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Bischofswerda: So geht es mit Edeka weiter

Anstelle von Diska an der Stolpener Straße soll ein neuer Markt entstehen. Nun ist klar, wie der aussehen soll.

Noch steht der Diska-Markt an der Stolpener Straße in Bischofswerda. Er soll Edeka weichen.
Noch steht der Diska-Markt an der Stolpener Straße in Bischofswerda. Er soll Edeka weichen. © SZ/Uwe Soeder

Bischofswerda. Er soll ein Magnet werden. Das verspricht sich die Stadt Bischofswerda vom geplanten Edeka-Markt an der Stolpener Straße. Doch bevor es so weit ist, soll der aktuelle Bebauungsplan (B-Plan) für das Projekt ausgelegt werden, damit sich Bürger, Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange damit auseinandersetzen und ihre Meinungen der Stadt mitteilen können.

Darauf setzt Annett Richter vom Bischofswerdaer Bauamt, wie sie im jüngsten Ausschuss für Technik und Wirtschaft sagte. „Wir wollen den Bebauungsplan frühzeitig auslegen, um Feedback einzuholen.“ Oberbürgermeister Holm Große (parteilos) und sechs Stadträte stimmten im Ausschuss dafür, die beiden AfD-Stadträte dagegen.

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Neben Edeka wäre Platz für weiteres Gewerbe

Nun muss der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 23. Februar also darüber entscheiden, ob der Entwurf des B-Plans öffentlich ausgelegt werden soll, um letztlich Baurecht für einen Edeka-Markt zu schaffen. Einen städtebaulichen Vertrag für das Edeka-Projekt gibt es bereits seit etwas mehr als einem Jahr.

Der neue Markt soll auf dem Areal entstehen, wo sich aktuell der Diska-Markt und ein zweites Gebäude mit Büroräumen sowie Geschäften wie dem Schuhhändler Reno und einer Filiale von Schiebocker Fleisch befinden. Das Gelände erstreckt sich zwischen Stolpener Straße und Wesenitz bis hin zur Beethovenstraße.

Der neue Markt wird laut Annett Richter maximal zwei Geschosse haben. Dadurch soll es leichter möglich sein, weiteres Gewerbe anzusiedeln. Das Gebäude werde nicht höher als zwölf Meter sein und sich so in die Umgebung und den Charakter der städtischen Bebauung im Zentrum der Stadt einpassen.

Diska kommt weg, weiterer Abriss wird noch geklärt

Das Erdgeschoss des nicht unterkellerten Neubaus soll den Edeka-Markt mit integriertem Backshop beherbergen. Dabei darf die Verkaufsfläche eine Größe von 2.000 Quadratmetern nicht überschreiten. „Das Obergeschoss soll für die Unterbringung kleinerer Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe zur Verfügung stehen“, heißt es im B-Plan. Auf dem Dach sollen Anlagen installiert werden, um Warmwasser für das benachbarte Freibad zu erzeugen.

Dass der Diska-Markt mit einer Verkaufsfläche von etwa 650 Quadratmetern abgerissen werden soll, ist bereits klar. Ob es auch für das andere Gebäude notwendig ist, wird noch geprüft, sagt Annett Richter gegenüber Sächsische.de.

Im Rahmen der Auslegung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts der Stadt habe es Rückmeldungen gegeben, die eine Ansiedlung von Edeka sehr positiv sehen. In diesem Konzept geht es um die Zukunft des Einkaufens in Bischofswerda - und dabei spielt der Edeka-Markt eine wichtige Rolle. Es handele sich um die „Ansiedlung eines sogkräftigen Magnetbetriebs im Stadtzentrum“, heißt es dort. Dadurch könne die Attraktivität der Innenstadt verbessert werden. So ein Markt fehle bislang.

AfD-Stadtrat Thomas Witzurke hingegen sagte in der Ausschusssitzung, die Schiebocker AfD glaube nicht, dass Edeka in der geplanten Größe notwendig sei.

Innenstadt soll von Edeka profitieren

Doch die Verfasser des Handelskonzeptes sehen das anders: Demnach würde der Edeka-Markt die gesamte Innenstadt beleben. So sollen etwa zusätzliche Parkplätze entstehen, die auch von Menschen genutzt werden können, die in Richtung Altmarkt laufen wollen. Dafür bräuchte man keine fünf Minuten. Um das zu fördern, soll eine neue Fußgängerbrücke über die Wesenitz entstehen, um eine Verbindung zwischen der Stolpener und der Herrmannstraße herzustellen, die in Richtung Altmarkt führt.

Davon erhofft man sich, dass Verbraucher vor allem aus dem Umland animiert werden, nicht nur auf dem Edeka-Areal zu parken und dort einzukaufen, sondern auch die Innenstadt zu besuchen. Das soll mit Schildern auch entsprechend beworben werden. Geschäfte an der Bahnhofstraße oder rund um den Altmarkt könnten profitieren.

In Bischofswerda gibt es zu viele Discounter

Das Areal an der Stolpener Straße sei groß genug und stehe deshalb für so ein Vorhaben zur Verfügung. Vergleichbare Flächen hingegen seien rar. Zudem würden die Schiebocker diesen Standort zum Einkaufen bereits jahrelang kennen.

Und der Edeka-Markt würde aus Sicht der Handelsplaner eine weitere Funktion erfüllen. Neben Rewe an der Carl-Maria-von-Weber-Straße wäre er der zweite sogenannte Vollsortimenter in Bischofswerda. Schließlich habe die Analyse der Nahversorgung ergeben, dass es in der Stadt zu viele Discounter gibt. Sieben sind es derzeit. Zudem befinde sich „der Rewe-Verbrauchermarkt am Siedlungsrand der Kernstadt“ und „ist damit nur für einen geringen Teil der Bischofswerdaer Bevölkerung fußläufig erreichbar“.

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