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Neukirch: Wildnis wird zum Familiengarten

Ehrenamtliche haben ein brachliegendes Gelände in Ordnung gebracht. Am Sonnabend ist es zu besichtigen. Doch es bleibt noch viel zu tun.

Mang Ly Thi arbeitet ehrenamtlich im Naturschutzzentrum Neukirch und hilft bei der Gestaltung des Gemeinschaftsgartens.
Mang Ly Thi arbeitet ehrenamtlich im Naturschutzzentrum Neukirch und hilft bei der Gestaltung des Gemeinschaftsgartens. © SZ/Uwe Soeder

Neukirch/Lausitz. In den vergangenen Wochen und Monaten hat sich in Neukirchs erstem Gemeinschaftsgarten einiges getan. Auf der ehemals brachliegenden Fläche am Friedhofsweg wachsen heute Zucchini, Blumen und weitere Pflanzen auf neu angelegten Beeten. Auch eine kleine Terrasse wurde mithilfe ehrenamtlicher Helfer bereits errichtet. Jetzt sind die Organisatoren des Projekts vom Naturschutzzentrum bereit, es der Öffentlichkeit zu präsentieren. Deshalb wird es am Sonnabend ein kleines Gartenfest geben.

"Wir haben alle eingeladen, die uns entweder über das Crowdfunding-Projekt finanziell oder anderweitig unterstützt haben - mit Pflanzen, Holz, Farbe und so weiter. Und natürlich sind auch die eingeladen, die uns praktisch tatkräftig helfen", erzählt Katrin Poike, Leiterin des Naturschutzzentrums. Insgesamt 15 Ehrenamtliche sind bei den wöchentlichen Einsätzen vor Ort dabei. Neuerdings ist auch Mang Ly Thi Teil davon, die aus Vietnam stammt und seit acht Jahren in Neukirch lebt.

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Bei Gartenarbeit die Alltagsprobleme vergessen

"Ich habe mich immer gefragt, wie ich die Menschen in Neukirch unterstützen kann, denn ich wollte immer gerne etwas machen", erzählt sie. Als sie über Umwege von diesem Projekt erfahren hat, war sie sofort begeistert und wollte sich anschließen. "Ich habe Katrin Poike kennengelernt, und sie hat mir erlaubt, hier mitzuhelfen", freut sich Mang Ly Thi. Bereits in ihrer Jugend habe sie in der Landwirtschaft gearbeitet, kenne sich also ein wenig aus. Auch deshalb sei es für sie keine Arbeit, sondern pure Freude.

"Durch das Mithelfen bin ich richtig glücklich und kann meine Alltagsprobleme hinter mir lassen. Wenn ich dann wieder zu Hause bin, geht auch dort alles leichter", sagt Mang Ly Thi. Glücklich über die neue Mitstreiterin ist auch Katrin Poike. "Wir sind froh, dass wir Mang bei uns haben. Denn wir beiden sind die Jüngeren und machen die schwereren Arbeiten, während unsere älteren Mitstreiter leichtere Aufgaben übernehmen", sagt sie.

Bis der Familiengarten im von Poike gewünschten Zustand sei, ist laut ihr in jedem Fall noch viel zu tun. Aber eines stehe bereits jetzt fest: "Ein Garten ist nie fertig, sondern eine Fläche, wo man immer aktiv sein kann und immer was zu tun ist", sagt sie. Deshalb sei man auch offen für neue Ideen, die jeder Einzelne einbringen könne. "Wir lassen uns gerne von anderen inspirieren", sagt Poike.

Als nächste Schritte werden das langersehnte Trockenklo installiert und der Wasseranschluss fertiggestellt. Hier fehle nur noch die Wasseruhr, dann könne es losgehen. Doch auch ohne eigenes Wasser aus der Leitung komme man gut voran, das man von den Nachbarn tatkräftig unterstützt wird. "Wenn wir mal Strom brauchen, bekommen wir ein Verlängerungskabel gelegt", freut sich Poike, die hier noch viel vorhat.

Angebot für Schüler sind in Vorbereitung

"Großes Ziel ist vielleicht irgendwann mal eine kleine Laube, damit sich die Leute, die hier Beete haben, mal am Wochenende gemeinsam zusammensetzen und grillen können", sagt sie. Denn einzelne Beete sollen mit der Zeit an interessierte Personen vermietet werden, die hier ihr eigenes Obst und Gemüse anbauen wollen. Auch den örtlichen Kinder und Jugendliche wolle man vor Ort etwas bieten und habe sich deshalb bereits etwas überlegt.

"Im September startet das Ganztagsangebot mit dem Namen ,Kleine Wühlmäuse' hier im Garten. Dort wollen wir mit vor Ort sein unter dem Motto sähen, pflegen und ernten", sagt Katrin Poike. Daneben würden noch viele weitere Möglichkeiten in den Köpfen der Beteiligten schweben, die allesamt umgesetzt werden könnten. Aber: "Bei uns fehlt es meistens an der Zeit".

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Deshalb sei man weiterhin auf der Suche nach neuen Helfern, die gern Zeit im Gemeinschaftsgarten verbringen wollen. "Donnerstagvormittag sind wir immer hier, aber wenn jemand berufstätig ist und nur am Nachmittag kann, werden wir uns natürlich auch nach diesen Personen richten", betont sie. Dabei sei man für alle offen, denn genau dafür stehe auch das Projekt. "Wir wollen etwas schaffen, das von allen und für alle Neukircher genutzt werden kann", erklärt Poike.

Mehr Informationen zum Familiengarten gibt es beim Neukircher Naturschutzzentrum unter Telefon 03 59 51 35850 oder Telefon 03 59 51 35851 oder per E-Mail an [email protected].

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