept für die Valtenbergbaude vorgestellt. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, dass sie die neue Pächterin wird – ab 1. Januar 2022.

Viel wichtiger wird es sein, die Neukircher zu begeistern. „Eventuell starten wir mit einem Büfett, damit die Gäste uns und wir unsere Gäste kennenlernen können“, sagt Sandra Kirsch. Sie und ihr Team würden schließlich herausfinden wollen, was die Besucher möchten und erwarten.

Bis dahin bleibe noch genug Zeit, um alles vorzubereiten. Über die Ruhetage habe sie schon nachgedacht. So wie der jetzige Wirt am Montag und Freitag zu schließen, sei für sie keine Option. „Montags haben schon viele Gaststätten zu. Gerade die Chance kann man doch nutzen und öffnen“, argumentiert Sandra Kirsch. Sie würde allerdings mittwochs einen Ruhetag einlegen. „Das ist ein guter Zeitpunkt, um das Wochenende zu planen.“

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Ruhetag am Mittwoch und Fahrten im Kremser

An den Öffnungszeiten will Sandra Kirsch wenig ändern. 10 Uhr will auch sie die Baude öffnen, in den Wintermonaten bis 17 Uhr und im Sommer so lange, wie es hell ist. „Wir schicken keinen weg. Sollten alle Plätze belegt sein, gibt es ja die Möglichkeit, schnelle Gerichte am Fenster zu verkaufen.“

Gastronomisch setzt die neue Pächterin auf Bewährtes. In Neukirch sei ihr aufgefallen, dass etwa Sauerbraten gern gegessen werde. Sie will verschiedene Fleischgerichte sowie Fisch und Vegetarisches anbieten. „Auch vegane Speisen sind in der Planung. Es muss von allem etwas da sein, und man sollte sich etwas abheben“, so die Überlegungen der künftigen Wirtin.

Neben einer überzeugenden Küche ist Sandra Kirsch eine Sache ganz wichtig: „Jeder, der auf den Valtenberg will, soll auch hochkommen. Dafür gibt es Wege und Mittel.“ So sei Teil ihres Konzepts, Gäste mit einem Kremser vom Parkplatz Sonnenblick aus so weit zu fahren, wie es für die Pferde möglich ist. Ab dem Punkt, wo es zu steil werde, könnte man für den restlichen Weg in einen kleinen Bus umsteigen. Im Winter könnten die Pferde vielleicht sogar Schlitten ziehen.

Der Kremser sowie die Pferde kommen von ihrer Schwester, mit der Sandra Kirsch auch gemeinsam kochen will. An normalen Tagen plane sie mit einer Person im Service. Zu bestimmten Anlässen wie Himmelfahrt werde es auch besondere Aktionen geben.

Bürgermeister setzt auf die neue Pächterin

Mit der Pacht der Valtenberggaststätte will sich die Neustädterin ihren Traum vom eigenen Lokal erfüllen. Das war ihr Antrieb, sich bei der Gemeinde zu bewerben. Derzeit arbeitet sie zum zweiten Mal bei einem großen Discounter, wie sie erzählt, jetzt als Verkäuferin, früher bereits als Abteilungsleiterin der Fleischtheke.

In ihrem Beruf als Hotelfachfrau und in der Gastronomie habe sie auch gearbeitet, etwa in Bad Schandau. Das tue sie auch jetzt am Wochenende neben ihrer Tätigkeit als Verkäuferin.

Ob sie die von der Gemeinde gewünschte Veränderung auf dem Valtenberg bewirkt, wird sich zeigen. Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) sieht in Sandra Kirsch die beste Option für eine „hoffentlich langfristige und partnerschaftliche Zusammenarbeit“.

In der Gemeindeverwaltung habe man die möglichen Vor- und Nachteile sehr gründlich abgewogen. Die Gemeinde hatte die Pacht zum 1. Januar 2022 neu ausgeschrieben, um einen "qualifizierten und hoch engagierten" Pächter zu finden.

Manche Gemeinderäte sind nicht überzeugt

In der Gemeinderatssitzung Ende November stimmten Jens Zeiler sowie sechs Gemeinderäte für den Pächterwechsel. Die restlichen sechs Räte enthielten sich. Andreas Hultsch (CDU) etwa sprach sich dafür aus, mit dem jetzigen Wirt weiterzumachen. Das Konzept von Sandra Kirsch überzeuge ihn nicht vollständig, sagte er. Bert Thomas und Edgar Lehmann (beide Neukirch braucht Zukunft) bauen dagegen auf die neue Pächterin, weil sie davon ausgehen, dass Noch-Wirt Andreas Hübner an der touristischen Weiterentwicklung nicht interessiert sei.

Andreas Hübner soll nun zum 31. Dezember 2021 gekündigt und ein neuer Pachtvertrag mit Sandra Kirsch zum 1. Januar 2022 geschlossen werden. Die Neupächterin kann sich vorstellen, den Wechsel schon etwas früher zu vollziehen, um ihren Start auf dem Valtenberg besser vorzubereiten. Ob es dazu kommt, ist noch unklar.

Der aktuelle Wirt, Andreas Hübner, erklärte auf Anfrage von Sächsische.de, dass er sich derzeit nicht zu dem Thema äußern möchte. Das wolle er erst tun, wenn ihm die Kündigung vorliege, und das sei noch nicht passiert. Ob er die Gaststätte auf dem Valtenberg bis Vertragsende betreiben wird, wisse er noch nicht. Auf die Ausschreibung der Gemeinde hatte er sich nicht beworben.

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