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In Steinigtwolmsdorf staubt's beim Kicken bald nicht mehr

Wie viele Vereine der Region hat auch die SG Steinigtwolmsdorf bald einen Kunstrasenplatz. In einem Punkt wird der sich aber von den anderen unterscheiden.

Aus dem alten Hartplatz in Steinigtwolmsdorf wird ein Kunstrasenplatz. Der Umbau erfolgt im Mai.
Aus dem alten Hartplatz in Steinigtwolmsdorf wird ein Kunstrasenplatz. Der Umbau erfolgt im Mai. © SZ/Richard Walde

Steinigtwolmsdorf. Gerade an heißen Sommertagen staubt es auf Steinigtwolmsdorfs Fußballplatz besonders stark. "Keiner war mehr gewillt, hier zu spielen, denn der Platz ist manchmal so hart wie Beton", erzählt Carsten Schube, Gemeinderat und Trainer der Männermannschaft, im Gespräch mit Sächsische.de.

Deshalb sei man im Verein so froh, dass der Umbau vom Aschen- zum Kunstrasenplatz in diesem Jahr beginnen kann. In seiner letzten Sitzung hat der Steinigtwolmsdorfer Gemeinderat mit seiner Zustimmung für den Haushaltsplan den Startschuss für das Projekt gegeben. Planungen dafür bestehen aber schon seit einigen Jahren.

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"Seit 2017 drängen wir massiv darauf, weil wir gemerkt haben, dass die Begeisterung für unseren Sportplatz zurückgegangen ist", erklärt Gerd Pradel, Vorstandsvorsitzender des Vereins. Einerseits habe es keine Anfragen mehr für Freundschaftsspiele durch andere Vereine gegeben. Und auch Turniere habe auf dem Hartplatz niemand mehr spielen wollen.

Freuen sich auf den neuen Kunstrasenplatz: Vereinsvorsitzender Gerd Pradel (l.) und Trainer Carsten Schube von der SG Steinigtwolmsdorf.
Freuen sich auf den neuen Kunstrasenplatz: Vereinsvorsitzender Gerd Pradel (l.) und Trainer Carsten Schube von der SG Steinigtwolmsdorf. © SZ/Richard Walde

Unterbau des Platzes ist noch intakt

Dass der Umbau startet, können die Verantwortlichen kaum erwarten. "Im September haben wir die Zusage für die Fördermittel bekommen, konnten aber bis jetzt noch nicht loslegen", erzählt Pradel. Die Hälfte der 386.000 Euro für Bau und Planung wird vom Freistaat übernommen.

Einen Teil der Ausgaben trägt der Verein selbst. Genau gesagt fließen 9.500 Euro vonseiten der Sportgemeinschaft Steinigtwolmsdorf in den Umbau des Platzes. "Es geht unter anderem um Anschaffungen, beispielsweise neue Wechselbänke. Da sind ungefähr 8.000 Euro brutto im Angebot enthalten, die wir selber übernehmen", erklärt Pradel. Zusätzlich werde man kleinere Arbeiten selbst erledigen.

Dass nicht noch viel mehr Geld in den Umbau fließen muss, ist dem intakten Unterbau des Platzes zu verdanken. Dieser befindet sich in rund acht Zentimetern Tiefe und sorgt für einen geregelten Wasserablauf.

Kork statt schwarzer Gummi-Kügelchen

"Wir haben im Oktober 2019 mit Bohrungen festgestellt, dass der Unterbau noch richtig gut ist und nicht gemacht werden muss", betont Schube. Er war zuletzt im Zuge des Neubaus des Hartplatzes im Jahr 2000 erneuert worden.

Dass dadurch große Einsparungen möglich sind, zeigt ein Vergleich mit ähnlichen Projekten. "Der Sportplatz in Kirschau hat beispielsweise 1,1 Millionen Euro gekostet. Dort ist alles gewechselt worden, was bei uns nicht notwendig ist", erzählt Schube.

Zusätzliche Kosten fallen stattdessen aufgrund einer Festlegung der Europäischen Union an. Demnach darf bei neuen Kunstrasenplätzen nicht mehr das alte schwarze Gummigranulat verwendet werden. Dieses dämpft den Aufprall von Spielern ab und schützt somit vor Verletzungen.

In Steinigtwolmsdorf wird nun alternatives Material verwendet. "Wir sind einer der ersten Plätze, die Kork anstatt alte Autoreifen bekommen", freut sich Schube. Kork sei im Gegensatz zu alten Reifen besser für die Umwelt.

Nicht nur die Fußballer dürfen den Platz nutzen

Losgehen sollen die Bauarbeiten schon im kommenden Monat. Erledigt werden sie durch eine Firma aus Großröhrsdorf, die bereits andere Kunstrasenplätze gebaut hat. Somit sei auch gewährleistet, dass die Firma bei möglichen Problemen einen kurzen Anreiseweg hat.

Und der Bau soll schnell gehen: "Die Bauarbeiten können schon Anfang Mai beginnen und Ende Mai abgeschlossen sein. Acht Zentimeter werden runtergefräst, und dann kann der Kunstrasen drauf", sagt Pradel.

Über den neuen Platz können sich dann nicht nur die Fußballer freuen. Denn das Gelände ist für jedermann nutzbar. "Der Platz ist öffentlich zugänglich, deshalb hat es auch nur die Fördermittel gegeben. Der Schulsport kann ihn nutzen, der Kindergarten und auch alle Privatpersonen, die möchten", erklärt Pradel.

Geplant sei auch eine Eröffnung, doch ist unklar, in welcher Form diese stattfinden kann. "Sollten wieder Testspiele möglich sein, wird es vorher eine ordentliche Einweihung geben. Wie die ausfällt, können wir heute aber noch nicht sagen", sagt Schube.

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