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Weniger Krach im Speisesaal

In der Mensa der Großharthauer Grundschule geht es nun leiser zu - weil die Schulleiterin jahrelang hartnäckig blieb.

Im Speisesaal in der Großharthauer Grundschule ging es bislang recht laut zu. Seit dort Schallschutz angebracht wurde, ist die Lärmbelastung erheblich gesunken, freut sich Schulleiterin Regine Heitz.
Im Speisesaal in der Großharthauer Grundschule ging es bislang recht laut zu. Seit dort Schallschutz angebracht wurde, ist die Lärmbelastung erheblich gesunken, freut sich Schulleiterin Regine Heitz. © SZ/Uwe Soeder

Großharthau. Kinder machen Lärm – das ist völlig normal. Doch gerade in der Schule kann Lärm zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. Regine Heitz, Leiterin der Großharthauer Grundschule, weiß, wovon sie spricht. Vor allem im Speisesaal ihrer Schule war der Lärmpegel bis vor kurzem enorm hoch. 

Kein Wunder. Die Stimmen der Schüler und Lehrer, das Stühlerücken, das Kratzen von Besteck auf Tellern, die Pausenklingel – all das erzeugt Geräusche. Der Schall dieser Geräusche trifft auf harte Wände, Decken, Tische und Stühle. Die Gegenstände reflektieren den Schall und erzeugen den sogenannten Nachhall. Dadurch verschlechtert sich die Akustik erheblich. Die Folgen: Man versteht nicht mehr, was der andere sagt und spricht selbst lauter, um verstanden zu werden. So wird es immer lauter. Ein Teufelskreis

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Im Speisesaal ist es mitunter so laut wie ein Lkw

Der Geräuschpegel, der dabei ganz schnell zusammenkommt, ist enorm. In einer Schulmensa kommt man locker mal auf 80 Dezibel. Das ist etwa so viel Lärm, wie ein Lkw verursacht. „Wenn viele Kinder zusammen sind, wird durcheinander geschnattert, das ist so schon laut“, weiß die Schulleiterin. Wenn dann auch noch die Akustik schlecht ist, führt das zu einer viel zu hohen Lärmbelastung.

Unter der leiden Schüler wie Lehrer gleichermaßen. Erst recht, wenn – so, wie in Großharthau – hörgeschädigte Kinder unter den Schülern sind. Zwei waren es im vergangenen Schuljahr. Jetzt ist es noch ein Drittklässler, der besondere Unterstützung bekommt. Zum Beispiel durch Hilfsmittel. Eine Art Mikrofon verstärke die Stimme der Lehrer. Davon bekommt der Rest der Klasse nichts mit. Denn das Mikro ist mittels drahtloser Übertragung direkt mit dem Hörgerät des Jungen gekoppelt, erklärt Klassenlehrerin Doreen Wockatz. Das klappe super. Zusätzlich bekommen die Großharthauer Pädagogen fachlichen Rat von der Dresdner Schule für Hörgeschädigte, die den Drittklässler betreut. 

Seit fast einem Jahrzehnt ist Regine Heitz jetzt Schulleiterin in Großharthau. Seitdem hat die resolute Pädagogin versucht, der durchdringenden Geräuschkulisse Herr zu werden. Das ist beinahe schon eine unendliche Geschichte. Zunächst versuchte man es mit Schiebevorhängen vor den Fenstern. „Und wir haben Wände mit Stoff bespannt“, erzählt die Schulleiterin. Das habe ein klein wenig geholfen. Doch das war Regine Heitz nicht genug. „Ich wollte eigentlich, dass die Decke abgehangen wird.“  

Schaumstoffplatten schlucken den Lärm

Deshalb stand sie immer wieder bei Bürgermeister Jens Krauße (SPD) auf der Matte. Einmal gab es sogar schon einen Kostenvoranschlag für ihr Vorhaben, erinnert sie sich. Doch dann wurde das Geld wieder für etwas anderes gebraucht. „Aber ich bin drangeblieben.“ Schließlich sei der Großharthauer Bürgermeister sehr versiert darin, Fördermöglichkeiten aufzutun, und sehr an allen Belangen der Schule interessiert, so die Schulleiterin. Ihre Unnachgiebigkeit wurde belohnt. Die Gemeinde konnte den Leader-Fördertopf Regionalbudget anzapfen und für rund 17.000 Euro die lärmabsorbierenden Schallschutzplatten verbauen, freut sich der Bürgermeister.

Jetzt hängen im Speisesaal und auch in den Klassenzimmern über den Köpfen von Schülern und Lehrern weiße Schaumstoffplatten und an den Wänden farbige. Sie schlucken einen Großteil des Lärms. Das Ergebnis: Es hallt seitdem deutlich weniger. Regine Heitz ist zufrieden mit der Schallschutzwirkung der minimalistischen Ausführung. „Der Effekt ist super.“ An der Decke der Schulmensa hätte sie deshalb gern noch ein paar dieser schallschluckenden Elemente. Platz dafür wäre noch. 

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