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Neue Attraktion am Valtenberg geplant

Mit einer Seilrutsche vom Gipfel ins Tal sausen, das soll in Neukirch/Lausitz möglich werden. Doch vorher sind noch einige Hürden zu nehmen.

Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler hofft, dass es am Valtenberg bald eine neue Attraktion gibt. Ob diese umsetzbar ist, hängt auch von Umweltschutzbelangen ab.
Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler hofft, dass es am Valtenberg bald eine neue Attraktion gibt. Ob diese umsetzbar ist, hängt auch von Umweltschutzbelangen ab. © SZ/Richard Walde

Neukirch/Lausitz. Der Valtenberg soll noch attraktiver werden. In der Gemeinde Neukirch gibt es jetzt eine neue Idee dafür. Wenn sie aufgeht, können Besucher künftig mit einer Seilrutsche, die sich Flying Fox nennt, vom Gipfel aus ins Tal gleiten. Das ist das Ergebnis eines Vorhabens, das vor über drei Jahren begann.

"Wir haben uns für ein Projekt der Sächsischen Staatskanzlei beworben, um den demografischen Wandel unserer Kommunen zu beleuchten und dann Maßnahmen entwickeln zu können, wie wir den negativen Auswirkungen entgegenwirken können", erklärt Bürgermeister Jens Zeiler (CDU).

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Die Machbarkeitsstudie zur umweltschonenden Erschließung des Valtenberg-Areals für Ganzjahresnutzung hat ein klares Ziel: Man möchte eine echte Attraktion schaffen, die während aller vier Jahreszeiten genutzt werden kann. Damit soll der Neukircher Hausberg für Touristen interessanter gemacht - und dadurch in weiterer Folge eine gewisse Zahl zusätzlicher Arbeitsplätze geschaffen werden.

Mit einer Seilrutsche, die dieser ähnelt, können Besucher eventuell bald den Neukircher Valtenberg hinunter gleiten.
Mit einer Seilrutsche, die dieser ähnelt, können Besucher eventuell bald den Neukircher Valtenberg hinunter gleiten. © Archivfoto: Marko Förster

Doch wurde schnell klar, dass die notwendigen Untersuchungen am Berg sehr lange dauern würden - ganz egal, was man errichten möchte. Denn die wild lebenden Tiere und die Pflanzen dürfen ihren Lebensraum nicht verlieren. "Wir hatten das schon bei den Monsterrollern gemerkt, wo wir das Umweltamt auch fragen mussten, ob wir die Wege damit befahren dürfen. Dabei darf von der Umwelt nichts zerstört werden – im Gegenteil, alles muss naturnah bleiben", sagt Jens Zeiler.

Denn der Valtenberg ist ein Naturschutzgebiet, genauer gesagt ein FFH-Gebiet. Das bedeutet, dass menschliche Eingriffe in die Natur so gering wie möglich gehalten werden müssen. Und wenn etwas künstlich geschaffen werden soll, müssen mögliche Folgen für die Umwelt umfangreich geprüft werden.

Seilbahnstrecke soll zum Georgenbad führen

Schließlich entstand die Idee, hier eine Seilrutsche - auch bekannt als Flying Fox - zu errichten. "Dazu braucht man einen Startpunkt und einen Zielpunkt - und viele andere Faktoren müssen beachtet werden, denn am Startpunkt muss man einen Turm errichten. Das müssen wir noch untersuchen, um sagen zu können, ob das gebaut werden kann oder eben nicht", sagt Zeiler.

Für genau diese finalen Untersuchungen gibt es jetzt einen neuen Fördermittelbescheid. "Der versetzt uns jetzt in die Lage die Studie abzuschließen und zu erfahren, was ganzjährig am Valtenberg geht", sagt der Bürgermeister. Führen soll die geplante Strecke des Flying Fox von unterhalb des Gipfels bis zum Georgenbad.

Wo wegen Borkenkäferbefall bereits einige Bäume abgeholzt wurden, soll eine Seilrutsche vom Valtenberg-Gipfel zum Georgenbad führen.
Wo wegen Borkenkäferbefall bereits einige Bäume abgeholzt wurden, soll eine Seilrutsche vom Valtenberg-Gipfel zum Georgenbad führen. © SZ/Richard Walde

Doch es waren auch andere mögliche Attraktionen im Gespräch. Laut eines aktuellen Berichtes des Landschaftsarchitekturbüros Panse aus Bautzen, das zur Überprüfung der Ideen beauftragt wurde, ist vieles davon nicht möglich.

Zum Beispiel war eine Sommerrodelbahn - ähnlich jener in Oberoderwitz oder Altenberg - im Gespräch. "Aufgrund der Lage im FFH-Gebiet und der Entscheidung, keine neuen Wege im Untersuchungsgebiet am Valtenberg zu errichten, stellt sich die Umsetzung einer Sommerrodelbahn als schwierig heraus", wird im Bericht des Büros deutlich.

Ein Hochseilgarten am Valtenberg war ebenfalls Thema. Auch hier mit einem negativen Resümee. "Aufgrund der Standsicherheit der Bäume wäre die Umsetzung sehr schwierig. Außerdem befinden sich in der Umgebung ähnliche Angebote, sodass Konkurrenz besteht".

Ganzjährige Nutzung geplant

Des Weiteren gibt es bereits seit vielen Jahren einen Lift, den Skifahrer im Winter genutzt haben. Dieser steht allerdings seit Längerem still und wird auch nicht reaktiviert werden. "Wir sind uns sehr schnell einig geworden, dass sich das aufgrund der nicht vorhandenen Schneesicherheit nicht lohnt", betont der Bürgermeister.

Somit bleibt der Flying Fox übrig, der - wenn er errichtet wird - ganzjährig genutzt werden soll. Denn eine solche Möglichkeit zu finden, ist ja das Ziel der gesamten Machbarkeitsstudie. Und das vorläufige Resümee des Landschaftsarchitekturbüros dazu ist sehr positiv.

"Insgesamt dürften für den Projektteil Mega-Fox-Anlage gute Entwicklungschancen bestehen, um sich zukünftig als eigene touristische Marke oder gemeinsam mit den Monsterrollern zu etablieren", heißt es im Bericht. Wirtschaftlich würde so ein Anlage werden, wenn "dauerhaft jährlich 27.000 Besucher" kommen. Parallel dazu könnten mehrere kleinere Projekte dafür sorgen, dass ein Bewusstsein für den Umweltschutz geschaffen wird. Beispielsweise ist ein Naturlehrpfad im Gespräch.

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Doch mit so einer Anlage wurden in jedem Fall viel mehr Menschen als bisher auf den Valtenberg kommen. Sollten die nun folgenden Untersuchungen für den Umweltschutz das letztendlich erlauben, könnte die Flying-Fox-Anlage schon bald errichtet werden. Doch werden sich diese Untersuchungen auf jeden Fall bis ins kommende Frühjahr hinziehen. "Danach können wir den Investoren, die schon vor drei Jahren bereit waren, Geld hier hineinzustecken, hoffentlich etwas Baureifes präsentieren", sagt Zeiler.

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